Psychogene Kopfschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. April 2015
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Kopfschmerzen sind die häufigste ärztliche Diagnose, einen großen Anteil daran haben sogenannte psychogene Kopfschmerzen, auch als Spannungskopfschmerzen bezeichnet. Frauen sind von psychosomatischen Kopfschmerzen durchschnittlich häufiger betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind psychogene Kopfschmerzen?

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Psychogene Kopfschmerzen können durch ein ganzes Ursachenbündel hervorgerufen werden und entstehen durch die Interaktion körperlicher und seelisch-geistiger Prozesse. Durch die meist unbewusste aber ständige psychische Anspannung kommt es zu Mikrokontraktionen von Muskelfaserbündeln, besonders an der glatten Kopfmuskulatur, der gesamte Schädel ist von einer dünnen, glatten Muskelschicht überzogen.

Daueranspannung führt dann zu nervalen Irritationen und in der Folge zu psychosomatischen Kopfschmerzen unterschiedlicher Ausprägung und Lokalisation. Psychisch induzierte Cephalgien können auch migräniform ausgeprägt sein.

Ursachen

Psychogener Kopfschmerz wird auch Stresskopfschmerz oder Muskelverspannungskopfschmerz bezeichnet. Damit ist bereits viel über die möglichen Ursachen ausgesagt. Jeder Mensch verarbeitet Stress und Reizüberflutung anders, die psychogene Cephalgie ist tiefenpsychologisch nichts anderes als ein somatisches Ventil für nicht verarbeitete innere Konflikte. Die Patienten sind sich diesen tief sitzenden psychischen Konflikten nicht immer bewusst.

Wenn, wie in den meisten Fällen, keine therapeutische Aufarbeitung erfolgt, können Spannungskopfschmerzen sehr schnell zu einem dauerhaften Problem werden. Viele oft verzweifelte Versuche der Selbstmedikation scheitern letztendlich. Neben den Verspannungen der cranialen Muskulatur spielt bei der Entstehung von psychogenen Kopfschmerzen auch die Hals- und Nackenmuskulatur eine Rolle.

Außerdem können akute seelische Traumata als starke Belastung, sowie Depressionen, Angststörungen oder Schlafmangel einen Spannungskopfschmerz hervorrufen. Eine Sonderform des psychogenen Kopfschmerzes ist die medikamenteninduzierte Cephalgie. Hier haben sich die Schmerz- und Verspannungszustände aufgrund jahrelangen Schmerzmittelmissbrauchs verselbstständigt. In diesen Fällen ist eine adäquate Behandlung besonders schwierig und aufwendig.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von psychogenen Kopfschmerzen:

Spannungskopfschmerzen verlaufen besonders als migräniforme Cephalgie häufig chronisch. Denn auch wenn die Diagnose korrekt gestellt wurde, ist es für den einzelnen Patienten mitunter nicht einfach, das auf ihn zugeschnittene multimodale Therapiekonzept zu finden. Psychogene Cephalgien treten meist beidseitig auf und sind von mittlerer Intensität. Die Schmerzen sind also zwar auszuhalten, dennoch aufgrund des chronisch-dumpfen Charakters eine zunehmende Belastung, welche die Lebensqualität der Betroffenen mitunter stark einschränken kann.

Psychische Kopfschmerzen werden oft als ziehend, drückend, nicht jedoch als pulsierend empfunden. Viele Patienten haben das Gefühl, als sei der Kopf in eine Art Klammer eingespannt. Durch körperliche Aktivität werden die Schmerzen wenig oder überhaupt nicht beeinflusst. Die allgemeine Leistungsfähigkeit kann zwar deutlich eingeschränkt, aber nicht nachhaltig behindert sein.

Unbehandelt halten psychogene Kopfschmerzen wenige Stunden bis zu einer Woche an. Jeder Kopfschmerz, der länger als 3 Monate anhält, ist chronisch. Es besteht oft eine vegetative Begleitsymptomatik mit Überempfindlichkeit gegen Licht oder Lärm. Bei migräniformen Verlauf können auch Augenbrennen, Übelkeit und Erbrechen hinzukommen.

Diagnose

Die Diagnose psychogener Kopfschmerz erfordert vom Allgemeinmediziner oder Neurologen eine besondere Sorgfalt. Denn obwohl Kopfschmerzen häufig auftreten, können auch ernste Ursachen wie Tumoren, Entzündungen oder Allgemeinerkrankungen dahinterstecken und sich hinter dem Symptom Kopfschmerz verbergen. Eine ausführliche Anamnese zu den Lebensumständen, Schlafgewohnheiten oder Selbstmedikation reicht bei den meisten Kopfschmerzpatienten für die Verdachtsdiagnose Spannungskopfschmerz bereits aus. Eine endgültige Diagnose sollte aber nur nach weiterer differenzialdiagnostischer Abklärung und einer Ausschlussdiagnostik erfolgen. Diese erstreckt sich von Blut- und Urinuntersuchungen bishin zu bildgebenden und neurologischen Diagnoseverfahren wie zum Beispiel die Computertomographie.

Behandlung & Therapie

Ärzte warnen davon, die Behandlung von psychosomatischen Kopfschmerzen über längere Zeit in eigener Regie durchzuführen. Die Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit sowie von chronischen Beschwerden steigt bei längerer Selbstmedikation deutlich. Bei medikamenteninduzierten Spannungskopfschmerzen ist die Therapie der Wahl ein Medikamententzug unter kontrollierten ambulanten oder stationären Bedingungen.

Selten auftretende oder psychogene Kopfschmerzen mit leichtem Schmerzcharakter können mit nichtsteroidalen Antirheumatika vorübergehend behandelt werden. Es ist dabei zu beachten, dass die tiefer liegenden Ursachen der Erkrankung durch die Einnahme von Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure nicht beseitigt werden. Der Körper gewöhnt sich mitunter schnell an diese Substanzklassen, was mit der Zeit immer höhere Dosierungen erfordert, um den Kopfschmerz tagsüber einigermaßen erträglich zu halten.

Kopfschmerz in jeder Form ist immer nur ein Symptom, ein Signal. Gut beeinflusst werden können psychosomatische Kopfschmerzen durch sportliche Aktivitäten an der frischen Luft und das Erlernen von Entspannungsverfahren. Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder psychodynamische Behandlungsverfahren haben sich besonders bewährt. Zur Aufdeckung tief verborgener innerer Konflikte eignen sich das sogenannte Biofeedback oder aufdeckende psychoanalytische Verfahren.

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Vorbeugung

Wer das Warnsignal Kopfschmerz als Frühsymptom nicht dauerhaft ignoriert, kann durch sein eigenes Verhalten viel dazu beitragen, damit eine Chronifizierung von psychogenen Kopfschmerzen unterbleibt. Schmerzmittel sollten ohne ärztlichen Rat nie über einen längeren Zeitraum oder in zu hoher Dosierung eingenommen werden. Eine Selbstbehandlung sollte nur bei leichten Formen erfolgen.

Gesunde Lebensführung mit Genussmittelverzicht, Stressbewältigung und ausreichend Schlaf bildet die Grundlage zur Vorbeugung. Darüber hinaus sollten individuell erkannte Trigger, also beispielsweise bestimmte Nahrungsmittel oder Konflikte in der Familie oder am Arbeitsplatz, ausgeschaltet werden. Bewährt hat sich auch das Führen eines Schmerztagebuchs.

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