RS-Virus-Infektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. April 2015
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Vor allem während den Herbst- und Wintermonaten sind Kinder immer wieder erkältet. Klagt das erkrankte Kind jedoch über eine Atemnot bzw. bemerken die Eltern eine deutliche Abgeschlagenheit, kann eine RS-Virus-Infektion nicht mehr ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund sollte, wenn die ersten Anzeichen einer derartigen Infektion bestehen, ein Kinderarzt aufgesucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine RS-Virus-Infektion?

Das RS-Virus - Respiratory Syncytial Virus - tritt vorwiegend bei Babys und Kleinkindern auf. Der Virus wird mittels Schmier- oder Tröpfcheninfektion verbreitet und kann Atemwegs- sowie auch Erkältungsbeschwerden auslösen. Jene Beschwerden äußern sich vorwiegend durch Schnupfen, Husten und sehr hohem Fieber. Der Virus breitet sich mitunter auch auf die Bronchien des Kindes aus, sodass im weiteren Verlauf eine Bronchitis sowie eine Lungenentzündung entstehen.

In einigen Fällen tritt auch eine Bronchiolitis ein. Bei einer Bronchiolitis schwellen die Schleimhäute der Bronchien an, sodass das Kind von massiven Atemwegsbeschwerden betroffen ist. Ein weiteres Anzeichen der Atemnot ist eine oberflächliche und sehr schnelle Atmung. Ebenfalls kann, auf Grund der ungenügenden Sauerstoffsättigung, eine Blaufärbung der Fingernägel und Lippen beobachtet werden.

Vorwiegend tritt die RS-Virus-Infektion während den Wintermonaten auf; auch im Frühjahr ist das Risiko einer derartigen Infektion erhöht. Ältere Kinder oder auch erwachsene Personen können ebenfalls mit dem RS-Virus infiziert werden; die Beschwerden sind jedoch deutlich geringer und - im Vergleich zu Kleinkindern und Babys - wenig stark ausgeprägt.

Ursachen

Die RS-Virus-Infektion wird - wie der Name schon sagt - durch Viren ausgelöst. Jene verbreiten sich vorwiegend zwischen den Monaten September/Oktober bis März/April. Der Virus wird mittels Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch. Das Problem der RS-Virus-Infektion ist, dass die ersten Anzeichen der Erkrankung relativ spät auftreten. Das bedeutet, dass jede Kontaktperson eines Babys oder Kleinkindes, mitunter zum unwissenden Überträger der RS-Virus-Infektion werden kann.

Zwischen der Ansteckung mit dem RS-Virus und dem tatsächlich Ausbruch, können mitunter zwei bzw. sogar acht bis zehn Tage liegen. Da vor allem Babys und Kinder ein geschwächtes Immunsystem haben bzw. nach Erkältungen anfälliger für Krankheiten sind, zählen diese zu den Risikogruppen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der RS-Virus-Infektion:

Die RS-Virus-Infektion macht sich vorwiegend durch einen Schnupfen, hohes Fieber und starken Husten bemerkbar. Im weiteren Verlauf treten Atembeschwerden bzw. Atemnot sowie krankhafte Atemgeräusche und eine Blaufärbung der Schleimhäute, Fingernägel und Lippen auf (Zyanose). Das RS-Virus ist vor allem für Babys und Kleinkinder gefährlich. Aus diesem Grund sollten Eltern, wenn sie bemerken, dass ihr Kind einen Schnupfen hat, der mitunter mit Atemproblem in Einklang steht, sofort ihren Kinderarzt aufsuchen.

Vor allem dann, wenn das erkrankte Kind auch wenig trinkt bzw. besonders abgeschlagen wirkt. Im weiteren Krankheitsverlauf treten weitere Infektionen auf (Bronchitis, Lungenentzündung, Bronchiolitis), die durch Bakterien verursacht werden und sogar das Leben des erkrankten Kindes gefährden. Mittels Magensonde ist es möglich, dass eine Dehydration (das Kind trocknet aus) vorgebeugt werden kann. Mit der Magensonde kann das erkrankte Kind auch mit den notwendigen Nährstoffen versorgt werden.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Liegt eine RS-Virus-Infektion vor, muss überprüft werden, wie stark die Atemwege eingeschränkt sind. Liegt eine starke Beeinträchtigung der Atmung vor, muss das Kind in ein Spital eingeliefert werden. Im Rahmen der stationären Aufnahme, wird die Atmung des Kindes permanent überwacht.

Behandlung und Therapie

Vorwiegend werden die Symptome des Kindes behandelt. Liegt eine schwache Form der RS-Virus-Infektion bzw. liegen keine stark ausgeprägten Symptome vor, verabreicht der Mediziner Medikamente, welche die Bronchien erweitern. Ebenfalls werden Medikamente zur Verflüssigung des bereits gesammelten Schleims in den Atemwegen verabreicht. Auch ein Nasenspray kann dabei helfen, die Symptome - in Form eines Schnupfens oder einer beeinträchtigten Atmung - zu lindern.

Eine weitere Möglichkeit ist das Inhalieren mit einer Kochsalzlösung. Bei Babys oder Kleinkindern muss jedoch Vorsicht geboten sein; das Inhalieren darf nur unter einer Aufsicht erfolgen. Das Kind muss während der Erkrankung viel Flüssigkeit aufnehmen. Eine komplett flache Lagerung muss vermieden werden; das Kind sollte daher einen Kissen im Rückenbereich haben, damit es nicht flach schläft.

Babys, die noch keine sechs Monate alt sind, werden im Regelfall stationär im Krankenhaus aufgenommen. Dies deshalb, weil hier - auf Grund der stark ausgeprägten Symptome - eine permanente Überwachung erfolgen muss. Im Krankenhaus erhalten die Erkrankten Sauerstoff und können im Ernstfall auch künstlich beatmet werden. Antibiotika wird nur dann verordnet, wenn weitere Infektionen (ausgelöst durch Bakterien) aufgetreten sind. Der RS-Virus ist hingegen resistent gegen jede Form von Antibiotika, da Antibiotika nur gegen bakterielle Infektionskrankheiten wirksam sind.

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Vorbeugung

Eine Impfung gegen den RS-Virus gibt es nur für jene Kinder, welche zu speziellen Risikogruppen gehören. Aus Kostengründen steht der Impfstoff nicht der gesamten Bevölkerung zur Verfügung. Die Impfung muss monatlich wiederholt werden; die Kosten für eine derartige Immunisierung sind sehr hoch. Wichtig ist, dass - damit die RS-Virus-Infektion vorgebeugt werden kann - viel Wert auf Hygiene gelegt wird (Händewaschen, etc.).

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