Potenzmittel (Erektionshilfe)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Juni 2016
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Potenzmittel sind Medikamente für den Mann, die die Erektionsfähigkeit des Penis unter bestimmten Umständen wieder herstellen können. Sie funktionieren nur bei biochemisch bedingten Erektionsstörungen, nicht aber bei verletzungsbedingten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Potenzmittel?

Potenzmittel sind für den Mann konzipierte Medikamente, die bei erektiler Dysfunktion die Erektionsfähigkeit des Penis wieder herstellen. Sie werden je nach Präparat Minuten bis Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen, wirksam bleiben sie Stunden bis Tage nach der Einnahme. Gängige Potenzmittel wirken nur bei biochemischer Ursache der erektilen Dysfunktion, bei Verletzungen kommen andere Potenzmittel als die besonders häufig eingesetzte Variante der PDE-5-Hemmer zum Einsatz.

Das Potenzmittel heilt nicht die Ursache der erektilen Dysfunktion, sorgt jedoch nach der Einnahme dafür, dass sich das männliche Glied wieder aufstellen kann. Es hemmt dazu das Enzym PDE-5, das die Erektion abbaut. Im Gegensatz zu diesen gibt es auch pflanzliche oder alternativmedizinischen Potenzmittel, deren Wirksamkeit gegen den verschreibungspflichtigen Präparaten jedoch umstritten ist.

Wirkung und medizinische Anwendung

Die gängigste Art von Potenzmittel ist der PDE-5-Hemmer, da er das am häufigsten vorkommende erektile Problem wirksam behandelt. Normalerweise wird bei psychischer Erregung ein Botenstoff im Körper des Mannes ausgesendet: cGMP. Dieses sorgt dafür, dass sich die Gefäße des Schwellkörpers weiten, die erhöhte Durchblutung kann also letztlich für die Entstehung einer Erektion sorgen. Diese bleibt so lange erhalten, bis entweder die psychische Erregung verschwindet oder bis es zum Geschlechtsverkehr und dem Orgasmus gekommen ist.

Ab jetzt wirkt das Enzym PDE-5 auf das cGMP und sorgt dafür, dass die Gefäße des Schwellkörpers wieder ihren normalen Durchmesser annehmen. Die Durchblutung wird weniger und das Glied erschlafft. Potenzmittel der Gruppe der PDE-5-Hemmer werden wenige Stunden oder Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen und hemmen das PDE-5. Derartige Potenzmittel wirken jedoch nicht in jedem Fall. Bei Verletzungen, die die erektile Funktion beeinträchtigen, muss ein Potenzmittel direkt ins Glied injiziert werden, da es bei oraler Einnahme nicht wirken würde. Je nach Präparat sind der Zeitpunkt der Einnahme und die Wirkungsdauer sehr unterschiedlich.

Formen und Gruppen

Zu den bekanntesten Potenzmitteln der Gruppe der PDE-5-Hemmer gehören Viagra®, Cialis® und Levitra®. Sie funktionieren alle relativ gleich, wirken aber kürzer oder länger und werden anders eingenommen. Cialis® wird etwa auch als "Wochenendpille" bezeichnet, weil es bis zu 72 Stunden nach der Einnahme noch wirkt. Alternativ kommt das neuere Yohimbin in Frage, das über die Blockade der α2-Adrenozeptoren wirkt. In seiner Wirkung gilt es allerdings als wenig zuverlässig und erfolgversprechend.

Für die so genannte Schwellkörperinjektion kommen Viridal® oder Caverject® in Frage, die bei Verletzungen des Glieds und der Nervenbahnen in Frage kommen. Zur Einführung in die Harnröhre wird Alprostadil® (auch: MUSE) angewendet. Außer den medikamentösen Potenzmitteln gibt es noch eine Reihe von Vakuumerektionshilfen, die manuell betrieben ein Vakuum erzeugen und das Glied auf diese Weise aufstellen. Weiterhin kommen Potenzmittel zur äußerlichen Auftragung in Frage, die ebenfalls auf Alprostadil® basieren. Sie bewirken eine Erschlaffung der Muskeln in den Arterien des Schwellkörpers, sodass mehr Blut einströmen und das Glied sich aufstellen kann.

Dosierung

Die üblichen PDE-5-Hemmer sind bereits nach einer Tablette für mehrere Stunden, im Extremfall Cialis® sogar für mehrere Tage wirksam. Eine weitere Tablette sollte und darf nicht eingenommen werden, bis die Wirkung nachlässt. Die Dosierung von Potenzmitteln in Form von Salben und Injektionen oder Präparaten zur Einführung in die Harnröhre ist entweder auf der Verpackung zu finden, oder aber das Medikament ist ohnehin in einer Injektionsampulle oder auf dem Ministäbchen für die Harnröhre vordosiert. Der Anwender braucht sich keine weiteren Gedanken zu machen, sollte aber auch hier keine neue Dosis verabreichen, bis die alte nicht abgebaut ist. Das dauert auch bei diesen Potenzmitteln meist einige Stunden.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Zu den herkömmlichen Potenzmitteln gibt es eine Reihe an pflanzlichen und natürlichen Alternativen. Bei ernster erektiler Dysfunktion sind sie aber meistens nur schwach wirksam oder gar vollkommen wirkungslos. Ein Beispiel ist pflanzlich gewonnenes Yohimbin, das vor den PDE-5-Hemmern eingesetzt wurde, seine Wirkung ist jedoch sehr unzuverlässig und schwach. Riskant sind solche angeblichen Alternativen, wenn sie in Spam-Mails oder Illustrierten beworben werden, da sie erstens vollkommen unwirksam sein können und zweitens womöglich gefährliche Inhaltsstoffe enthalten, wenn die Herkunft nicht nachvollziehbar ist. Pflanzliche Alternativen zu verschreibungspflichtigen Potenzmitteln steigern außerdem oft nur die Libido, was aber bei einer echten erektilen Dysfunktion nicht zur Erektion führen kann.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Potenzmittel sind hochwirksame Medikamente und haben als solche Neben- und Wechselwirkungen. Die PDE-5-Hemmer sind dafür besonders bekannt. Sie dürfen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit medikamentöser Behandlung sowie bei Bluthochdruck eher nicht eingenommen werden. Weiterhin können sie zu Nebenwirkungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Übelkeit führen. Die Neben- und Wechselwirkungen sind bei jedem Potenzmittel dieser Gruppe etwas anders. Ähnlich ist es auch mit Injektionen oder äußerlich aufgetragenen Potenzmitteln, diese können allerdings eher zur Reizung des Penis führen. Deswegen ist es so wichtig, ein Potenzmittel nur unter Aufsicht des Arztes und nach einem eingehenden Beratungsgespräch einzunehmen, da sie zwar die erektile Dysfunktion beseitigen, aber auch hochwirksam sind.

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