Respiratorische Alkalose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Oktober 2016
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Liegt eine respiratorische Alkalose vor, ist der pH-Wert auf über 7,45 angestiegen. Dieser Anstieg erfolgt auf Grund einer respiratorischen Ursache - einer Hyperventilation (zu tiefe oder zu schnelle Atmung).

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine respiratorische Alkalose?

Eines der wichtigsten Regulationsziele des Organismus ist ein ausgeglichenes Verhältnis der basischen und sauren Stoffe. Weicht jedoch der pH-Wert in den Körperzellen und im Blut nach oben oder unten an, denaturieren die Eiweiße. In weiterer Folge kommt der Stoffwechsel zum Erliegen. Liegt eine respiratorische Alkalose vor, steigt der pH-Wert nach oben. Dies geschieht auf Grund einer falschen Atmung.

Ursachen

Mediziner haben die Zusammenhänge sowie auch die Entstehung der respiratorischen Alkalose erforscht und sind zu nachstehendem Ergebnis gekommen, welches als Ursache der respiratorischen Alkalose gilt:

Die Hyperventilation (zu tiefe oder zu schnelle Atmung) erfolgt oftmals aus psychischen Gründen. Das bedeutet, dass eine psychische Stresssituation oder auch eine Panikattacke mitunter für eine Hyperventilation verantwortlich sind. Primär sind junge Mädchen oder auch Burschen betroffen, welche sich in der Pubertät bzw. in den jungen Erwachsenenjahren befinden. Mitunter können aber auch Krankheiten wie eine Gehirnentzündung, eine Blutvergiftung oder auch die Leberzirrhose eine Hyperventilation auslösen.

Die Erkrankung reizt das Atemzentrum im Gehirn, sodass eine zu tiefe oder zu schnelle Atmung ausgelöst wird. Weitere Ursachen der Hyperventilation sind ein Lungenödem, eine Lungenembolie oder auch eine Lungenentzündung sowie ein äußerst schwerer Asthmaanfall. Bei all jenen Krankheiten wird vermehrt Sauerstoff aufgenommen, wobei im gleichen Atemzug zu viel Kohlendioxid abgeatmet wird. Die Abatmung von Kohlendioxid löst die respiratorische Alkalose aus. Denn CO2 ist ein wichtiger Bestandteil, damit der pH-Wert reguliert werden kann. Wird daher zu viel Kohlendioxid abgeatmet, verliert der Körper Säure, das Gleichgewicht wird zu einem Ungleichgewicht und der Körper wird alkalisch.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der respiratorischen Alkalose:

Das wohl häufigste Symptom ist die Hyperventilation, die in vielen Fällen von Angstzuständen sowie Panikattacken begleitet wird. Ebenfalls klagt der Patient über Muskelkrämpfe, Schwindel und leidet unter Herzrasen. In einigen Fällen kann auch eine Bewusstlosigkeit eintreten. Die respiratorische Alkalose macht sich vorwiegend durch Krämpfe sowie auch muskuläre Übererregbarkeiten bemerkbar.

Der Patient leidet unter der "Pfötchenstellung". Bei jenem Symptom verkrampfen sich die Handgelenke in der Art, dass eine sogenannte Beugungsverkrampfung stattfindet. Ebenfalls treten sogenannte Missempfindungen an den Füßen sowie Händen auf. Diese Missempfindungen sind in weiterer Folge ein Hinweis darauf, dass der Kalzium-Spiegel deutlich verringert ist.

Die psychische Belastung, die im Rahmen der zu schnellen Atmung vorhanden ist, löst sodann die respiratorische Alkalose aus. Die Betroffenen klagen tatsächlich über eine schwere Atemnot, da die respiratorische Alkalose sehr wohl das subjektive Gefühl einer Brustenge verursacht.

Diagnose

Der Mediziner sucht zuerst das Gespräch mit dem Patienten und lässt sich die etwaigen Symptome schildern. Ebenfalls ist für den Arzt die Vorgeschichte des Patienten interessant. Gab es psychische Belastungen bzw. einschneidende Erlebnisse, die mitunter eine respiratorische Alkalose ausgelöst haben könnten? In weiterer Folge führt der Mediziner eine Blutuntersuchung durch. Liegt der Verdacht nahe, dass etwaige Krankheiten für eine respiratorische Alkalose verantwortlich sind, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, die - je nach Verdachtsfall - variieren können.

Behandlung und Therapie

Im Endeffekt liegt kein Mangel an Kalzium vor, der mit der Zugabe von Kalzium behoben werden könnte. Bei der respiratorischen Alkalose handelt es sich um eine sogenannte komplexe Verschiebung des körpereigenen Gleichgewichts. Aus diesem Grund sollte auch nicht das Symptom, sondern die Ursache des Ungleichgewichts behandelt werden. Somit befasst sich die Therapie primär mit der Atmung des Patienten in sogenannten Stresssituationen.

Tritt die psychogene Hyperventilation ein, sollte der Patient in einen Beutel atmen. Dieser Beutel wird vor den Mund gehalten; in weiterer Folge atmet der Patient ein und aus. Da sich das abgeatmete CO2 im Beutel sammelt und im weiteren Verlauf wieder eingeatmet wird, entsteht kein Ungleichgewicht. Ebenfalls sollte dem Patienten gut zugesprochen werden. Denn der Patient muss tatsächlich überzeugt werden, dass er dennoch "Luft bekommt" und nicht "ersticken" wird. Diese Behandlung dauert einige Minuten; danach setzt wieder eine normale Atmung ein.

Liegt die Ursache der Hyperventilation aber nicht in der Psyche, sondern sind ernsthafte Erkrankungen als Auslöser diagnostiziert worden, tritt ein medizinischer Notfall ein. Das bedeutet, dass neben der respiratorischen Alkalose auch ein Sauerstoffmangel vorliegt, der mitunter schwerwiegende Folgen für den Patienten haben kann.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist nur bedingt möglich. Viele Patienten wissen, dass sie Probleme mit der Atmung bekommen, wenn sie etwa unter Stress stehen oder psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Aus diesem Grund sollte - als Prävention - darauf geachtet werden, die Ruhe zu bewahren bzw. wenn tatsächlich eine Hyperventilation eintritt, in einen Beutel zu atmen.

Auch wenn keine Erkrankung bekannt ist, die eine Hyperventilation auslösen könnte und das Atemproblem rein psychischer Natur ist, sollte dennoch - im Rahmen eines "Anfalls" - der Arzt verständigt werden. Entsteht die Hyperventilation auf Grund einer Erkrankung, ist keine Vorbeugung möglich.

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