Renale Anämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. April 2015
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Unter einer renalen Anämie bezeichnet der Mediziner eine nierenbedingte Blutarmut, die infolge einer Nierenerkrankung auftritt. Jene wird primär auf eine Erythropoese-Störung zurückgeführt (Synthese roter Blutkörperchen), die im Rahmen einer Niereninsuffizienz entsteht. Die Erkrankung ist medikamentös gut behandelbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine renale Anämie?

Die renale Anämie bezeichnet eine Blutarmut, die im Rahmen einer Niereninsuffizienz (Nierenunterfunktion bzw. Nierenschwäche) eintritt. Der Hauptauslöser ist ein Mangel an Erythrozyten im Blut. Dieser Mangel wird vor allem dann zum Problem, wenn das Blut, das im Körper transportiert wird, mit ungenügendem Sauerstoff versorgt ist.

Das bedeutet, dass sich die renale Anämie etwa durch eine klassische Blässe sowie auch relativ schnelle Ermüdungserscheinungen äußert. Liegt eine fortgeschrittene Nierenschwäche bzw. Niereninsuffizienz vor, bei welcher bereits eine Dialysepflicht besteht bzw. eine Nierentransplantation angeraten wird, wird auch immer wieder eine renale Anämie diagnostiziert.

Ursachen

Die chronische Niereninsuffizienz gilt als Auslöser der renalen Anämie. Jene kann aber unterschiedlich bedingt sein. Eine langjährige Diabetes, Nierenentzündungen, Niereninsuffizienz oder auch ein Schmerzmittelmissbrauch bzw. langjähriger Konsum von Schmerzmedikamenten können mitunter einen Auslöser darstellen. Während bei gesunden Nieren rund vier Fünftel des Erythropoetin-Bedarfs produziert werden, wird im Rahmen der Nierenschwäche nur ein Bruchteil des Bedarfs hergestellt. Somit entwickelt sich im Krankheitsverlauf die renale Anämie. Weitere Ursachen sind eine verminderte Erythrozyten-Lebenszeit sowie auch eine Störung bei der Eisenaufnahme. Eine renale Anämie kann jedoch nur auftreten, wenn bereits Erkrankungen der Nieren bestehen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der renale Anämie:

Der Patient klagt primär über eine allgemeine Schwäche bzw. ist nur bedingt belastbar. Ebenfalls berichten viele Betroffene über eine Atemnot, dauernde Müdigkeit sowie auch immer wiederkehrendes Herzrasen. Weitere Symptome sind die klassische Blässe sowie auch Bluthochdruck. Befindet sich die renale Anämie im Anfangsstadium, treten im Ruhezustand keine Symptome auf.

Oftmals bemerkt der Patient die ersten Anzeichen bei hohen Belastungen (der Patient wird schnell müde bzw. kämpft mit der Atemnot bzw. fühlt sich relativ schnell geschwächt). Liegt eine fortgeschrittene renale Anämie vor, können diese Symptome und Anzeichen auch während des Ruhezustandes auftreten. Da die renale Anämie in Verbindung mit der Nierenschwäche auftritt, müssen auch etwaige Symptome dahingehend beobachtet werden, die bezeichnend für Nierenerkrankungen sind.

Das sind etwa Hautblässe, Magen-Darm-Beschwerden sowie auch Ikterus. Die renale Anämie im Rahmen der Nierenerkrankung auftritt, wird sie erst recht spät bemerkt, da die Erkrankung der Nieren mitunter für ähnliche bzw. vergleichbare Symptome sorgt. Lässt der Betroffene die renale Anämie nicht behandeln, kann eine langfristige geistige sowie physische Leistungsminderung eintreten; die Lebenserwartung wird in weiterer Folge drastisch verkürzt. Unbehandelt ist die renale Anämie eine lebensbedrohliche Erkrankung, die im Rahmen der Niereninsuffizienz auftritt.

Diagnose

Der Mediziner stellt die Diagnose im Rahmen einer Analyse des Blutbildes. Bei der Analyse wird vorwiegend auf die Hämoglobin- bzw. Hämatokritwerte sowie auf die Anzahl der Blutzellen geachtet. Stellt der Mediziner einen verminderten Wert der Hämatokritwerte bzw. der Blutkörperchen fest, muss er von einer renalen Anämie ausgehen. Da die Symptome der renalen Anämie mit den Beschwerden der Niereninsuffizienz vergleichbar sind, wird die renale Anämie oftmals erst im späteren Krankheitsverlauf diagnostiziert.

Behandlung und Therapie

Die Therapie erfolgt medikamentös. Liegt ein Erythropoetinmangel vor, der eine renale Anämie verursacht hat, wird ein gentechnisch synthetiertes Erythropoetin, im Rahmen einer Injektion, verabreicht. Dieses Verfahren nennt sich unter anderem Erythropoetinsubstitution bzw. EPO-Therapie. Durch diese Erythropoetinsubstitution kann der Hormonmangel ausgeglichen werden. In weiterer Folge wird die Blutbildung stimuliert, sodass eine weitere Eisenaufnahme notwendig ist. Nur wenn der Betroffene genügend Eisen zu sich nimmt, kann die Erythropoese gebildet werden.

Jener Eisenbedarf wird mittels speziellen Ernährungsplans gedeckt. Die Eisenaufnahme erfolgt jedoch nicht mittels Tabletten, sondern wird intravenös verabreicht. Dies deshalb, weil viele Patienten über Übelkeit sowie Verdauungsstörungen klagten, wenn sie - im Rahmen der renalen Anämie-Behandlung - mit Eisentabletten behandelt wurden. Die parenterale Eisentherapie (intravenöse Verabreichung) mindert etwaige Nebenwirkungen und führt zum gewünschten Erfolg.

Durch die Erythropoetinsubstitution ist es möglich, dass Bluttransfusionen verhindert werden können. Schlussendlich bringen Bluttransfusionen immer ein gewisses Risiko mit sich (Viruserkrankungen, das Immunsystem reagiert "zu stark", die körpereigene Bildung der Erythrozyten wird gehemmt, usw.) bzw. sollten, sofern sie sich vermeiden lassen, nicht durchgeführt werden. Liegt noch keine Dialysepflicht vor, kann mitunter auch das Risiko von etwaigen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Apparates gemindert bzw. deutlich reduziert werden.

Im Regelfall ist nach der Behandlung eine Verbesserung der Erkrankung zu erkennen. Schlussendlich hängt der Verlauf bzw. der Behandlungserfolg auch davon ab, in welchem Stadium die renale Anämie festgestellt wurde bzw. in welchem Stadium sich die Nierenschwäche befindet.

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Vorbeugung

Vorwiegend kann eine renale Anämie nur im Rahmen der Vorbeugung der Niereninsuffizienz verhindert werden. Dies deshalb, weil die renale Anämie nur in Verbindung mit einer Nierenschwäche bzw. Nierenschädigung eintritt. Somit müssen etwaige Krankheiten frühzeitig behandelt werden (darunter zählen etwa Diabetes sowie alle anderen entzündlichen Nierenerkrankungen), damit keine renale Anämie - im Laufe des Krankheitsverlaufs - auftreten kann.

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