Plötzlicher Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Als Plötzlicher Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) beziehungsweise Säuglingstod oder auch Krippentod wird das scheinbar grundlose Versterben eines Säuglings oder Kleinkindes bezeichnet. Er tritt vor allem in den ursprünglichen Schlafphasen auf und betrifft überwiegend Kleinkinder im ersten Lebensjahr.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Plötzliche Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome)?

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In den Industrieländern gilt der Plötzliche Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) als die häufigste Todesursache von Kleinkindern, nachdem die ersten Gefahrenquellen nach der Geburt ausgeräumt wurden. Nur rund 6% der Krippentod-Fälle ereignen sich jenseits des ersten Lebensjahres. Im Englischen ist das unerwartete Sterben des Kindes ohne erkennbare Ursache unter der Bezeichnung „sudden infant death syndrome“ (SIDS) bekannt.

Bei SIDS handelt es sich nicht um eine Erkrankung, sondern viel mehr um eine Diagnose, die der Mediziner nach dem Tod des verstorbenen Säuglings stellt. Für die Forschung stellt der plötzliche Kindstod bis heute eine Herausforderung dar. In Deutschland und Österreich liegt die Risikoquote bei rund 0,04 %. Im Schnitt sind männliche Säuglinge öfter betroffen als weibliche. Die Gefahrenperiode liegt vor allem im Winter, auch wenn bisher kein direkter Zusammenhang zwischen dem Krippentod und der Jahreszeit gezogen werden konnte. Statistisch gesehen tritt der Kindstod in einem großen Teil der Fälle vor dem sechsten Lebensmonat auf.

Ursachen

Der plötzliche Kindstod zeichnet sich vor allem durch eine schwerlich bis nicht erklärbare Todesursache aus. Trotzdem gibt es scheinbare Risikofaktoren, die eine Gefahr für SIDS bilden können. Dazu gehören einerseits ein niedriges Geburtsgewicht des Kindes oder Frühgeburten, aber auch äußere Umstände wie Drogenkonsum der Mutter und ihr Alter. Zudem erscheint ein früh verstorbenes Geschwisterkind ebenso zu den Risikofaktoren zu gehören.

Andere Faktoren können ein Schlafen in Bauchlage sein oder niedrige Luftzirkulation im Raum. Mediziner halten außerdem passives Rauchen und den Stillverzicht der Mutter für begünstigende Faktoren. Ein Diskussionspunkt bildet die Frage, ob ein gemeinsames Schlafen im Bett der Eltern mit dem SIDS in Verbindung steht. Haben die Säuglinge bereits ein lebensbedrohliches Ereignis überlebt oder weisen größere Atempausen im Schlaf (Schlafapnoe) auf, ist das Risiko ebenso erhöht wie bei jungen Müttern, die das zwanzigste Lebensjahr noch nicht erreicht hatten.

Bisher wird von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren ausgegangen, die den plötzlichen Kindstod beeinflussen oder begünstigen. Dazu gehören Entwicklungsabnormalitäten, die die Atmung des Kindes beeinflussen oder die Blutdruckregulierung stören. Fachkundige vermuten einen Zusammenhang zwischen diesen Störungen und oben genannten Faktoren, die das Leben des Kindes gefährden.

Es gibt Forschungen zum Absinken des Blutdrucks im Schlaf des Säuglings, welcher vom Körper des Kindes möglicherweise nicht verkraftet wird. Abgesehen davon konnten Forscher in manchen Fällen Defekte im Stammhirn nachweisen, die die Kohlenstoffdioxidempfindung blockieren. Ist dies der Fall, kann es bei Kindern, die auf dem Bauch schlafen, zu einer tödlichen Menge an Kohlenstoffdioxid im Blutkreislauf kommen.

Symptome und Verlauf

Erste Symptome gibt es nicht. Einzig der Bereich der Risikofaktoren und möglicher begünstigender Ursachen kann eine erste Warnung sein. Zählt das eigene Kind in den Bereich der Risikogruppe, sollten die Eltern vorbeugende Maßnahmen treffen und Risikofaktoren möglichst beseitigen. Ist der SIDS eingetreten, kann kein Arzt das Kind mehr retten.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in den meisten Fällen über einen Kinderarzt und einen Pathologen. Je nach Fall kann auch ein Rechtsmediziner hinzugezogen werden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Todesart ungeklärt ist und der Verdacht auf Fremdeinwirkung besteht. Bei der Untersuchung des Säuglings wird der Arzt keine Anzeichen für eine Krankheit oder Fremdeinwirkung finden.

Eine Autopsie bleibt daher ergebnislos und es handelt sich um eine reine Ausschlussdiagnose. Alle möglichen Unfallursachen wie Ertrinken oder Unterkühlung können vom Untersuchenden ebenso ausgeschlossen werden wie Infektionen, Blutungen oder Fehlbildungen. Dieses Faktum stellt die Medizin immer wieder vor ein Problem. Nur in manchen Fällen kann der Arzt oben genannte Risikofaktoren auf den Einzelfall zurückverfolgen.

Behandlung und Therapie

Beim Plötzlichen Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) gibt es weder eine Behandlung noch eine Therapie.



Vorbeugung

Die Eltern können jedoch einige Maßnahmen treffen, die dem plötzlichen Kindstod vorbeugen können. Dazu zählen einerseits eine rauchfreie Umgebung und andererseits eine Schlafzimmertemperatur, die zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegt. Die Matratze des Kindes sollte in jedem Fall luftdurchlässig sein. Zudem sollten die Eltern auf eine Rückenlage des Kindes beim Schlafen achten. Dadurch minimieren sie das Risiko, ihr Kind an einen Kohlenstoffdioxidüberschuss zu verlieren.

Abgesehen davon empfehlen Ärzte der Mutter, den Säugling in den ersten sechs Monaten zu stillen - sofern es ihr möglich ist. Von einer Kopfbedeckung oder zusätzlichen Decken im Bett des Säuglings raten Mediziner hingegen ab. Falls möglich, sollten Eltern das Kleinkind in ihrem Schlafzimmer unterbringen. So können beispielsweise etwaige Atemaussetzer rechtzeitig bemerkt werden.

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