Römische Kamille

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Juni 2016
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Die Römische Kamille bildet eine Variante der Kamillenpflanze. Ebenso wie die Echte Kamille lässt sich auch die Römische Kamille vielfältig zu Heilzwecken nutzen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Bei der Römischen Kamille (Chamaemelum nobile) handelt es sich um eine Angehörige der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Neben der Echten Kamille gehört sie zu den bedeutendsten Kamillenkräutern und kommt ebenfalls als Heilpflanze zur Anwendung. Während sich in Deutschland die Echte Kamille großer Beliebtheit erfreut, wird die Römische Kamille eher in Großbritannien und Frankreich geschätzt. Die Römische Kamille besteht aus zwei Subtypen. Dies sind die gefüllte sowie die ungefüllte Römische Kamille. Ebenfalls die Bezeichnung Römische Kamille trägt das Mutterkraut (Tanacetum parthenium). Dabei handelt es sich jedoch um eine andere Pflanze.

Vorkommen und Anbau

Römische Kamille wirkt wie die Echte Kamille gegen Entzündungen des Mund- und Rachenraums, Stress, Durchfall und Hautunreinheiten.

Ihren Ursprung hat die Römische Kamille in Nordafrika. In der heutigen Zeit kommt sie vor allem in den verschiedenen Mittelmeerländern sowie im Westen Europas vor. In der Natur siedelt sie sich jedoch nur selten an. So gedeiht sie eher als Kultur in Gärten oder Siedlungen. Am häufigsten ist die Römische Kamille an Gebüschen und Grasfluren zu finden. Die Römische Kamille zählt zu den krautigen ausdauernden Pflanzen und verströmt einen aromatischen Duft. Die Wuchshöhe der Pflanze schwankt zwischen 10 und 35 Zentimetern. Ihr Wachstum verläuft dichtbuschig. Die Blätter der Römischen Kamille verfügen über einen länglichen Umriss. Außerdem sind sie mehrfach federschnittig.

In den Monaten Juli bis Oktober zeigen sich die weißen Blüten der Pflanze, deren Inneres eine gelbe Färbung aufweist. Der Durchmesser der Blüten liegt bei rund 2 Zentimetern. Die gefüllte Römische Kamille fällt etwas kleiner aus als die ungefüllte Variante. Da die Römische Kamille als pflegeleicht gilt, ist ihr Anbau nicht weiter schwierig. Während die ungefüllte Kamille im Frühling mit einem Abstand von 45 Zentimetern ausgesät wird, vermehrt sich die gefüllte Variante vegetativ. Ihre Auspflanzung erfolgt entweder im März oder im September.

Anwendung und Wirkung

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Römischen Kamille gehören ätherische Öle, Flavoglykoside, Bitterstoffe, Azulen, Angelikasäure-Ester, Chamazulen sowie Polyacetylene. Weitere Substanzen der Pflanze sind Antheocotulid, Nobilin, Isobuttersäure, Pinocarvon und Harz. Die Gewinnung des wertvollen ätherischen Öls erfolgt durch Wasserdampfdestillation.

Die Anwendung der Römischen Kamille ähnelt der Echten Kamille und erfolgt sowohl innerlich als auch äußerlich. Besonders bewährt hat sich die Einnahme des Kamillentees. Für dessen Zubereitung werden 1 bis 2 Teelöffel mit frischen oder getrockneten Kamillenblüten mit 250 Milliliter abgekochtem Wasser übergossen. Die Ziehdauer des Tees beträgt 10 Minuten. Im Anschluss an das Abseihen lassen sich pro Tag 2 bis 3 Tassen von dem Römischen Kamillentee einnehmen. Dabei sollte er eine lauwarme Temperatur haben. Die empfohlene Anwendungsdauer liegt bei 3 Wochen. Der Tee ist auch zum Gurgeln oder Spülen geeignet, um Entzündungen im Mund- oder Rachenraum zu behandeln.

Die äußerliche Anwendung der Römischen Kamille erfolgt in Form von Umschlägen. So gelten Blüten und Blätter als Umschläge dargereicht als hilfreich bei der Heilung von Wunden. Weitere bewährte Darreichungsformen sind Sitzbäder bei Hautbeschwerden, Einreibungen bei Magen- und Darmleiden, Gesichtsdampfbäder zur Pflege der Haut, Inhalationen bei Erkrankungen der Atemwege sowie Cremes oder Salben gegen Hautleiden. Zum Einsatz kommt die Römische Kamille zudem im Rahmen der Homöopathie zur Behandlung von nervöser Anspannung und der Aromatherapie bei Stress.

Wogegen hilft die Römische Kamille?

Bedeutung für die Gesundheit

Die einzige Beziehung zu Rom oder den alten Römern ist der Name der Römischen Kamille. Die Pflanze war bereits den alten Ägyptern bekannt, die sie ihrem Sonnengott Ra widmeten. Die europäische Volksheilkunde entdeckte die heilenden Eigenschaften der Pflanze. Dokumentiert wurde die Römische Kamille ab dem 16. Jahrhundert. Zur Anwendung kam das Heilkraut seinerzeit in erster Linie bei Kindern, um diese zu beruhigen. So wirkt die Römische Kamille entspannend. Außerdem werden von ihr Entzündungen und Parasiten gehemmt. Gleichzeitig hat sie schmerzstillende, entgiftende und blutreinigende Effekte. Ferner wirkt sie sich regenerierend auf die Leber aus.

Als bewährte Indikationen für den Einsatz der Römischen Kamille gelten Magen-Darm-Beschwerden, Verdauungsprobleme, Durchfall, innere Unruhe, Hautprobleme wie unreine Haut, Akne, Ekzeme und Dermatitis. Weitere Anwendungsgebiete sind Erkältungen, Blasenentzündungen, Fieber, Bronchialstau, Herpes, Koliken, Gelbsucht, Fußpilz, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Neuralgie, Pilzinfektionen, Regelschmerzen, Wurmbefall und Zahnschmerzen. Auch gegen Regelschmerzen, Wechseljahresbeschwerden, Schuppenflechte, Seekrankheit und die Reisekrankheit lässt sich die Römische Kamille wirkungsvoll einsetzen.

Die Verwendung der Römischen Kamille findet in westeuropäischen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Belgien ebenso statt wie bei der Echten Kamille. Zur Anwendung kommen dabei die Köpfe der Blüten. Warme Aufgüsse der Pflanze eignen sich außerdem zum Aufhellen von blonden Haaren. So findet die Römische Kamille auch in Shampoos und Schönheitsmasken Verwendung.

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