Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Juli 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine)

Das Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine) ruft Krabbeln und Unwohlsein in den Beinen hervor, das nur durch Bewegung gelindert werden kann. Die Beschwerden werden nachts schlimmer und stören den Schlaf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine)?

Das Restless Legs Syndrom ist eine Erkrankung, deren Folgen ein deutliches Unwohlsein und eine Nervosität in den Beinen hervorruft. Besonders am Abend, wenn die Betroffenen zur Ruhe kommen möchten, tritt dieses Symptom ein.

Ohne sonstige Veranlassung folgt das dringende Bedürfnis zur Bewegung. Wird diesem Bedürfnis nachgegeben, nimmt das unangenehme Gefühl für eine kurze Zeit ab. Das Restless Legs Syndrom kann in jedem Alter einsetzen und verschlimmert sich mit ansteigenden Lebensjahren. Die Ursachen können zahlreich sein und werden durch verschiedene Methoden auch medikamentös behandelt.

Ursachen

In vielen Fällen bleiben die Ursachen für das Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine) im Verborgenen. Experten vermuten, dass ein Ungleichgewicht des chemischen Botenstoffs Dopamin mit der Erkrankung in Verbindung steht. Es konnte eine Vererbung des Syndroms festgestellt werden. Bei der Hälfte der Betroffenen gibt es weitere Fälle innerhalb der direkten Verwandtschaft.

Auch hormonelle Schwankungen während einer Schwangerschaft können die Symptome zeitweise verschlimmern. Viele Frauen erleben während einer Schwangerschaft zum ersten Mal überhaupt Symptome des Restless Legs Syndroms. In den meisten Fällen steht das Restless Legs Syndrom nicht in Verbindung mit anderen schwerwiegenden Erkrankungen.

Das Syndrom kann jedoch zusammen auftreten mit: Peripherer Neuropathie (ein Nervenschaden in Händen und Füßen; Eisenmangel (auch ohne Anämie kann Eisenmangel das Restless Legs Syndrom verschlimmern); Nierenversagen (das Versagen der Niere führt häufig zu Eisenmangel, Anämie und anderen Störungen, die Symptome des Restless Legs Syndroms hervorrufen können).

Symptome und Verlauf

Betroffene beschreiben die Symptome des Restless Legs Syndroms häufig als abnormales, unangenehmes Gefühl in Waden, Oberschenkeln und Füßen. Vereinzelt tritt das Gefühl auch in den Armen auf. Es wird bezeichnet als: Krabbeln, Ziehen, Kratzen, Schmerz, Zerren, Brennen. Doch individuell können sich auch andere Assoziationen nennen lassen.

Ein allgemeines Symptom jedoch ist das dringende Bedürfnis zur Bewegung der Beine. Typisch ist ein periodisches Auftreten der Beschwerden. Bekannte Begleiterscheinungen des Restless Legs Syndroms sind: Einsetzen der Beschwerden nach längerer Inaktivität; Entspannung der Beschwerden durch Bewegung (daher der Name); Verschlimmerung der Symptome am Abend und in der Nacht; Unbewusstes Bewegen der Beine während des Schlafs.

Betroffene des Restless Legs Syndroms suchen oft keinen Arzt auf, da sie befürchten ihre Symptome sind zu schwer zu beschreiben. Jedoch sollte bei Verdacht medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Diagnose

Ärzte diagnostizieren das Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine) durch eine Interpretation der Symptome und genauer Fragestellung zur medizinischen Vergangenheit des Patienten. Um mit dem Restless Legs Syndrom diagnostiziert zu werden, muss der Patient vier Kriterien erfüllen: Das häufige unergründliche Bedürfnis die Beine zu bewegen, verbunden mit unangenehmen Befinden; Verschlimmerung der Symptome bei Ruhe; Beschwerden lassen bei Bewegung teilweise nach; die Symptome sind nachts am schlimmsten.

Bluttests, Nerven- oder Muskelstudien werden eventuell in Erwägung gezogen, um andere Krankheiten auszuschließen. In seltenen Fällen wird auch die Meinung eines Schlafspezialisten eingeholt und die Beobachtung in einem Schlaflabor durchgeführt.

Behandlung und Therapie

In einige Fällen lindert bereits die Behandlung einer zugrundeliegenden Erkrankung wie Eisenmangel die Symptome des Restless Legs Syndroms. Dies kann durch Einnahme spezieller Präparate erreicht werden, jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht und nach der Feststellung eines Eisenmangels durch Bluttest.

Falls ein Restless Legs Syndrom ohne weitere Erkrankungen vorliegt, zielt die vorrangige Therapie auf einen Wechsel des Lebenswandels. Erst wenn dies keine Besserung hervorruft, werden Medikamente eingesetzt. Eine Reihe von Arzneistoffen, die ursprünglich zur Behandlung anderer Beschwerden entwickelt wurden, helfen auch bei den Symptomen des Restless Legs Syndroms. Darunter fallen beispielsweise Medikamente zur Behandlung von Parkinson. Diese Arzneistoffe regulieren das Dopaminlevel und lindern so die Unruhe in den Beinen.

Die Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten sind in der Regel gering, auch haben Patienten mit Restless Legs Syndrom keine höhere Gefahr an Parkinson zu erkranken als andere Menschen. Arzneimittel zur Muskelentspannung sowie Schlafmittel werden ebenso zur Behandlung eingesetzt. Benzodiazepine jedoch bewirken lediglich einen ruhigeren Schlaf. Sie können die Ursachen des Restless Legs Syndroms nicht bekämpfen und führen meist zu erhöhter Müdigkeit während des Tages.

Rezeptfreie Medikamente gegen Nervosität & Unruhe


Vorbeugung

Abgesehen von der gezielten Behandlung der Ursachen des Restless Legs Syndroms gibt es keine beweiskräftigen Möglichkeiten zur Vorbeugung der Erkrankung.

Wenn das Syndrom im Rahmen anderer Beschwerden auftritt, lassen die Symptome meist nach, wenn eine erfolgreiche Behandlung dieser Symptome vorgenommen wird. Alkoholismus und Diabetes können zu Nervenschäden führen, in deren Rahmen auch Symptome des Restless Legs Syndroms auftreten können. Der kontrollierte Genuss ist dementsprechend zu empfehlen.

Bücher zum Thema Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine)

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?