Patchouli

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. Juni 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Patchouli

Patchouli ist ein Gewächs aus der Familie der Lippenblütler. Das ätherische Öl, das aus den fermentierten und getrockneten Blättern gewonnen wird, wird in der Heilkunde und in der Industrie genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Zur Ölgewinnung wird das Indische Patchouli genutzt. Es handelt sich dabei um ein Lippenblütengewächs. Die ausdauernde und krautige Pflanze wächst aufrecht und kann eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zentimetern erreichen. Die Stängel der Pflanze tragen eine filzige Behaarung. Von ihnen gehen Blattstiele ab, die eine Länge von bis zu 6 Zentimetern haben. Die Blattspreite ist kreisförmig oder eiförmig. Sie wird bis zu 10,5 Zentimeter lang und ist im Durchschnitt 5 Zentimeter breit.

Ebenso wie der Stängel ist auch die Blattspreite filzig behaart. Sie ist zudem dunkelgrün gefärbt. Die Ränder der Blätter sind eingeschnitten. Zur Blütezeit trägt die Patchoulipflanze ährige Blütenstände. Diese werden durchschnittlich 6 Zentimeter lang und 7 Zentimeter breit. Auch die Blütenstände sind filzig behaart. Die zahlreichen Blüten ordnen sich in Scheinquirlen an. Die Kronblätter der Blüten sind violett und miteinander verwachsen. Die Staubblätter der ährigen Blütenstände sind ebenfalls behaart.

Vorkommen und Anbau

Der Indische Patchouli ist in Sri Lanka, Taiwan, Indonesien, Südchina und Malaysia heimisch. Auch auf den Philippinen wächst der Lippenblütler. Die Patchoulipflanze wird vorwiegend wegen ihres ätherischen Öls angebaut. Aus den getrockneten und fermentierten Blättern der Patchoulipflanze wird mittels Wasserdampfdestillation das ätherische Öl gewonnen. 33 Kilogramm getrocknete Blätter ergeben ein Kilogramm ätherisches Öl. Das Öl ist zähflüssig und orangebraun gefärbt. Es duftet intensiv erdig, exotisch und ein bisschen rauchig. Das Patchouliöl erreicht erst nach einigen Jahren Reifung die volle Duftqualität. Patchouli ist eines der sinnlichsten ätherischen Öle. Es gehört zu den wichtigsten Duftstoffen, die in der Parfümindustrie verarbeitet werden.

Anwendung und Wirkung

Das ätherische Patchouliöl enthält zum überwiegenden Teil Sesquiterpene und Sesquiterpenole. Weiterhin sind Sesquiterpenoxide und Sesqiuterpenketone enthalten. Die seltenen Sesquiterpene und der Patchoulialkohol verleihen dem ätherischen Patchouliöl seinen besonderen Duft. In keinem anderen natürlichen Stoff findet sich eine so hohe Konzentration von Sesquiterpenen wie im Patchouliöl. Auf der körperlichen Ebene wirkt das Öl entspannend und entkrampfend. Es zeigt eine pflegende Wirkung auf die Haut. Auch Hautregeneration ist mit dem Öl möglich.

Die aus Patchouli gewonnenen Öle helfen bei Pilzinfektionen, Hautirritationen, Krampfadern und Hämorrhoiden.

Zudem hat Patchouli eine venentonisierende Wirkung. Es regt müde Venen an und fördert den venösen Rückfluss zum Herzen. Zu einem geringen Teil ist das Öl der Patchoulipflanze auch gegen Pilze wirksam. Die antimykotische Wirkung ist jedoch nur schwach, sodass das Patchouliöl bei Mykosen mit anderen stärker antimykotisch wirksamen Ölen kombiniert werden sollte. Dafür wirkt Patchouli aber insekten- und parasitenabweisend. Auf der psychischen Ebene hat Patchouli eine stimmungsaufhellende Wirkung. Es wirkt ausgleichend und stärkend zugleich. Auch eine aphrodisierende Wirkung wird dem Öl nachgesagt.

Wogegen hilft Patchouli?

Bedeutung für die Gesundheit

Patchouli ist der Duft der sogenannten 68er-Generation, der Blumenkinder und Hippies. Erfahrungen zeigen, dass der pure Duft der Pflanze entweder geliebt oder abgelehnt wird. In Kombination mit anderen Blumen- oder Zitrusölen bildet es allerdings eine schöne Synergie, die meist auch von "Patchouligegnern" angenommen wird. Patchouli ist ein Kardinalmittel bei nervösen Störungen, die sich in Form von Hautirritationen bemerkbar machen.

Zum einen ist das Öl sehr hautpflegend. Es pflegt die Haut und regt sie zugleich zur Regeneration an. Gleichzeitig kann das Öl aber auch das Nervensystem schützen und die Psyche stabilisieren. Dadurch verbessert sich das Hautbild in der Regel recht schnell. Ein weiteres bewährtes Anwendungsgebiet für Patchouli sind Krampfadern (Varizen). Hier empfiehlt es sich, das Patchouliöl mit Jojoba- oder Mandelöl zu vermischen. Als Faustregel gelten 20 Tropfen ätherisches Öl auf 100 Milliliter fettes Öl. Die Beine sollten bei ausgeprägten Krampfadern täglich zweimal mit der Ölmischung eingerieben werden.

Auch bei Hämorrhoiden kann Patchouli helfen. Weitere Indikationen sind gereizte Haut, Neurodermitis, Nervosität und Stress. Auch bei Hautparasiten, wie beispielsweise bei Krätzemilben, kann Patchouli eingesetzt werden. Es hat sich zudem als hilfreich bei der Insektenabwehr erwiesen. Auch neurovegetative Dystonie und Suchterkrankungen sind mögliche Einsatzgebiete für das ätherische Öl der Patchoulipflanze.

Es sollte jedoch stets darauf geachtet werden, dass es sich um ein naturreines ätherisches Öl handelt. Dieses erkennt man an der Angabe "100 % reines ätherisches Öl" auf dem Etikett. Zudem sollte die genaue lateinisch-botanische Bezeichnung der Herkunftspflanze, in diesem Fall Pogostemon cablin oder Pogostemon heyneanus, vermerkt sein. Auch der deutsche Pflanzenname muss auf dem Etikett stehen. Ebenso sollte die Anbauweise erkennbar sein. Ätherisches Öl aus kontrolliert-biologischem Anbau (kbA) oder in demeterzertifizierter Bioqualität ist zu bevorzugen. Je natürlicher die Bedingungen sind, unter denen das Öl angebaut wurde, desto rückstandsfreier und wirkungsvoller ist das Öl.

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