Perianalthrombose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. April 2015
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Eine Perianalthrombose oder Analthrombose ist eine harmlose Schwellung im äußeren Bereich der Analöffnung. In den meisten Fällen verursacht hier eine geschädigte Vene eine Anstauung von Blut und formt einen Knoten. Dieser Zustand ist sehr schmerzhaft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Perianalthrombose?

Bei einer Perianalthrombose bündelt sich das Blut eines undichten Blutgefäßes unter der Haut und dem Unterhautgewebe der Afteröffnung. Dieser Knoten bildet sich plötzlich und ist sehr schmerzhaft. Ursachen sind ein erhöhter Rückendruck, oder eine traumatische Schädigung der kleinen Venen.

Das Pressen beim Stuhlgang, das Heben schwerer Gewichte und starkes Husten können eine Schädigung hervorrufen. Die Wölbung kann einige Zentimeter klein sein, oder so groß wie ein Tennisball. Nach einer gewissen Zeit wird diese fest und löst sich auf natürlicher Weise von selbst auf. Oft werden Perianalthrombosen mit äußeren Hämorrhoiden verwechselt.

Ursachen

Hämatome im perianalen Bereich treten meist aufgrund einer Verletzung der Blutgefäße auf. Diese befinden sich unter der Oberfläche der Haut und im subkutanen Gewebe. Bei einer Schädigung strömt das Blut in das traumatisierte Areal und formt eine schmerzhafte Kugel in der äußeren Analumgebung.

Verstopfung ist eine der wichtigsten Ursachen für die Entstehung einer Perianalthrombose. Der Betroffene muss beim Stuhlgang stark pressen und einen größeren Druck aufbauen. Dieser Druck kann auf die Blutgefäße übertragen werden und zu Verletzungen führen. Auch beim Sport, oder dem Heben von schweren Dingen können Risse in den Gefäßen entstehen. Besonders anfällig sind Personen die Krafttraining ausüben, oder mit dem Fahrrad fahren.

Manchmal kann ein starker Husten einen zu immensen Druck auf den äußeren perianalen Bereich tätigen, was ebenfalls zu Thrombosen führen kann. Es ist auch üblich bei Menschen, die für viele Stunden auf der Arbeit sitzen müssen. Wie in etwa LKW-Fahrer, Studenten, oder Sekretärinnen. Perianalthrombosen können auch während der Schwangerschaft auftreten.

Ein chirurgischer Eingriff, der durch die Analöffnung getätigt wird, ist ebenfalls eines der Hauptursachen. Es handelt sich hierbei um eine Komplikation, die bei einer Endoskopie durch das Einführen medizinischer Instrumente entstehen kann.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Perianalthrombose:

Die Perianalthrombose ist eine lilafarbige Schwellung am Rand des Anus. Sie tritt sehr plötzlich auf. Die Größe variiert und kann die Größe einer Pflaume annehmen. Der Knoten verursacht ein klumpiges Gefühl rund um den betroffenen Anus. Einige Patienten klagen über Juckreiz und Brennen.

Diese Stelle ist sehr schmerzhaft und empfindlich auf Berührungen. Ebenso wie die Größe der Kugel, kann auch die Stärke des Schmerzes unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Der Schmerz kann abrupt und intensiv auftreten. Da der Analbereich berührungsempfindlich ist, kann der Patient nicht sitzen.

Das Gehen fällt ebenfalls schwer und ist unangenehm, da die Stelle eng ist und gerieben wird. Auch ein Stuhlgang erweist sich als äußerst qualvoll. Oft kommt es zu einem Umgebungsödem, was zu zusätzlichen Spannungsschmerzen führt. Eine Reibung beim Gehen kann die Thrombose perforieren, wobei das Innere des Koagels teilweise entleert wird.

Diagnose

Die Perianalthrombose entwickelt sich in kürzester Zeit und ist mit starken Schmerzen im Analbereich verbunden. In den meisten Fällen heilen diese nach einigen Wochen oder Monaten von selbst wieder ab. Bei sehr starken Schmerzen kann ein Arzt aufgesucht werden. Ein Dermatologe kann den Knoten operativ entfernen. Oft werden Analthrombosen mit Hämorrhoiden verwechselt. Differenziert werden sie durch ihre Lokalisierung. Die Hämorrhoiden befinden sich innerhalb des Enddarmbereiches und bluten oft. Die Perianalthrombosen liegen im äußeren Teil des Afters und bluten nicht.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Perianalthrombose richtet sich nach der Größe und Schmerzintensivität der betroffenen Stelle. Kleine Schwellungen bilden sich nach einigen Tagen oder wenigen Wochen von alleine zurück. Daher ist nicht immer eine ärztliche Versorgung nötig. Der Patient sollte Aktivitäten wie Laufen und schweres Heben kurzzeitig vermeiden.

Vitamin C hilft bei der Auflösung von Thrombosen, daher empfiehlt sich eine erhöhte Aufnahme von Obst. Die Rückbildung von größeren Knoten kann mit Hilfe von Salben oder Zäpfchen beschleunigt werden. Hier eignen sich schmerzlindernde Cremes mit Lokalanästhetika wie Lidocain oder Hametum. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Bei sehr qualvollen Schmerzen können entzündungshemmende Salben mit dem Wirkstoff Diclofenac Verwendung finden. Fettige Cremes wie Melkfett, Linola oder Vaseline halten die Haut elastisch und verringern das Spannungsgefühl. Es empfiehlt sich, die Stelle mit Kühlakkus zu kühlen, um die Schwellung zu reduzieren. Eine besondere Pflege im Analbereich ist ebenfalls wichtig.

Juckreiz, Brennen und Schmerzen können mit Sitzbädern gelindert werden. Besonders Kamillenbäder erweisen sich hilfreich. Der Analbereich sollte vorsichtig mit lauwarmen Wasser gereinigt werden. Starke Reibungen verursachen zusätzliche Schmerzen.

Droht der Thrombus zu platzen, oder ist dieser bereits geplatzt kann eine operative Entfernung durchgeführt werden. Unter lokaler Betäubung wird der gesamte Thrombus ambulant entfernt. Dies beugt unter Anderem Infektionen vor. Die Nachbehandlung erfolgt zu Hause mit Sitzbädern, Salben und der richtigen Hygiene.

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Vorbeugung

Perianalthrombosen können vorgebeugt werden, indem auf die richtige Ernährung geachtet wird. Gemieden werden sollten Nahrungen, die eine Verstopfung begünstigen. Ballaststoffe und viel Flüssigkeitszufuhr ist der Grundstein einer guten Ernährung. Sportliche Aktivitäten wie Kraftsport und Fahrrad fahren könnten reduziert, oder mit einer anderen Sportart ersetzt werden. Bei Berufen, die mit langem Sitzen verbunden sind, können spezielle Sitze oder Kissen die Bildung einer Analthrombose verhindern.

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