Plötzliches Herzrasen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Dezember 2016
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Plötzliches Herzrasen bezeichnet das rasche und unerwartete Einsetzen von Herzrasen. Meistens verschwindet es von allein und ist harmlos, es kann aber auch auf ernste Gesundheitszustände hindeuten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist plötzliches Herzrasen?

Plötzliches Herzrasen setzt unerwartet und unabhängig von der Situation ein. Bezeichnend ist, dass es überraschend und scheinbar ohne jeden erkennbaren Grund kommt. Nur in manchen Fällen kann der Betroffene das plötzliche Herzrasen auf eine Bewegung oder einen Impuls beziehen. Es handelt sich in der Regel nur um kurze Arrhythmien, die für den Betroffenen aber sehr unangenehm und vor allem beunruhigend sind. Plötzliches Herzrasen hört nach diesen wenigen Arrhythmien von allein wieder auf und es kommt meistens auch nicht zu weiteren Komplikationen.

Sicherlich erlebt jeder Mensch irgendwann einmal plötzliches Herzrasen, denn es kann durch ganz harmlose Auslöser entstehen. Besonders bekannt ist es in Situationen großer psychischer Anspannung, etwa dann, wenn man auf einen Menschen trifft, für den man romantische Gefühle hegt. Kommt es dagegen häufiger oder regelmäßig zu plötzlichem Herzrasen und dauert dieses spürbar länger als ein paar wenige Herzschläge, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden, denn die Herzgesundheit kündigt oft durch vermeintlich harmlose Symptome an, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Ursachen

Meistens hat plötzliches Herzrasen ganz harmlose Gründe, so unangenehm und beängstigend es sich anfühlen kann. Eine Möglichkeit sind harmlose, angeborene Arrhythmien. In diesem Fall kennen Betroffene es, dass das Herz für einige Schläge spürbar schneller schlägt, um sich dann von allein wieder zu normalisieren. Sofern sich an diesem Rhythmus nichts ändert, das plötzliche Herzrasen also weder häufiger noch intensiver wird, brauchen sie deswegen keinen Arzt zu konsultieren.

Seelische Auslöser wie Stress, Aufregung, Verliebtsein, Angst oder Trauer können ebenfalls zu plötzlichem Herzrasen führen. Sie sind dagegen ein ernst zu nehmendes Warnsignal, dass die Psyche überlastet ist und Hilfe braucht. Psychische Störungen wie die Panikattacke können ebenfalls zu plötzlichem Herzrasen führen. Zu den körperlichen Ursachen gehören Bluthochdruck, Erkrankungen der Schilddrüse, Anämie, Vergiftungen etwa durch Lebensmittel oder Alkohol, hormonelle Veränderungen wie die Wechseljahre, aber auch eine Reihe von mehr oder weniger gefährlichen Herzerkrankungen.

Tritt das plötzliche Herzrasen ein, muss meistens nicht damit gerechnet werden, dass das Herz genau jetzt in Gefahr schwebt - dennoch sollte der Arzt aufgesucht werden. Es könnte sich um eine übermäßig aktive Nervenbahn (AV-Knoten-Reenty-Tachykardie) handeln, die immer wieder für Unregelmäßigkeiten des Herzschlags sorgt.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Das plötzliche Herzrasen setzt in der Regel genauso schnell ein, wie es wieder verschwindet. Es handelt sich lediglich um einige schnellere, spürbare Herzschläge. Bei harmlosen Ursachen passiert das in unregelmäßigen Abständen, ist aber kein häufig auftretender Fall. Nimmt die Häufung von plötzlichem Herzrasen aber zu oder wird es als schlimmer als bisher empfunden, kann das auf einen krankhaften Verlauf hindeuten.

Der Arzt wird den Patienten zunächst fragen, wie oft es zu plötzlichem Herzrasen kommt, ob dies mit einer bestimmten Situation in Verbindung gebracht werden kann und ob Herzerkrankungen bestehen. Zur Diagnose kommen je nach Verdacht Blutbilder und kardiologische Methoden wie das EKG zum Einsatz. Durch die Analyse der Herzschläge kann der Arzt feststellen, wo Unregelmäßigkeiten auftreten und woher sie rühren.

Behandlung und Therapie

Ob plötzliches Herzrasen behandelt werden muss, hängt von der Ursache ab. Manchmal reicht es schon, sich anders hinzusetzen, sich ein paar Schritte zu bewegen oder tief durchzuatmen, damit sich der Herzschlag von allein normalisiert. Insbesondere psychische Ursachen kommen gut ohne medikamentöse Behandlung aus, da das plötzliche Herzrasen ohnehin nur das Symptom, nicht aber die Ursache ist.

Bei Panikattacken beispielsweise muss versucht werden, einen Weg zu entwickeln, die Panik in den Griff zu bekommen, bevor sie zu extrem wird. Dies kann der Patient am besten gemeinsam mit einem erfahrenen Psychologen tun - Medikamente sind oft unnötig. Anders sieht es aus, wenn körperliche Ursachen im Spiel sind. Um das plötzliche Herzrasen als Symptom in den Griff zu bekommen, kommen beispielsweise Betablocker zum Einsatz.

Medikamente der Gruppe der Antiarrhythmika werden ebenfalls häufig verschrieben. Handelt es sich um Vorhofflimmern, besteht für den Betroffenen ein erhöhtes Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, weshalb gern mit Cumarinen reagiert wird, die das Blut verdünnen und Thrombosen unwahrscheinlicher machen. Bei Fällen wie der AV-Knoten-Reenty-Tachykardie kann ein kleiner Eingriff notwendig werden, bei dem die betroffenen Nervenbahnen verödet werden, damit sie nicht mehr laufend zu neuem plötzlichem Herzrasen führen.



Vorbeugung

Selbst, wenn plötzliches Herzrasen keine schwerwiegenden Ursachen hat, ist es unangenehm und man möchte es nicht öfter als nötig erfahren müssen. Besonders bei psychischen Auslösern hilft es, einen Weg zu finden, sich bewusst wieder zu beruhigen. Auch bei körperlichen Ursachen gibt es einfache Wege, das plötzliche Herzrasen entweder schneller zu stoppen oder es zu vermeiden.

Eine unergonomische Haltung kann beispielsweise schon dafür sorgen, dass es auftritt, etwa wenn man falsch auf dem Bürostuhl sitzt oder sich besonders aufwendig zu jemand anderem beugt. Das merken Betroffene mit der Zeit selbst, wenn sie sich achtsam beobachten. Außerdem ist es gut zu wissen, was hilft, wenn plötzliches Herzrasen trotzdem wieder auftritt. Frische Luft, tiefe Atemzüge oder einige Schritte für Bewegung können es in diesem Zusammenhang schnell wieder beenden.

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