Passionsblume

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. Juni 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Passionsblume

Als Passionsblume wird eine Kletterpflanze bezeichnet, die sich auch als Heilpflanze verwenden lässt. So übt das wunderschön anzusehende Gewächs eine beruhigende Wirkung aus.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Die Passionsblume (Passiflora) bildet eine artenreiche Gattung und gehört der Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae) an. Insgesamt gibt es mehr als 530 unterschiedliche Arten auf der Welt. Die Passionsblume besticht nicht nur durch ihr schönes Aussehen, sondern verfügt auch über wertvolle gesundheitsfördernde Effekte. So weist sie eine beruhigende Wirkung auf, die bereits von den amerikanischen Ureinwohnern geschätzt wurde. 2011 erfolgte die Wahl der Passionsblume zur Arzneipflanze des Jahres.

Vorkommen und Anbau

Rund 500 Arten der Passionsblume gedeihen in Südamerika, Mittelamerika sowie im südlichen Nordamerika. Einige Spezies wachsen aber auch in Asien, Australien, Neuseeland, Madagaskar und den Galapagos-Inseln. Zur therapeutischen Anwendung gelangt die Passiflora incarnata (Fleischfarbige Passionsblume). Sie ist die einzige Passionsblumenart, aus der medizinische Präparate hergestellt werden. Auf natürliche Weise wächst sie im Südosten der USA wie in den Bundesstaaten Florida und Louisiana sowie in Mexiko. Da sie über Kälteresistenz verfügt, ist sie in der Lage, auch in milderen europäischen Gebieten zu überwintern.

Die Passionsblume erreicht eine Wuchshöhe von maximal 10 Metern. Außerdem weist sie eine Verwandtschaft mit der Passiflora edulis auf, die verzehrbar ist und aus der die Maracujafrüchte hervorgehen. In Europa lässt sich die Passiflora incarnata auch als Zimmerpflanze halten. Die Blütezeit der Passionsblume findet in den Monaten August und September statt. Die Blüten haben eine Größe von rund 8 Zentimetern.

Ihre Färbung fällt unterschiedlich aus und kann entweder violett, rötlich oder weiß sein. Im Inneren der Blume befindet sich eine Innenkrone, die mit dünnen Blütenblättern ausgestattet ist. Die Passionsblume gehört zu den Schlingpflanzen. Ihr Stängel weist eine Länge von bis zu fünf Metern auf. Nach der Bestäubung kann die Passionsblume orangefarbene Beeren hervorbringen. Diese enthalten saftiges Fruchtfleisch und zahlreiche Samen.

Anwendung und Wirkung

Die Passionsblume ist für ihre krampflösenden, blutdrucksenkenden und beruhigenden Effekte bekannt. Diese werden durch die Inhaltsstoffe der Passiflora incarnata wie Protocatechusäure, Flavonoide, Kaffeesäure sowie p-Hydrobenzoesäure hervorgerufen. Außerdem ist etwas ätherisches Öl in der Pflanze vorhanden. Zur Anwendung kommt die Passionsblume entweder als Tee oder Tinktur.

Die Passionsblume hat krampflösende, beruhigende und blutdrucksenkende Wirkung. Somit werden aus ihr Präparate gegen Schlaflosigkeit und innere Unruhe angefertigt.

In der Regel wird sie als Teemischung dargereicht. Zur Zubereitung eines Passionsblumentees übergießt der Anwender zwei Teelöffel mit Passionsblumenkraut mit einer Tasse abgekochtem Wasser. Die anschließende Ziehdauer beträgt 10 Minuten. Nach dem Abseihen kann der Tee schluckweise verabreicht werden. Die empfohlene Dosis liegt bei ein bis drei Tassen pro Tag. Nach einer Anwendung von sechs Wochen sollte die Therapie zeitweise unterbrochen werden, um unerwünschte Langzeitwirkungen zu verhindern. Auf diese Weise lässt sich auch die positive Wirkung der Passionsblume erhalten, die sonst durch die Gewöhnung nachlassen könnte.

Es ist auch möglich, eine Tinktur aus der Passionsblume selbst herzustellen. Erster Schritt ist das Einfüllen der Passionsblume in ein Schraubdeckelglas. In dieses werden dann Weingeist oder Doppelkorn gefüllt. Nach dem Verschließen des Glases zieht die Mischung für einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen. Im Anschluss an das Abseihen lässt sich der Inhalt in eine dunkle Flasche füllen. Die Dosis für die Tinktur liegt pro Tag zwischen 10 und 50 Tropfen. Bei einer zu intensiven Konzentration ist auch eine Verdünnung mit Wasser möglich. Angeboten werden Präparate der Passionsblume auch in Form von Fertigarzneimitteln wie Tabletten, Kapseln sowie Flüssig- und Trockenextrakten. Nicht selten wird die Passionsblume mit anderen pflanzlichen Mitteln kombiniert. Dazu gehören zum Beispiel Melisse, Hopfen, Baldrian und Johanniskraut.

Wogegen hilft die Passionsblume?

Bedeutung für die Gesundheit

Der gesundheitliche Wert der Passionsblume besteht in ihrer beruhigenden Wirkung. Die Pflanze hat sich zur Behandlung von Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität und nervösen Magen-Darm-Beschwerden bewährt. Als besonders effektiv gelten ihre positiven Effekte bei Kindern, die unter Angstzuständen, depressiven Verstimmungen oder Aufmerksamkeitsproblemen leiden. Darüber hinaus verwenden auch Zahnmediziner die Passionsblume, um Angstpatienten zu beruhigen.

Als empfehlenswert gilt die Passiflora incarnata außerdem zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden, Asthma bronchiale und zu hohem Blutdruck. Des Weiteren wird der Heilpflanze eine lindernde Wirkung beim Drogenentzug nachgesagt, was sich allerdings noch nicht wissenschaftlich belegen ließ. Zur medizinischen Anwendung gelangte die Passionsblume schon bei den nordamerikanischen Indianern, die die Wurzel der Pflanze nutzten. Dabei wurde das Heilkraut ebenfalls gegen Schlaflosigkeit sowie gegen Hysterie verwendet. Später griff auch die europäische Pflanzenheilkunde auf das wirksame Mittel zurück.

Nebenwirkungen sind beim Gebrauch der Passionsblume nur selten zu befürchten. In manchen Fällen treten allergische Reaktionen auf. Wird der Extrakt der Passionsblume zu hoch dosiert, drohen unerwünschte Effekte wie Angstzustände, Schmerzen in der Brust, Schlaflosigkeit, Spannungskopfschmerzen und Schweißausbrüche. Von einer Anwendung während der Stillzeit wird abgeraten.

Rezeptfreie Naturheilmittel und Homöopathie

 

Bücher über Heilpflanzen

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Passionsblume?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?