Raucherhusten mit Auswurf

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Raucherhusten mit Auswurf gehört zu den Leitsymptomen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Hervorgerufen werden die Beschwerden durch den übermäßigen Konsum von Zigaretten. Dabei kommt es zu einer langsamen, aber nicht heilbaren Zerstörung des Lungengewebes. Besonders intensiv verlaufen die Symptome in den Morgenstunden nach dem Aufstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Raucherhusten mit Auswurf?

Raucherhusten mit Auswurf gilt als typisches Merkmal der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, die auch als COPD bekannt ist. COPD ist die englische Abkürzung für chronic obstructive pulmonary disease. Der Begriff dient als Sammelbezeichnung für verschiedene Lungenkrankheiten, die mit Husten, Auswurf und Atemnot einhergehen. Dazu gehören vor allem die chronisch obstruktive Bronchitis sowie das Lungenemphysem.

In der Umgangssprache wird COPD auch als Raucherhusten oder Raucherlunge bezeichnet. Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland 3 bis 5 Millionen Bundesbürger unter COPD und damit meist auch unter Raucherhusten und Auswurf. Unter Auswurf oder Sputum wird Hustenschleim verstanden, der sich mit Speichel vermengt und aus den Atemwegen ausgespuckt wird. Das Sekret entsteht innerhalb der Bronchien und der Luftröhre (Trachea). Im Normalfall ist der Auswurf gelb, während er bei bakteriellen Infektionen eine grün-gelbliche Färbung annimmt. Ebenso möglich ist eine bräunliche Verfärbung. Zusammen mit Auswurf und Husten zeigt sich zudem Atemnot. Ohne eine Behandlung dieser Symptome drohen schwere chronische Atemwegserkrankungen und Schäden an der Lunge, die sich nicht mehr beheben lassen.

Durch Rauchen kommt es zu Schädigungen der Lunge und der Atemwege. Dieses führt zu Husten mit Auswurf, welcher ärztlich untersucht werden sollte.

Ursachen

Verursacht werden sowohl der Raucherhusten als auch der Auswurf durch das Rauchen. Grund für die Schädigungen von Atemwegen und Lunge ist der über Jahre anhaltende Konsum von Tabakwaren wie Zigaretten und Zigarren. Ebenso gefährlich wie aktives Rauchen kann aber auch Passivrauchen sein. Zunächst wird durch den permanenten Tabakkonsum eine simple chronische Bronchitis hervorgerufen. Sie gilt als Vorstufe zur COPD. Beenden die Raucher während der chronischen Bronchitis ihren Tabakkonsum, entfällt die Ursache der Atemwegsreizung und die Beschwerden gehen nach einigen Wochen wieder zurück.

Hält die Belastung der Atemwege jedoch dauerhaft an, besteht die Gefahr, dass sich aus der chronischen Bronchitis eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung entwickelt. Dabei treten Schäden an der Schleimhaut der Lungenbläschen (Alveolen) auf. Dies führt zunehmend zu einer Instabilität der Alveolen beim Ausatmen, die in sich zusammenfallen. Die Bronchialschleimhaut, die sich entzündet hat, schwillt an, was wiederum eine Verengung der Atemwege bewirkt. Durch jede weitere Zigarette wird das Risiko erhöht, dass es zu einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung kommt.

Ansteckungsgefahr besteht durch die COPD jedoch nicht. Zu Beginn der COPD leidet der Patient lediglich unter leichtem Husten. Im weiteren Verlauf nimmt die Intensität der Beschwerden allerdings zu und der Husten erfolgt ausgeprägter sowie in geringeren Zeitabständen. Der starke Raucherhusten macht sich besonders am Morgen bemerkbar. Neben Husten und Auswurf kommt es außerdem oftmals zu Geräuschen beim Ausatmen und Kurzatmigkeit. Die Atemnot gilt als wichtiger Hinweis auf eine COPD, da sie bei einer chronischen Bronchitis kaum zu verzeichnen ist. Besonders bei körperlichen Belastungen leiden die Betroffenen unter Luftmangel.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei Raucherhusten mit einem Auswurf sollte grundsätzlich ein Arzt konsultiert werden. Die Beschwerden gelten medizinisch als besorgniserregend und sind von einem Fachmann abzuklären. Nehmen die Beschwerden an Häufigkeit oder Intensität zu, ist ein Arztbesuch notwendig. Es liegt eine Erkrankung vor, die untersucht und behandelt werden sollte. Ein Raucherhusten mit Auswurf ist ein Hinweis auf eine Beschädigung der Atemwege sowie der Lunge. Ohne eine Behandlung kommt es im weiteren Verlauf zu Einschränkungen der Atemtätigkeit.

Der Raucherhusten mit Auswurf ist auch von einem Arzt abzuklären, wenn er über den Tagesverlauf abnimmt. Ein sporadisches Auftreten nach einem vermehrten Tabakkonsum ist aus medizinischer Sicht ebenso einem Arzt vorzustellen, wie ein sehr seltenes Vorkommen der Beschwerden. Änderungen der Konsistenz des Auswurfes müssen von einem Arzt untersucht werden. Ein blutiger Auswurf kann auf einen lebensbedrohlichen Zustand hinweisen. Treten weitere Symptome auf, ist ein Arztbesuch notwendig. Zu ihnen zählen die Veränderung des Geschmacksempfindens, Verringerung der Libido, ein Gewichtsverlust oder emotionale Probleme. Kann der Betroffene seinen Tabakkonsum nicht mehr selbstbestimmt regulieren, sollte er die Rücksprache mit einem Arzt suchen.

