Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (Raucherbein)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. April 2015
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Die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit ist eine schwere Durchblutungsstörung der Bein- und Beckenarterien. Aufgrund der unterschiedlichen Schweregrade können auch ganz unterschiedliche Symptome auftreten. Bei fulminantem Verlauf können Schmerzen aufgrund mangelnder Durchblutung großer Gefäße bereits im Ruhezustand auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Periphere Arterielle Verschlusskrankheit?

Die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK, ist auch umgangssprachlich bekannt unter den Begriffen Schaufensterkrankheit oder Raucherbein. Das Raucherbein ist eine besonders schwere Verlaufsform einer pAVK, die nicht selten mit der Amputation von Gliedmaßen oder Teilen davon enden kann.

Weil die Vorsorge oft vernachlässigt wird, sind nach Schätzungen etwa 5 Millionen Bundesbürger von schweren Durchblutungsstörungen der Bein- oder Beckenarterien betroffen. Der Begriff Periphere Arterielle Verschlusskrankheit steht aber nicht nur für Verschlüsse, sondern auch bereits für Verengungen von extremitätenversorgenden großen Blutgefäßen.

Ursachen

Zu den Hauptursachen jeder Form einer pAVK gehört die Arteriosklerose. Die langsam fortschreitende Verkalkung und Verengung von Blutgefäßen führt zu Perfusionsstörungen, die Durchblutung ist also zunehmend unzureichend.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Periphere Arterielle Verschlusskrankheit zählen inhalatives Rauchen, Adipositas, Bewegungsmangel und Fettstoffwechselstörungen durch falsche Ernährung.

Auch bestimmte chronische Erkrankungen können zu einer Arteriosklerose und damit in der Folge zu einer Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit führen. Neben der Hypercholesterinämie sind dies beispielsweise die Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus und ein unbehandelter hoher Blutdruck, Hypertonie. Experten gehen außerdem davon aus, dass auch die familiäre Häufung von pAVK im Sinne einer genetischen Disposition als eigenständiger Risikofaktor angesehen werden muss.

Jeder Risikofaktor kann für sich alleine das Entstehen einer Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit begünstigen. In vielen Fällen kommen allerdings zwei oder noch mehr Risikofaktoren gleichzeitig zusammen, sodass sich das Risiko zu erkranken dann potenziert. Der unerkannte, unbehandelte Diabetes oder schlecht eingestellte Zuckerwerte führen bei den meisten Patienten unweigerlich zu Durchblutungsstörungen der Beine.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit:

Ärzte teilen die Symptome und den Verlauf von arteriellen Durchblutungsstörungen der unteren Extremitäten in verschiedene Schweregrade ein. Ein klinischer Befund wird oft erst im Stadium 2 erhoben, da leichte Durchblutungsstörungen nicht zwingend zu Beschwerden führen. Im Stadium 1 merken die meisten Betroffenen zunächst nichts von ihrer Krankheit, sie sind asymptomatisch. Erste Hinweise können jedoch ständig kalte Füße oder Beine sein.

Wird jetzt keine Routineuntersuchung durchgeführt, dann geht die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit in Stadium 2 über. Typisch sind Schmerzen bei Belastung, die zu kurzen Ruhepausen zwingen, der Begriff Schaufensterkrankheit bezeichnet also einen eher milden Verlauf einer pAVK. Solche Schmerzen sind aber stets ein Alarmsignal und werden auch bezeichnet als sogenanntes intermittierendes Hinken, Claudicatio intermittens.

Für das nun folgende 3.Stadium ist der Ruheschmerz charakteristisch. Der Dauerschmerz kann krampfartigen oder bohrenden Charakter aufweisen und raubt den Betroffenen häufig den Schlaf. Lässt der Patient das Bein herunterhängen, lässt der Schmerz zwar nach, aber nur für kurze Zeit.

Beim schwersten Stadium, dem Stadium 4 einer pAVK, sind nicht nur große Gefäße sondern auch kleinste Kapillaren verschlossen, sodass die betroffene Region nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden kann. Die Folgen sind schlecht heilende Wunden oder Geschwüre, die sogenannte Gangrän. Einziger Ausweg ist dann die Amputation, beispielsweise eines Zehs oder des ganzen Fußes oder Unterschenkels.

Diagnose

In der Anamnese wird zunächst geklärt, ob generell Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen bestehen. In der körperlichen Untersuchung werden dann die Pulse an den Kniekehlen oder an den Füßen ertastet. Fehlende Pulse oder eine schwache Pulsqualität sind stets ein erster Hinweis auf Perfusionsstörungen der Arterien. Die Pulse sind seitenvergleichend zu erheben. Bei begründetem Verdacht auf eine Periphere Arterielle Verschlusskrankheit kann eine erweitere Diagnostik in Form von Ultraschall-Doppler-Methode, Duplex-Sonographie sowie Angiographie erfolgen. Diese Untersuchungen sollten von Gefäßspezialisten, Angiologen, vorgenommen werden. Gefäßdarstellungen können auch anhand von Magnetresonanz und Computertomografie mit Kontrastmittelgabe erfolgen.

Behandlung und Therapie

Jede Behandlung und Therapie der Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit richtet sich stets nach deren Ursache und Schweregrad. Patienten profitieren insbesondere von einer möglichst frühen Diagnosestellung. Jede Therapie einer pAVK hat nur ein Ziel, nämlich wieder eine ausreichende Durchblutung der betroffene Areale wieder herzustellen.

In Abhängigkeit von den Stadien der Erkrankung verfolgt die Behandlung unterschiedliche Therapieziele. Bei Betroffenen im Stadium 1 lässt sich ein Fortschreiten der Arteriosklerose noch durch eine Minimierung der Risikofaktoren erreichen. Im 2. Stadium zielen die Maßnahmen darauf ab, die möglichen Gehstrecken von Patienten zu verlängern bevor die Schmerzen auftreten.

Im 3. Stadium steht zunächst die Linderung der Schmerzen im Vordergrund. Es sind oft starke Dosen von nichtsteroidalen Antirheumatika, Kortison oder Opioiden erforderlich. Zum Einsatz als Infusionstherapie kommen auch sogenannte Thrombozytenfunktionshemmer.

Bei Patienten, die erst im Stadium 4 beim Arzt vorstellig werden, stehen Maßnahmen zur Abheilung von Geschwüren und zum Wundverschluss im Vordergrund. Sofern möglich, sollen in diesem Stadium auch Amputationen vermieden werden. Weitere therapeutische Maßnahmen sind Ballondilatationen mittels Katheter sowie Operationen an den großen Gefäßen.

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Vorbeugung

Eine frühe Diagnose trägt entscheidend zur Lebensqualität von Patienten bei, die an einer Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit leiden. Risikopatienten sollten regelmäßiges Gehtraining unter fachlicher Anleitung durchführen. Auch spezielle Gymnastik und Fußpflege gehören zu den Prophylaxemaßnahmen. Bei den nicht genetisch bedingten Varianten der pAVK können sämtliche Risikofaktoren durch gesunde Lebensführung und fettarme Diät erheblich minimiert werden, sodass es erst gar nicht zu Durchblutungsstörungen der großen Bein- und Beckenarterien kommt.

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