Polei-Minze

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. Juni 2016
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Die Polei-Minze zählt zu den Minzen. Die seltene Pflanze lässt sich auch zu medizinischen Zwecken verwenden.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Bei der Polei-Minze (Mentha pulegium) handelt es sich um eine Pflanzenart, die der Gattung der Minzen (Mentha) entstammt. Sie bildet einen Bestandteil der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Bekannt ist die Polei-Minze auch als Flohkraut oder Polei.

Vorkommen und Anbau

Die Polei-Minze ist relativ selten. Sie hilft u.a. gegen Rheuma, Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen.

Der Ursprung der Polei-Minze liegt im Süden von Europa. Ihr Wuchsgebiet erstreckt sich von der Mittelmeerregion bis in den Iran. In der heutigen Zeit gehört die Polei-Minze eher zu den seltenen Pflanzen. So wurde sie in einigen Staaten auf die rote Liste gesetzt und unterliegt einem besonderen Schutz. Am liebsten gedeiht die Polei-Minze auf Erdböden, die feucht und reich an Nährstoffen sind. Dabei kann es sich um die Ufer von Seen, Flüssen oder Teichen handeln.

Die Polei-Minze stellt eine mehrjährige Pflanze dar, die Wuchshöhen zwischen 5 und 40 Zentimetern erreicht. Sie verfügt über violette Blüten, wodurch sie große Ähnlichkeit mit der gewöhnlichen Pfefferminze aufweist. Außerdem hat sie einen scharfen und würzigen Geschmack. Die ovalen schmalen Blätter der Polei-Minze erreichen einen Umfang von bis zu drei Zentimetern. Die Blütezeit der Pflanze erfolgt in den Monaten Juli, August und September. Im späten Herbst gehen aus den Blüten die Samen hervor.

Das Vermehren der Polei-Minze findet durch Wurzelteilung statt. Zum Gedeihen benötigt die Pflanze einen sonnigen oder halbschattigen Wuchsstandort. Die frischen Blätter des Flohkrauts lassen sich permanent sammeln. Geernet werden die Pflanzenstängel mitsamt den Blättern vor dem Erblühen. Die Ernte sollte bei sonnigem Wetter stattfinden. Beim Trocknen darf eine Temperatur von 35 Grad Celsius nicht überschritten werden. Die getrockneten Blätter werden von den Stängeln gelöst. Danach erfolgt das Lagern der Polei-Minze-Blätter in einem verschlossenen Behälter.

Anwendung und Wirkung

Zu den Inhaltsstoffen der Polei-Minze zählt das giftige Monoterpenketon Pulegon, das als gesundheitsschädlich gilt. Eine typische Eigenschaft des Stoffes bildet der minzartige Geruch. Weitere Inhaltsstoffe der Polei-Minze sind Gerbstoffe, ätherische Öle, Flavonglykoside, Menthon, Isomenthon, Piperiton, Diosmin, Hesperidin und Neoisomenthylacetat. Da die Pflanze bereits in geringeren Dosen eine giftige Wirkung entfalten kann, darf ihre Anwendung nur äußerlich erfolgen.

Bei einer zu hohen Dosierung sind Vergiftungen zu befürchten, die sich durch Erbrechen, Krämpfe, Koliken und Atemlähmung bemerkbar machen. Bei einem dauerhaften Gebrauch der Polei-Minze drohen Schäden an der Leber. Auch Kinder sollten mit der Polei-Minze nicht in Berührung kommen. Gelangen die Minzöle in ihren Mund oder ihre Nase, besteht die Gefahr eines lebensbedrohlichen Atemstillstands.

Zur Anwendung kommt die Polei-Minze zumeist in Form von Tee. Dieser wird jedoch nicht getrunken, sondern nur äußerlich für das Auflegen von Kompressen, Bäder und Waschungen eingesetzt. Zur Zubereitung vermischt der Anwender 8 Teelöffel mit getrockneten Polei-Minzen-Blättern mit abgekochtem Wasser. Nach dem Abdecken muss der Polei-Minzen-Tee noch 10 Minuten lang ziehen. Dann erfolgt sein Abseihen.

Öl und Kraut der Polei-Minze lassen sich auch zur Bekämpfung von Schädlingen verwenden. So vertreibt die Pflanze lästige Ratten, Mäuse und Insekten. Zur Anwendung kommt die Polei-Minze weiterhin in der Homöopathie. Dort findet die Verarbeitung des kompletten Krauts statt und dient als Mentha pulegium zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Kräuterkundige setzen die Polei-Minze auch gerne zu kulinarischen Zwecken ein. So lassen sich Wurst- und Fleischgerichte durch getrocknete oder frische Polei würzen. Zu diesem Zweck wird die Polei-Minze einfach beim Braten oder Kochen beigemischt.

Wogegen hilft Polei-Minze?

Bedeutung für die Gesundheit

Obwohl die Polei-Minze eine giftige Pflanze ist, besitzt sie dennoch Bedeutung für die menschliche Gesundheit. Allerdings hat sie in der heutigen Zeit an Wichtigkeit eingebüßt. Bekannt war die Polei schon in der Antike. So warnte bereits der griechische Mediziner Dioskurides im 1. Jahrhundert n. Chr. vor der Giftigkeit des Krauts. Trotzdem erfreute sich das Flohkraut, das auch gegen Flöhe eingesetzt wurde, großer Beliebtheit als Aphrodisiakum und kam in zahlreichen Liebestränken zum Einsatz. Im 5. Jahrhundert verwendeten die Menschen die Polei auch als Mittel zur Abtreibung. Da die Arznei dabei jedoch in hohen Dosen verabreicht werden musste, nahm die Behandlung nicht selten einen tödlichen Ausgang.

Von Hildegard von Bingen wurden die psychischen Effekte der Polei-Minze hervorgehoben. So ließ sich die Pflanze in Form eines Umschlages zur Behandlung von Wahnsinn auf den Kopf legen. Im 20. Jahrhundert verwendeten die Briten die Polei erneut als Mittel zur sexuellen Anregung und gaben ihr die Bezeichnung „Pennyroyal“. Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten der Pflanze gehören Verdauungsbeschwerden sowie Probleme bei der weiblichen Menstruation. Weitere Indikationen sind Rheuma, leichte Infekte der Atemwege, Fieber und Kopfschmerzen. Darüber hinaus soll die Polei-Minze entzündungshemmend, desinfizierend und schmerzlindernd wirken.

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