Diagnose und Verlauf

Besteht Verdacht auf eine COPD, beginnt der Arzt seine Diagnose mit der Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten. Bei Raucherhusten mit Auswurf ist für ihn besonders dessen Zigarettenkonsum von Interesse. Um das Voranschreiten der Erkrankung zu überprüfen und eventuelle andere Erkrankungen auszuschließen, nimmt der Arzt eine körperliche Untersuchung vor. Weiterhin können Laboruntersuchungen des Bluts sowie eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomographie (CT) der Lunge erfolgen. Sinnvoll ist zudem eine genaue Untersuchung durch einen Lungenfacharzt.

Als beste Methode zum Nachweis einer chronisch obstruktiven Bronchitis gilt die Lungenfunktionsdiagnostik, auch Spirometrie genannt. Dabei wird die Atmung des Patienten aufgezeichnet und gemessen. Der Arzt erkennt mithilfe dieser Methode das Fassungsvermögen der Lunge, den Widerstand der Atemwege durch die verengten Bronchien sowie die erforderliche Kraft zum Ausatmen der Luft aus der Lunge. Handelt es sich lediglich um eine simple chronische Bronchitis, ergeben sich aus der Spirometrie normalerweise keine ungewöhnlichen Veränderungen. Liegt jedoch eine COPD vor, sind ausgeprägte Anzeichen einer Verengung zu erkennen.

Der Verlauf von Raucherhusten mit Auswurf ist in der Regel chronisch. So nehmen die Betroffenen die Symptome meist auf die leichte Schulter und setzen ihren Tabakkonsum fort, sodass die Krankheit voranschreiten kann und eine COPD entsteht.

Komplikationen

Raucherhusten, der anfänglich nur sporadisch auftritt, kann, wenn er unbehandelt bleibt, chronisch werden. Im Bereich der oberen Atemwege kann sich zäher Schleim ansammeln, der nur schwer abzuhusten ist. Durch die permanente Reizung des Rachens steigt das Risiko für Infektionskrankheiten im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Das Fassungsvermögen der Lunge bei einem erwachsenen Menschen entspricht durchschnittlich fünf bis sechs Liter. Im Ruhezustand wird davon etwa 0,5 Liter benötigt. Gesunde Erwachsene haben also ausreichend Reserve. Deshalb kann sich die Funktionstüchtigkeit der Lunge über Jahre hinweg unbemerkt verschlechtern. Diese Komplikation tritt besonders häufig auf, wenn sich aus einem Raucherhusten COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) entwickelt. Nach längerer Dauer der Erkrankung treten bei COPD-Patienten noch eine Reihe weiterer Komplikationen hinzu. Besonders häufig sind wiederkehrende Infekte im Bereich der Bronchien sowie Lungenentzündungen. Die reduzierte Lungenkapazität kann darüber hinaus zu Kurzatmigkeit führen und das Allgemeinbefinden des Betroffenen stark beeinträchtigen. Sportliche Aktivitäten sind dann nicht oder nur mehr sehr eingeschränkt möglich. Zudem wird der Auswurf oft zunehmend zäher und kann ohne medikamentöse Hilfe nicht mehr abgehustet werden.

Behandlung und Therapie

Werden Raucherhusten und Auswurf von einer COPD verursacht, muss eine lebenslange Behandlung erfolgen. Eine komplette Heilung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist nicht möglich, allerdings lassen sich die Beschwerden lindern und die Krankheit kann aufgehalten werden. Zu den wichtigsten Therapiezielen gehören das Verringern der Hustenanfälle, eine Verbesserung der Lungenfunktionen, das Vorbeugen von Komplikationen wie Herzerkrankungen oder einem Lungenemphysem sowie das Reduzieren der Sterblichkeitsrate.

Um der Therapie zum Erfolg zu verhelfen, muss der Patient jedoch auf jeglichen Tabakkonsum verzichten. Gegen Entzündungen und Reizzustände kann die Gabe von Antibiotika sinnvoll sein. Unterstützende Sauerstoffbehandlungen verbessern die Sauerstoffversorgung des Organismus und damit auch die Lebensqualität des Patienten. Linderung lässt sich außerdem durch eine spezielle Atemphysiotherapie erreichen.

Durch dieses Verfahren erlernt der Patient hilfreiche Atemtechniken und wie er seine Körperhaltung verbessern kann. Um das Abhusten des Auswurfs zu erleichtern, kommen sogenannte PEP-Geräte zum Einsatz, die Ausatemdruck erzeugen.



Vorbeugung

Die beste Möglichkeit, Raucherhusten und Auswurf vorzubeugen, ist der vollständige Verzicht auf Tabakwaren wie Zigaretten oder Zigarren. Auf diese Weise lässt sich weiteren Schädigungen der Lunge entgegenwirken.

Bücher über Rauchen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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