Pfeiffersches Drüsenfieber beim Kind

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Pfeiffersches Drüsenfieber beim Kind

Das Pfeiffersche Drüsenfieber beim Kind ist eine weitverbreitete Erkrankung, welche bereits Kleinkinder betreffen kann. Zumeist liegt das Alter der Betroffenen zwischen vier und 15 Jahren. Auch als Kusskrankheit bezeichnet, wird sie von den Eltern auf die Kinder übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Pfeiffersches Drüsenfieber beim Kind?

Beim Pfeifferschen Drüsenfieber – auch als infektiöse Mononukleose bezeichnet – handelt es sich um eine Viruserkrankung. Ausgelöst wird sie durch das Epstein-Bar-Virus. Dabei kommt es neben dem klassischen Symptom Fieber auch zu einer starken Schwellung der Lymphknoten. Übertragen wird der Erreger durch Speichelkontakt, zumeist beim Küssen, daher wird das Pfeiffersche Drüsenfieber auch als die „Kusskrankheit“ bezeichnet. Die Durchseuchung mit dem Virus ist relativ hoch und liegt im Anteil der erwachsenen Bevölkerung bei rund 70 %. Die Infizierung beginnt bereits im Kindesalter.

Ursachen

Das EPV wird durch Tröpfchen übertragen. Die Viren befinden sich in Speichel und Rachensekret und werden bevorzugt über Mundkontakt übertragen. Dort befällt der Virus die Mundschleimhaut und breitet sich auch. Entsprechend des Kussverhaltens gibt es mehrere Erkrankungsgipfel. Der erste liegt im Kleinkindalter, da Eltern ihre Kinder in dieser Zeit sehr häufig küssen. Der zweite ist während der Pubertät zu beobachten, wenn es zu ersten sexuellen Erfahrungen kommt.

Das Epstein-Bar-Virus zählt zu den Herpesviren und verbleibt somit ein Leben lang im Körper. Demnach kann eine Ausscheidung der Viren selbst nach der Erkrankung noch über mehrere Jahre erfolgen. Somit ist die Übertragung auch in gesundem Zustand möglich.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers beim Kind:

Die ersten Symptome bei einer Erkrankung an einem EBV ähneln denen einer gewöhnlichen Erkältung: Halsschmerzen, Husten, Schnupfen und tränende Augen. Hinzutreten können: hohes Fieber, nicht schmerzhafte Schwellungen der Lymphknoten im Halsbereich, Mandel- und Rachenentzündungen. Typisch für die Erkrankung sind weißliche Belege der Mandeln und Einblutungen am harten Gaumen.

Bei rund 3 % der Betroffenen kommt es zu einem Hautausschlag, ähnlich jenem bei einer Masern- oder Rötelnerkrankung. Vereinzelt können Schwellungen von Leber (10 %) und Milz (50 %) hinzutreten. Die Leberschwellung kann mit einer Gelbsucht einhergehen. Bei einer sehr starken Anschwellung der Milz ist eine Ruptur als Begleiterscheinung möglich.

Eine sehr seltene Folgeerkrankung ist die Meningoenzephalitis. Sie kann infolge einer Entzündung der Rückenmarkshäute und des Gehirns eintreten. Dies betrifft ca. 1 % der Erkrankten. In seltenen Fällen kann sich aus der EPV-Infektion ein chronischer Verlauf entwickeln. Daher ist eine strenge Bettruhe zur vollständigen Genesung dringend angeraten. Weiterhin ist bekannt, dass der EBV an der Entstehung zweier Tumorarten beteiligt ist. Diese sind das Burkitt-Lymphom und das Nasopharyngeal-Karzinom.

Diagnose

Die konkrete Diagnose erfolgt über eine Blutuntersuchung. Im Blutserum können bei vorliegender Erkrankung mehrere Antikörper auf das Epstein-Bar-Virus nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um das Virale Capsid Antigen (VCA). Dieses ist bereits sehr früh zu erkennen und bleibt lebenslang erhalten. Das sogenannte EA – Early (frühes) Antigen – entsteht schnell und verschwindet ebenso rasch wieder.

Sowie das Epstein-Bar-Nukleäre-Antigen (EBNA). Dieses wird spät gebildet und bleibt ebenfalls ein ganzes Leben erhalten. Hohe Werte an VCA und EA deuten auf eine frische und aktive Infektion hin. Bei Kindern wird die Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber oftmals nicht erkannt, da die Symptomen einer allgemeinen Viruserkrankung gleichen (Fieber, Müdigkeit).

Behandlung und Therapie

Die Erkrankung an EPV verläuft in der Regel mild. Daher werden keine besonderen Maßnahmen eingeleitet. Es gibt keine spezielle Therapie. Allein eine krankheitsmildernde Unterstützung kann angeboten werden. Dies trifft zu bei sehr hohem Fieber. Von größter Wichtigkeit ist die Einhaltung einer strengen Bettruhe. Der Körper muss den Virus selbst bekämpfen, indem er die Körpertemperatur hochfährt. Dies schwächt den Körper. Jede Anstrengung ist somit zu vermeiden.

Da die Viren bevorzugt die Mundschleimhaut befallen und auch die Übertragung in diesem Bereich erfolgt, ist auf eine intensive Mundhygiene zu achten. Dies kann neben der Zahnpflege durch unterstützende antibakterielle Mundspülungen erfolgen. Ebenso grundlegend wichtig sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Aufnahme leicht verdaulicher Nahrung, vor allem bei Kindern.

Eine Gabe von Antibiotika würde gegen das Epstein-Bar-Virus nichts bewirken. Im Gegenteil: Von der Gabe der beiden Penicilline, Ampicillin und Amoxicillin wird dringend abgeraten, da sie einen Hautausschlag (Arzneimittelexanthem) hervorrufen können. Dieser regelmäßig auftretende Ausschlag ist meist harmlos, kann jedoch in vereinzelten Fällen zu einem lebensgefährlichen Lyell-Syndrom („verbrühte-Haut-Syndrom“) führen. Bei Kindern ist diese gefährliche Nebenwirkung sehr selten.



Vorbeugung

Leider gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen, um eine Infektion am Pfeifferschen Drüsenfieber zu verhindern. Ebenso stehen weder Impfstoffe noch Chemoprophylaxen zur Verfügung.

Bücher über Pfeiffersches Drüsenfieber

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Pfeiffersches Drüsenfieber beim Kind?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?