Reimplantation

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. September 2016
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Von einer Reimplantation ist die Rede, wenn ein durch einen Unfall verlorener Zahn wieder zurück in sein Zahnfach versetzt wird. Das Verfahren dient aber ebenso zum Wiederanfügen von Gliedmaßen und Gewebe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Reimplantation?

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Der Begriff Reimplantation ist aus dem Lateinischen entlehnt und bedeutet übersetzt „Wiedereinpflanzen“. Mediziner verwenden nicht selten zudem die Bezeichnung Replantation. Gemeint ist damit das Wiederanfügen von Zähnen, Gewebeteilen und Gliedmaßen, deren Durchblutung durch das partielle oder vollständige Abtrennen vom restlichen Körper aufgehoben wurde.

Zur Anwendung kommen bei dem Verfahren mikrochirurgische Operationsmethoden, mit denen Blutgefäße und Nerven wieder miteinander verbunden werden.

Anwendung und Funktion

In den meisten Fällen findet eine Reimplantation in der Zahnmedizin statt. Dabei wird ein Zahn behandelt, der infolge eines Unfalls komplett verloren ging und sich deshalb nicht mehr in seinem Zahnfach befindet.

In früheren Jahren war es zudem üblich, Zähne, die sich nicht auf konventionelle Weise einer Wurzelbehandlung unterziehen ließen, zu entfernen und die Therapie außerhalb des Mundraums vorzunehmen. Im Anschluss daran setzte der Zahnarzt den wurzelbehandelten Zahn wieder ein. In der heutigen Zeit ist diese Methode jedoch aufgrund der fortgeschrittenen Endodontie sowie verbesserten Operationstechniken bei der Wurzelspitzenresektion nicht mehr erforderlich.

Eine Reimplantation lässt sich aber auch an abgetrennten Köperteilen wie Armen, Beinen, Händen und Füßen durchführen, was in der Regel als Notfallbehandlung nach einem schweren Unfall stattfindet. Trotz einer positiv verlaufenen Replantation sind im Anschluss Funktionsprobleme der behandelten Gliedmaße möglich.

Damit die Operation einen erfolgreichen Verlauf nehmen kann, muss sie unbedingt zeitnah erfolgen. Im Mittelpunkt der Behandlung steht das Ziel, die abgetrennte Körperstelle wieder in ihre Ausgangsposition zurückzubringen, was auch für verlorengegangene Zähne gilt. An den Zähnen sind die Erfolgschancen einer Reimplantation am größten. Darüber hinaus ist es möglich, abgetrennte Fingernägel oder sogar einen Penis wieder anzufügen.

Ebenfalls zum Gebiet der Reimplantation zählt das Wiedereinsetzen von verlagerten Organen. Ein solches Vorgehen findet zumeist an den Nebenschilddrüsen statt. Diese entnimmt der Arzt während eines chirurgischen Eingriffs an der Schilddrüse, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Später werden die Organe wieder in ihre Ausgangsposition zurückversetzt.

Ebenfalls zu den Reimplantationsverfahren gehört das Wiedereinpflanzen von weiblichem Eierstockgewebe. Die Methode wird im Rahmen einer Krebsbehandlung bei einem Kinderwunsch der Patientin vorgenommen. Im Anschluss an seine Entfernung wird das Gewebe zeitweilig eingefroren. Nach erfolgreich verlaufendem Ende der Krebstherapie lässt sich das Gewebe dann wieder in den Körper reimplantieren. Auf diese Weise erblickten bereits einige Kinder das Licht der Welt.

Zu den Einsatzgebieten der Reimplantation zählt ferner die Gefäßchirurgie. Im Rahmen von Herzoperationen werden beispielsweise Herzkranzgefäße replantiert. Sogar die Reimplantation von Schädelabschnitten lässt sich durchführen, was nach einem Unfall oder operativen Eingriff notwendig sein kann.

Was muss der Patient beachten?

Damit eine Reimplantation erfolgreich verläuft, ist es im Vorfeld wichtig, die abgetrennte Körperstelle kühl und keimfrei aufzubewahren und zu transportieren. Je kürzer die Abtrennung zwischen Körperteil und Körper verläuft, desto besser sind die Heilungschancen.

