Pferdehaarallergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Mai 2017
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Allergien gegen Katzen, Hunde und jetzt auch noch gegen Pferde? Immer mehr Menschen reagieren überempfindlich gegenüber Tierhaaren. Bislang ist die Pferdehaarallergie noch nicht so bekannt, aber dennoch gibt es Betroffene. Diese müssen wissen, dass sie im Grunde genommen nicht gegen das Pferdehaar allergisch sind, sondern auf Milben und Sporen reagieren, welche sich im Pferdefell, im Kot, Urin oder im Schweiß befinden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pferdehaarallergie?

Eine Pferdehaarallergie liegt vor, wenn Verbraucher mit Pferden in Kontakt treten und es zu allergischen Reaktionen kommt. Nicht selten treten diese Reaktionen nicht nur bei einer Tierart auf, denn es sind auch so genannte multiple Allergien bekannt, bei welchen es zu allergischen Reaktionen bei mehreren Tierarten kommt. Dieses Vorkommen kann dann allgemein als Tierhaarallergie bezeichnet werden. Inzwischen leiden etwa 40 Prozent aller Allergiker unter einer Tierhaarallergie, wobei es bei Pferden deutlich weniger auffällt, da der Kontakt zu Hunden und Katzen meist öfter gegeben ist. Zu den Symptome gehören alle typischen allergischen Erscheinungen, wie zum Beispiel starkes Niesen und Fließschnupfen.

Ursachen

  Im Grunde genommen ist die Pferdehaarallergie keine echte Allergie gegen das Pferdehaar, sondern gegen die Allergene, welche sich im Kot, im Urin, im Speichel oder in den Hautschuppen des Pferdes befinden. Der Betroffene muss auch nicht zwangsläufig mit dem Tier in Berührung kommen, da allein schon die Nähe zum Pferd genügt, um die Allergene einzuatmen. So reicht es bereits, wenn Allergiker einen leeren Pferdestall betreten und einige Boxen nicht gemistet wurden. Allein die vorhandenen Fäkalien reichen aus, um eine allergische Reaktion auszulösen. Gleiches gilt für herumfliegende Haare oder Staubpartikel, welche sich in der Luft befinden und eingeatmet werden.

Grundsätzlich gelangen alle Allergene über die Nasenschleimhäute in den Körper und werden sofort als gefährdend eingestuft, so dass das Immunsystem des Allergikers mit einer starken Abwehr gegen diese Allergene startet. Die Ursachen für eine Pferdehaarallergie können sehr vielseitig sein, denn während sie bei einigen Menschen bereits von Geburt an vorliegt, kann sie auch spontan und unerwartet auftreten und sich ohne wirkliche Ursache weiterentwickeln.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Pferdehaarallergie:

Zu den typischen Symptomen gehören Entzündungen der Augen, starkes Niesen bis hin zu fließendem Schnupfen, tränende Augen, Husten, Rötungen der Haut und Atemnot. Wenn eine Pferdehaarallergie bereits bekannt ist oder schon seit der Geburt vorliegt, dann folgen die Symptome bereits bei erstem Kontakt mit einem Pferd und den entsprechenden Allergenen. So genügt das Betreten eines Pferdestalls oder das Streicheln eines Pferdes, um ein starkes Niesen oder Schnupfen hervorzurufen, wobei auch umgehend Rötungen der Haut auftreten können.

Stellt sich eine Pferdehaarallergie erst langsam ein, was nicht selten bei Kindern der Fall ist, dann können eventuelle Beschwerden auch plötzlich auftreten, selbst wenn der Betroffene im Vorfeld regelmäßigen Kontakt mit Pferden hatte. Die Symptome können sich jedoch durch den Kontakt zum Pferd mehr und mehr verstärken. In diesem Fall wird auch ein Allergietest sofort positiv ausfallen, selbst wenn er zu einem früheren Zeitpunkt ein negatives Ergebnis auswies. Künftig werden die Symptome dann auch unmittelbar auftreten, sobald der Allergiker in die Nähe eines Pferdes und die entsprechenden Allergene kommt. Handelt es sich um eine besonders schwere Form der Pferdehaarallergie, dann können zu den bisherigen Symptome noch schlimmere Beschwerden, wie zum Beispiel Asthma oder Atemnot, hinzukommen.

