Pylorus

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Januar 2016
Gesundpedia.deAnatomie Pylorus

Pylorus ist die Bezeichnung für Magenpförtner. Dabei handelt es sich um eine ringförmige glatte Muskulatur zwischen Magenausgang und Zwölffingerdarm.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Als Pylorus wird der Magenpförtner bezeichnet. Der Begriff Pylorus stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Pförtner“ oder „Wächter“. Im Lateinischen wird er zudem Sphincter pylori genannt, was „Schließmuskel“ heißt. Gemeint ist damit eine glatte Muskulatur, die ringförmig angeordnet ist. Sie befindet sich zwischen dem Magenantrum (Antrum pyloricum) und dem Zwölffingerdarm (Duodenum).

So sorgt der Pylorus für die Begrenzung des sauren Magenmilieus gegenüber dem Zwölffingerdarm. Im Ruhezustand ist der Magenpförtner verschlossen. Seine Öffnung findet nur bei bestimmten Bedingungen statt. Der Pylorus ist wichtig für die Regulation des Weitertransports des Speisebreis vom Magen in Richtung Darm.

Anatomie

Der Ansatz des Pylorus beginnt als Ringmuskulatur am distalen Bereich des Magens. Er befindet sich am Magenausgang direkt am Magenkörper, der den Anfangsabschnitt des Magens markiert. Der Antrum pyloricum bildet den Vorraum des Magens. An ihn angeschlossen ist der Pförtnerkanal (Canalis pyloricus). An dessen Ende liegt der Magenpförtner. Auf diese Weise bildet er den Übergang zum Zwölffingerdarm.

Von besonderer Bedeutung ist das Öffnen und Verschließen des Pförtners. Der Verschluss erfolgt an der Öffnung, die sich am Unterende des Magens befindet und Ostium pyloricum genannt wird. Sie führt in Richtung Zwölffingerdarm. Durch die Öffnung kann Flüssigkeit durchtreten. Trifft feste Nahrung ein, kommt es zur Erweiterung des Ostium pyloricum.

Weitere wichtige Bestandteile des Pylorus sind Anteile des vegetativen Nervensystems. Dieses ist auch als autonomes Nervensystem bekannt. Die Komponenten beteiligen sich an der Steuerung von Abläufen, die sich willentlich nicht beeinflussen lassen.

Ebenfalls zum Bereich des Magenpförtners zählen die Pylorisdrüsen (Glandulae pyloricae). Sie verfügen über in die äußere Richtung abgebende (exokrine) Drüsenzellen. Diese stellen ein basisches Sekret her. Es wird jedoch nicht ins Blut weitergegeben.

Darüber hinaus sind nach innen weiterreichende (endokrine) Zellen vorhanden. Sie sorgen für die Abgabe von Hormonen an das Blut. Bei diesen Hormonen handelt es sich um Somatostatin und Gastrin. Während Gastrin Magensäure bildet, fungiert Somatostatin als Gegenspieler, indem es hemmend auf die Herstellung der Säure wirkt.

Funktion

Nach der Verdauung durch den Magen erreicht der Speisebrei dessen Ausgang, was durch peristaltische Bewegungsabläufe geschieht. Zu deren Auslösung kommt es durch die Abgabe eines Reizes an den Nervus vagus. Dieser Nerv befindet sich zwar im Gehirn, hat jedoch keinen Anteil am Versorgen des menschlichen Kopfes.

Innerhalb des parasympathischen Systems stellt er den größten Nerv dar. Das parasympathische System kümmert sich wiederum um beinahe sämtliche Körperdrüsen und Organe.

Die Muskulatur des Magenpförtners sorgt durch rhythmische Kontraktionen für das Entleeren des Magens in kleinen Portionen in Richtung Dünndarm (Intestinum tenue). Dabei kommt es zum sogenannten Pylorusreflex. Dieser bewirkt ein kurzes Öffnen, wodurch kleinere Nahrungsmengen in den Zwölffingerdarm bewegt werden.

Erst am Ende des Verdauungsprozesses können auch größere Portionen in das Duodenum gelangen, wozu es stärkerer Kontraktionen bedarf. Diese Kontraktionen führen wiederum zu weiteren Abläufen, die sich regulierend auf die Verdauung auswirken. Dazu gehören auch Gefühle wie Hunger und Sättigung.

Der Pylorus sorgt zudem dafür, dass der Inhalt des Darms nicht in den Magen zurückfließen kann. Der saure Inhalt des Magens wird durch die basischen Sekrete, die aus den Pylorusdrüsen stammen, neutralisiert. Das Freisetzen der Magensäure erfolgt durch das Hormon Gastrin, das in den G-Zellen entsteht. Die Magensäure hat Auswirkungen auf weitere Verdauungsvorgänge. Dadurch werden die Beweglichkeit von Gallenblase und Dünndarm stimuliert.

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Erkrankungen des Pylorus

Am Magenpförtner können verschiedene Funktionsstörungen auftreten. Dazu gehört in erster Linie die Pylorusstenose, die zu einer Verengung des Pylorus führt, die wiederum einen Verschluss auslöst. Betroffen von einer Verengung des Magenpförtners sind ausschließlich Kinder.

Die nerval bedingten Veränderungen bewirken, dass sich der Magenpförtner nicht mehr öffnen kann. Dies führt zu einem Anstau des Mageninhalts, was wiederum einen Stillstand zur Folge hat. Da sich nun auch die Magensäure verstärkt konzentriert, wird die Magenschleimhaut in Mitleidenschaft gezogen. Infolgedessen besteht das Risiko eines Magengeschwürs.

Eine weitere Störung, die bei Babys auftritt, ist der Pylorospasmus. Dieses Problem ist angeboren und zeigt sich zumeist bei Jungen. Diese leiden unter der Verdickung und Verkrampfung der Pylorusmuskeln. Als Folge davon kommt es zu Störungen bei der Entleerung des Magens, was sich durch Erbrechen bemerkbar macht.

Als Sonderform gilt das seltene Zollinger-Ellison-Syndrom. Dabei kommt es durch die Entstehung von Tumoren im Zwölffingerdarm oder der Bauchspeicheldrüse zu einem Übermaß an Gastrin im Magen. Die Betroffenen leiden deswegen unter Reflux, Bauchschmerzen, Durchfall und blutigem Erbrechen.

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