Primäre Osteoporose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Die primäre Osteoporose bezeichnet den allmählichen Abbau der Knochen und gehört zu den häufigsten Knochenerkrankungen im Alter. Dabei sind mehr Frauen als Männer betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist primäre Osteoporose?

Die primäre Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenerkrankung. Es gibt eine primäre und sekundäre Form der Osteoporose, wobei die primäre Form mit 95 Prozent überwiegt. Während die sekundäre Osteoporose eine Folge anderer Erkrankungen ist, stellt die primäre Form des Knochenschwundes eine eigenständige Erkrankung dar.

Bis zum vierzigsten Lebensjahr überwiegen Knochen aufbauende Prozesse. Danach baut der Körper ein halbes bis ein Prozent der Knochenmasse pro Jahr natürlicherweise wieder ab. Von Osteoporose sprich man erst, wenn diese Abbaurate überschritten wird.

Ursachen

Die primäre Osteoporose kann drei Ursachen haben. Es gibt die sogenannte idiopathische Osteoporose junger Menschen. Das ist eigentlich noch keine Erkrankung, aber in diesem Fall findet in jungen Jahren ein schwächerer Knochenaufbau statt. Wenn um die Mitte des Lebens die normalen Abbauprozesse beginnen, werden die Knochen dann schneller brüchig infolge Mangel an Substanz.

Zu dreißig Prozent entsteht die Osteoporose nach dem Klimakterium der Frau. Diese Form der primären Osteoporose nennt man postmenopausale Osteoporose. Ab dem siebzigsten Lebensjahr sind auch öfter Männer betroffen.

Allgemeine Ursachen des Knochenabbaus sind Hormonumstellungen, wenig Bewegung und falsche Ernährung. So haben die Geschlechtshormone einen positiven Einfluss auf den Knochenaufbau. Das gilt sowohl für das Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) als auch das Testosteron (männliches Geschlechtshormon).

Nach dem Klimakterium wird nur noch sehr wenig Östrogen produziert. Das erklärt die hohe Zahl von Frauen mit postmenopausaler Osteoporose. Der Testosteronspiegel des Mannes sinkt dagegen nur sehr langsam. Deshalb sind auch viel weniger Männer betroffen.

Der Einfluss der Hormone ist aber eigentlich nicht sehr groß und kann durch ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D gut kompensiert werden. Des Weiteren regt körperliche Bewegung ständig das Knochenwachstum an. Hormonumstellungen im Alter sind natürlich. Daher gelten als Hauptursache der primären Osteoporose ein Mangel an Kalzium, Vitamin D und Bewegung.

Symptome und Verlauf

Bei der primären Osteoporose nimmt die Knochenmasse (Dichte) ab. Die Knochensubstanz wird porös und instabil.

Zu Beginn der Osteoporose treten zunächst keine Symptome auf. Das erste Anzeichen dieser Erkrankung kann ein Knochenbruch ohne erkennbare Ursache sein.

Meist sind Wirbelknochen, aber auch der Oberschenkelhals, das Handgelenk und andere betroffen. Wirbelbrüche äußern sich durch heftige Schmerzen, die oft mit Hexenschuss verwechselt werden.

Als Folge häufiger Wirbelbrüche kommt es zu Größenverlusten von mehreren Zentimetern, zur Ausbildung eines Rundrückens und zur Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn.

Im weiteren Verlauf können Wirbel miteinander verschmelzen und durch den Größenverlust sich sogar Rippenbogen und Becken berühren. Als Folge von Oberschenkelhalsbrüchen treten häufig Lungenembolien und Lungenentzündungen auf.

Die Hauptsymptome einer Osteoporose sind im fortgeschrittenen Stadium jedoch die massiven Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf Osteoporose, wird zunächst eine Anamnese durchgeführt. Dabei werden mit dem Arzt Fragen zur Krankenvorgeschichte, eventuelle Knochenbrüche, medikamentöse Behandlungen und familiäre Risiken erörtert. Danach folgen Bewegungstests. Wichtig ist dann die Bestimmung der Knochendichte. Diese wird meist über die sogenannte DXA-Osteodensitometrie durchgeführt. Auch eine Computertomografie liefert gute Ergebnisse. Ein Röntgenbild zeigt erst Veränderungen an, wenn bereits dreißig Prozent der Knochen abgebaut sind. In einem fortgeschrittenen Stadium sind allerdings auch beim Röntgen die Knochenveränderungen nicht mehr zu übersehen. Die Blutwerte sind bei primärer Osteoporose jedoch unauffällig.

Behandlung

Die Therapie der Osteoporose setzt sich aus verschiedenen Maßnahmen zusammen. Das betrifft die Behandlung der Folgen und der eigentlichen Osteoporose. Besteht ein Knochenbruch, muss dieser natürlich sofort behandelt werden.

Chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen unterliegen einer symptomatischen Therapie. Um den Prozess des Knochenabbaus zu stoppen, wird zunächst auf eine Ernährung mit hohem Kalziumgehalt umgestellt, die viel Milch und Milchprodukte enthält.

Dabei sollten pro Tag mindestens 1000 mg Kalzium zugeführt werden, notfalls durch Ergänzung mit Kalzium-Präparaten. Weiterhin ist auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten. Das kann durch Vitamin D Präparate geschehen.

Da Vitamin D aber auch vom Körper bei Sonneneinstrahlung produziert wird, sollte sich der Patient öfter draußen aufhalten. Um Wirbelbrüche zu vermeiden, werden häufig Bisphosphonate eingesetzt, welche helfen, die Knochendichte etwas zu erhöhen.

Hormonersatztherapien sollten nur in Ausnahmefällen angewendet werden. Nicht zuletzt stellt die körperliche Bewegung eine gute Therapie der Osteoporose dar.



Vorbeugung

Mit der Vorbeugung einer Osteoporose sollte man bereits frühzeitig beginnen, um bis zum vierzigsten Lebensjahr einen guten Knochenstatus aufweisen zu können. Am wichtigsten ist es, auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Die Ernährung sollte ausreichend Kalzium enthalten. Um das Knochenwachstum anzuregen, ist für viel Bewegung an der frischen Luft zu sorgen. Das verhindert gleichzeitig auch einen Mangel an Vitamin D. Zur Vorbeugung einer Osteoporose ist auch der Verzicht auf Rauchen und Alkohol wichtig.

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