Perthessche Erkrankung (Morbus Perthes)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Als Perthessche Erkrankung (Morbus Perthes) wird eine Knochennekrose des Oberschenkelkopfes bezeichnet. Die Krankheit zeigt sich bei Kindern im Wachstum.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Perthessche Erkrankung (Morbus Perthes)?

Unter Medizinern trägt die Perthessche Erkrankung auch die Bezeichnung Morbus Perthes. Gemeint ist damit eine Knochennekrose des Oberschenkelknochens (Caput femoris). Besonders betroffen von der Erkrankung sind Kinder im Alter zwischen 4 und 9 Jahren. Das Erkrankungsverhältnis zwischen Mädchen und Jungen liegt bei 4:1. Im Verlauf der Krankheit kommt es zu einer aseptischen Nekrose. Mit dem Begriff aseptisch ist das Absterben des Knochengewebes gemeint, ohne dass eine Infektion besteht. Von einer Knochennekrose ist die Rede, wenn die Knochenzellen ihre Funktionen nicht mehr ausüben können.

Ursachen

Bei Morbus Perthes kommt es zum Absterben der Knochenzellen. Aus welchem Grund die Zellen zugrunde gehen, ließ sich bislang jedoch nicht klären. Als eventuelle Auslöser der Krankheit werden daher unterschiedliche Ursachen diskutiert. Dazu gehören Durchblutungsstörungen aufgrund von Gefäßfehlbildungen, die zu einer Beeinträchtigung der Hüftkopfdurchblutung führen, eine Druckerhöhung im Gelenkraum oder innerhalb des Knochens, sowie eine hormonelle Dysregulation.

Als weiterer möglicher Grund kommt eine multifaktorielle Vererbung in Betracht. So besteht bei unmittelbaren Verwandten wie Geschwistern ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Die Durchblutungsstörungen beschränken sich auf die Kopfregion des Oberschenkels. Durch diesen Abschnitt wird der Oberschenkel im Hüftgelenk gehalten. Eine verminderte Durchblutung hat den Abbau von Knorpelzellen zur Folge, wodurch wiederum der Oberschenkelkopf beeinträchtigt wird.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Perthesschen Erkrankung (Morbus Perthes):

Bei der Perthesschen Erkrankung können sich unterschiedliche Symptome zeigen. Den meisten Eltern fällt bei ihren Kindern eine ungewöhnliche Schonhaltung auf. So belastet das betroffene Kind beim Spielen lediglich ein Bein und hinkt. Bei anderen Kindern treten wiederum rasche Ermüdungserscheinungen auf oder sie leiden unter Bewegungseinschränkungen.

Ebenso sind Schmerzen in der Hüftregion möglich, während es in anderen Fällen zu Schmerzen im Knie oder am Oberschenkel kommt. Manche Kinder verspüren dagegen überhaupt keine Schmerzen. Ebenso verschieden wie die Symptome bei Morbus Perthes ist auch der Verlauf der Krankheit. Während bei manchen Kindern bereits nach einigen Monaten ein kompletter Rückgang der Beschwerden zu verzeichnen ist, dauert es bei anderen 4 bis 5 Jahre.

Eine entscheidende Rolle für einen positiven Krankheitsverlauf spielt der frühzeitige Beginn einer medizinischen Behandlung. Doch selbst dann besteht die Gefahr von dauerhaften Veränderungen an der Hüfte. Auch weitere Skelettfunktionen können negativ beeinträchtigt werden.

Diagnose

Die Perthessche Erkrankung zu diagnostizieren, ist nicht immer einfach. Dies gilt besonders für leichte Verlaufsformen der Krankheit. So werden in solchen Fällen von den meisten Ärzten selbst beim Vorhandensein von Morbus Perthes keine auffälligen Anzeichen festgestellt.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt die Hüfte ab und überprüft ihre Beweglichkeit. Liegen Bewegungseinschränkungen vor, gilt dies als möglicher Hinweis auf die Perthessche Erkrankung. So haben die betroffenen Kinder oft wenig Lust zum Laufen oder leiden an Schmerzen im Leistenbereich. Hilfreiche Diagnosemethoden sind eine Röntgenuntersuchung des Beckens, eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und eine Computertomographie (CT). Mit diesen Verfahren lassen sich Zerstörungen der Knochenstruktur abschätzen.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung von Morbus Perthes ist oftmals eine Spezialtherapie erforderlich. Je eher die Perthessche Erkrankung behandelt wird, desto günstiger fällt die Prognose aus. Die Therapie hat das Ziel, einer Deformierung des Hüftkopfes entgegenzuwirken. Von Bedeutung für den Behandlungsverlauf sind das Alter des Kindes, die Beweglichkeit seines Gelenks sowie der Umfang der Gewebeveränderungen.

Handelt es sich um eine leichte Verlaufsform der Perthesschen Erkrankung, kann sich die Behandlung auf die Schonung und Beobachtung des Gelenks beschränken. Wichtig ist, dass keine Bewegungseinschränkungen des Hüftgelenks vorliegen. Außerdem sollte eine regelmäßige Kontrolle durch den Arzt stattfinden. Darüber hinaus darf das erkrankte Kind keine Sprungbelastungen durchführen. Diese Form der Therapie erfolgt normalerweise bei Kindern unter fünf Jahren.

Bei älteren Kindern finden oft physiotherapeutische Übungen statt. Entlastungsorthesen werden dagegen nur in seltenen Fällen eingesetzt. Als positiv gilt das Ausüben von maßvollen Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen. Mitunter muss auch eine Gehhilfe zur Anwendung kommen. Diese wird bis zum Ende des Heilungsprozesses benutzt.

Führt die konservative Behandlung nicht zum Erfolg, bedarf es eines chirurgischen Eingriffs. Dabei wird im Rahmen einer Umstellungsosteotomie die Fehlstellung, die bei Morbus Perthes besteht, behoben und das anatomische Gleichgewicht wiederhergestellt. Im Verlauf der Operation spreizt der Chirurg den Knochen auf oder entnimmt Knochenteile, die eine Keilform aufweisen. Nach dem Eingriff kann das Kind sein Bein einige Wochen nicht belasten. Bei kleineren Kindern erfolgt das Anlegen eines Gipsverbands.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung von Morbus Perthes ist nicht möglich. So ließen sich die auslösenden Ursachen der Perthesschen Erkrankung noch immer nicht ermitteln.

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