Diagnose

Um eine aussagekräftige Diagnose treffen zu können, muss ein Hautarzt aufgesucht werden, welcher mit einem so genannten Pricktest, also einem Allergietest, eine allergische Reaktion auf Pferdehaare überprüft. Hierfür werden spezielle Substanzen auf die Haut aufgetragen und im Anschluss mit einer Lanzette kurz angestochen. Nach einer Wartezeit von etwa zwanzig Minuten, zeigt die Haut leichte Rötungen, wobei es auch zu einer Quaddelbildung kommen kann. Anhand dieser Hautveränderungen kann der Hautarzt eine Pferdehaarallergie einwandfrei diagnostizieren.

Behandlung und Therapie

Viele Ärzte würden den Kontakt zu einem Pferd untersagen, was für die meisten Betroffenen keine Option darstellt. Sollten die Symptome noch nicht so schwerwiegend sein, dann kann eine Pferdehaarallergie durchaus in den Griff bekommen werden, zum Beispiel mit gründlichem Händewaschen nach dem direkten Kontakt, wobei Gleiches für die getragene Kleidung gilt. Zusätzlich werden in der Schulmedizin Antihistaminika verschrieben, welche in Form von Tropfen, Tabletten oder Spray eingenommen werden.

Außerdem helfen Kortison oder abschwellende Nasensprays. Der Vorteil bei einer reinen Pferdehaarallergie besteht darin, dass das Pferd nicht direkt im Haushalt lebt und somit die Allergene nicht in den eigenen vier Wänden verbreitet werden. Eine weitere Alternative ist die so genannte Hyposensibilisierung, welche zwischen drei und fünf Jahren dauern kann. Hierbei wird das entsprechende Allergen unter die Haut gespritzt, und zwar in steigender Intensität. Nach jeder Injektion muss der Betroffene für eine gewisse Zeit in der Praxis warten, damit der Arzt auf allergische Reaktionen umgehend reagieren kann. Mit dieser Methode soll sich der Körper an das Allergen gewöhnen, so dass die Symptome gemindert oder im besten Fall auch vermieden werden. Bei einer Hyposensibilisierung mit sublingualer Anwendung, werden die Allergene als Tropfen verabreicht, welche in einer verdünnten Lösung enthalten sind.

Aber auch die Naturheilkunde liefert Möglichkeiten zur Behandlung. In der Regel wird mit einer Entgiftung begonnen, so dass dem Körper vorhandene Schlacken und Gifte entzogen werden. Anschließend ist eine gute Ausgangsposition geschaffen, um mit einer individuellen Therapie zu beginnen, zum Beispiel mit einer Eigenbluttherapie oder in Form von Schüssler Salzen. In der Regel setzt die Naturheilkunde auch auf das Hinterfragen von psychosomatischen Hintergründen, was durchaus eine Alternative für Betroffene sein kann, bei welchen sich eine Pferdehaarallergie erst plötzlich und unerwartet entwickelt hat.



Vorbeugung

Einer Pferdehaarallergie kann nicht gezielt vorgebeugt werden, außer wenn der direkte Kontakt zu Pferden vermieden wird. Ist die Allergie jedoch bekannt, dann können Antihistaminika, welche bereits im Vorfeld eingenommen werden, hilfreich sein. Auch ist es empfehlenswert, wenn der Allergiker ein abschwellendes Nasenspray stets griffbereit hat. Nach dem Kontakt sollten die Hände und die getragene Kleidung gründlich gereinigt werden. Glücklicherweise leben Pferde nicht direkt in der Wohnung, so dass die Pferdehaare auch nicht dort verteilt werden, wo der Betroffene schläft.

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