Peripheres Nervensystem (PNS)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Das periphere Nervensystem beschreibt den Teil des menschlichen Nervensystems, welcher außerhalb von Gehirn und Rückenmark, dem sogenannten zentralen Nervensystem, liegt. Durch seine feinsten Verästelungen durchziehen die Nervenfasern des peripheren Nervensystems jedes Organ und jede anatomische Struktur.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Peripheres Nervensystem, PNS und zentrales Nervensystem, ZNS sind zwar topografisch-anatomisch getrennt, bilden jedoch zusammen eine untrennbare Funktionseinheit. Durch das PMS sind Gehirn und Rückenmark mit allen Teilen des Körpers verbunden. Anatomisch-histologisch besteht das periphere Nervensystem hauptsächlich aus Nervenzellfortsätzen, sogenannten Axonen, welche von Stütz- und Bindegewebe, der Neuroglia, umgeben sind.

Die Regulation von Drüsen- und Muskeltätigkeiten sowie die Reizverarbeitung der menschlichen Sinnesorgane gehört zu den Hauptaufgabengebieten der Nervenfasern und Nervenzellen des peripheren Nervensystems. Die Neuroglia als Schutz der Nervenfasern kommt anatomisch weit häufiger vor, als die eigentlichen Nervenfunktionsfasern selbst.

Anatomie

Neuronen sind die Leitungsbahnen, welche zentrales und peripheres Nervensystem miteinander verbinden. Ein mit menschlichem Auge sichtbarer Nerv besteht stets aus gebündelten Nervenfasern, diese wiederum setzen sich feingeweblich zusammen aus Gliazellen und Nervenzellfortsätzen.

Im Bereich peripherer Neuronen umhüllen Mantelzellen die Nervenzellkörper, das übrige Nervengewebe des peripheren Nervensystems ist von den sogenannten Schwann-Zellen umhüllt. Die Umhüllung ist jedoch nicht konstant, sondern zur besseren Reizweiterleitung durch die Schwann`schen Scheiden unterbrochen. Diese anatomische Besonderheit kann nur bei starker mikroskopischer Vergrößerung erkannt werden.

Das vegetative, autonome und somatische, also willkürliche Nervensystem sind ebenfalls anatomische Bestandteile des peripheren Nervensystems und werden nochmals untergliedert in die Bereiche Parasympathikus, Sympathikus sowie enterisches Nervensystem.

Außerdem muss beim peripheren Nervensystem grundsätzlich zwischen 2 Nervenarten unterschieden werden. Zum einen die 12 Hirnnerven, welche in direkter Verbindung mit dem Gehirn stehen und zum anderen die Spinalnerven, welche unmittelbar mit dem Rückenmark verbunden sind. Es muss darüber hinaus unterschieden werden zwischen zuführenden, afferenten sowie wegführenden, efferenten Nervenfasern.

Neben den Spinal- und Hirnnerven weist das periphere Nervensystem auch weitere Sonderformen autonomer Nerven sowie sogenannte motorische und sensorische Ganglien auf. Die Übergänge zwischen den unterschiedlichen anatomischen Anteilen des peripheren Nervensystems sind fließend. Des weiteren sind sämtliche physiologische Vorgänge des peripheren Nervensystems eng an das Hormonsystem gekoppelt.

Funktion

Bei der willkürlichen und unwillkürlichen Motorik aber auch bei der Wahrnehmung sensorischer Signale über die Sinnesorgane kommt dem peripheren Nervensystem eine zentrale Bedeutung zu. Die afferenten Nervenfasern des peripheren Nervensystems leiten über Rezeptoren Sinneseindrücke an Gehirn und Rückenmark weiter.

Die efferenten Nervenfasern des peripheren Nervensystems leiten Befehle aus dem ZNS, also aus Gehirn und Rückenmark, in Sekundenbruchteilen an die Erfolgsorgane weiter, wodurch dann beispielsweise ein bestimmter Bewegungsablauf ausgelöst wird. Zu den zahlreichen Erfolgsorganen gehören beispielsweise die glatte Eingeweidemuskulatur oder die quergestreifte Muskulatur des Skeletts.

Der somatische Anteil des peripheren Nervensystems ist bei diesen komplizierten Funktionsabläufen zuständig für willkürliche Bewegungen. Der vegetative Anteil des PNS kontrolliert dagegen ständig unbewusste, lebenswichtige Körperfunktionen, wie beispielsweise Verdauung, Herzschlag oder Atmung.

Efferente oder afferente Neuronen, die Bestandteil des somatischen Nervensystems sind, werden auch als somatoafferent bzw. somatoefferent bezeichnet. Entsprechende Fasern, die zum vegetativen Nervensystem gehören, werden als viszeroefferent oder viszeroafferent bezeichnet.



Erkrankungen des peripheren Nervensystems

Störungen, Beschwerden und Krankheiten des peripheren Nervensystems sind in der medizinischen Praxis häufig. Die Bandbreite reicht dabei von kaum merklichen Einschränkungen oder Befindlichkeitsstörungen bis hin zu schweren, lebensbedrohlichen Krankheitsbildern. Letztere werden in der Hauptsache durch unfallbedingte Läsionen hervorgerufen.

Zu den häufigsten schweren Nervenschädigungen des peripheren Nervensystems zählen radikuläre Läsionen, Plexusläsionen sowie Poly-, Mono- und Neuropathien. Neben Traumata können auch Bandscheibenvorfälle als radikuläre Läsionen sowie Paresen, also Lähmungserscheinungen Auslöser für Nervenläsionen sein.

Auch Störungen des Tastsinns können als sensorische Beeinträchtigungen des peripheren Nervensystems auftreten. Sind gebündelte Nervenwurzeln im Bereich der Wirbelsäule durchtrennt, so ist der vom jeweiligen Plexus innervierte Muskelabschnitt gelähmt. Jeder periphere Nerv ist für ein ganz bestimmtes Versorgungsgebiet zuständig.

Nervenstörungen durch Degeneration oder Schädigung führen im jeweiligen Versorgungsgebiet immer zu motorischen oder sensorischen Einschränkungen der Funktionsweise, einer sogenannten Mononeuropathie.

Sind gleichzeitig eine Vielzahl peripherer Nerven geschädigt, wie beispielsweise im fortgeschrittenen Stadium der Zuckerkrankheit, dann sprechen Ärzte von Polyneuropathie. Auch eine Vielzahl rheumatischer Erkrankungen sind mit Polyneuropathien assoziiert, häufig sind dabei und im Falle des Diabetes mellitus auch Störungen der Durchblutung.

Weiterhin kann es in allen Teilen des Körpers auch zu akuten und chronischen Entzündungen von peripheren Nervenfasern kommen. Diese häufig durch bestimmte Viren ausgelösten Nervenentzündungen gehen oft mit starken Schmerzen einher. Die beim Menschen am häufigsten diagnostizierte periphere Nervenentzündung ist die Gürtelrose, Herpes zoster.

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