Dies gilt auch für ausgeschlagene Zähne, die möglichst rasch wieder reimplantiert werden sollten. Für abgetrennte Zähne steht mittlerweile eine spezielle Zahnrettungsbox zur Verfügung. Darin lässt sich der Zahn in einer geeigneten Nährstofflösung aufbewahren.

Allerdings kann im Notfall nicht immer auf eine Zahnrettungsbox zurückgegriffen werden. In solchen Fällen besteht die Option, den betroffenen Zahn in kalter H-Milch zu lagern. So ist die H-Milch aufgrund ihres ausgeprägten Erhitzungsverfahrens steril genug. Nicht ratsam ist dagegen das Lagern des Zahns in Wasser oder einem Taschentuch. Ferner darf der Zahn nur an seinem Oberteil berührt werden.

Handelt es sich um ein abgetrenntes Körperteil wie Hand oder Fuß, wird dieses in eine keimfreie Kompresse eingewickelt. Wichtig ist zudem die Kühlung in einem Beutel oder Gefäß mit Eiswasser. Die abgetrennte Körperstelle darf das Eis jedoch nicht berühren, um Schäden zu verhindern.

Für das Gelingen der Reimplantation ist eine rasche und fachgerechte Durchführung des Eingriffs erforderlich. Wichtige Faktoren sind außerdem das Lebensalter der betroffenen Person, der Zustand des Reimplantats sowie eventuelle Vorerkrankungen. Wurde der Körperbereich auf glatte Weise abgetrennt, gelten die Aussichten als erfolgversprechender, als wenn Quetschungen oder andere Schäden vorliegen.

Ablauf und Durchführung

Die Art der Reimplantation richtet sich nach dem jeweiligen Körperteil, das es zu operieren gilt. Bei der Replantation eines Zahns bedarf es in der Regel einer Wurzelkanalbehandlung. Grund dafür ist die Zerstörung der versorgenden Zahngefäße, die durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Wurzelbehandlung lässt sich entweder vor der Reimplantation oder danach durchführen.

Bevor der Zahn wieder ins Zahnfach zurückversetzt wird, nimmt der Zahnarzt eine Spülung mit einer physiologischen Kochsalzlösung vor. Durch das Ausüben von Druck mit dem Finger bringt ihn der Zahnmediziner anschließend wieder in das Zahnfach zurück. Im Falle von Weichteilverletzungen ist es meist erforderlich, diese zu vernähen.

Mithilfe von Röntgenaufnahmen kann der Zahnarzt die Lage des Zahns überprüfen. Damit sich die Wundstelle nicht entzündet, erhält der Patient begleitend Antibiotika. Zur Fixierung der Position wird der Zahn einige Tage lang mit den Nachbarzähnen geschient. Verläuft der Heilungsprozess erfolgreich, kann der Zahn noch einige Jahre erhalten bleiben.

Bei abgetrennten Armen, Beinen, Händen oder Füßen lässt sich eine Reimplantation verhältnismäßig einfach durchführen, sofern ein glatter Schnitt vorliegt. Die wichtigste Therapiemaßnahme bildet die Wiederherstellung der Durchblutung. So kann die Funktionstüchtigkeit des Körperteils nur bei einwandfrei funktionierender Durchblutung gewährleistet werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die gründliche Desinfektion von Gliedmaße und Stumpf. Muskeln, Nerven und Gefäße vernäht der Operateur durch mikrochirurgische Methoden.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für eine Reimplantation werden normalerweise von den Krankenkassen getragen. So handelt es sich bei ihr um eine medizinisch notwendige Behandlungsmaßnahme.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Eine Reimplantation ist nicht frei von Risiken. So besteht die Gefahr von Blutgerinnseln, Nachblutungen sowie Infektionen durch Viren oder Bakterien. Außerdem sind langfristige Probleme wie Fehlstellungen oder Einschränkungen der Bewegung an der operierten Gliedmaße denkbar. Gelegentlich zeigen sich auch Taubheitsgefühle, Verwachsungen des Narbengewebes, Sehnenrisse oder Gelenkversteifungen.

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