Parodontose (Parodontitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Dezember 2014
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Bei der Parodontitis, umgangssprachlich auch als Parodontose bezeichnet, handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Zahnfleisches (Zahnbett). Innerhalb der teilweise schwerwiegendes Erkrankungen des Zahnapparates gehört die Parodontitis zu den sogenannten degenerativen Beeinträchtigungen. Das heißt: ohne Therapie kann die Entzündung auf den Kieferknochen übergreifen und zu Zahnverlust führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Paradontose (Parodontits)?

Bei einer Parodontose (Parodontits) entzündet sich das System, welches den Halt der Zähne und deren Stabilität beim Kauvorgang gewährleistet (Zahnbett). Der Grund: Keime bzw. Bakterien, die mangels Mundhygiene Zähne und Zahnfleisch besiedeln.

Die Entzündung kann sich auf den Kieferknochen ausweiten und zu einem Rückgang von Zahnfleisch führen. Daraufhin kommt es zu den typischen Merkmalen von Paradontose - den freiliegenden Zahnhälsen.

Wie bei allen bekannten Zahnerkrankungen, können auch die Risiken für eine Parodontose weitgehend durch eine gesunde Lebensweise und eine zuverlässige Pflege der Zähne und des gesamten Mundes ausgeschaltet werden.

Ursachen

Die Ursachen einer Parodontose (Parodontitis) sind ganz unterschiedlich, sind jedoch gegenwärtig so weit wie möglich erforscht. Erstaunlicherweise werden sogar deutliche Zusammenhänge zwischen der Entwicklung einer Parodontose und einer Osteoporose angenommen.

Zu den Ursachen gehören sowohl verschiedene natürliche Auslöser (genetische Vorbelastung), spezielle Krankheitsbilder als auch ungünstige äußere Einflüsse (Ernährung).

Grundsätzlich gilt das Auftreten von entzündungsfördernden Bakterien im Mund- und Rachenraum, für das Entstehen von Paradontose als nachgewiesen.

Die Bakterien vermehren sich insbesondere bei ungünstigen mundhygienischen Voraussetzungen.

Zu den negativen Faktoren für eine Parodontose (Parodontitis) gehören das Aufnehmen von Nikotin durch Zigarettenrauch, eine unzureichende Hygiene des Mundes, sogenannte stressbedingte Auslöser und ein massiv erhöhtes Körpergewicht. Hormonelle Veränderungen, ein verändertes Säure-Basen-Gleichgewicht im Mund sowie altersbedingte Abbauprozesse können ebenfalls eine Parodontose hervorrufen.

Rückgang des Zahnfleisches und freiliegende Zahnhälse - typisches Merkmal einer Parodontose.

Symptome und Verlauf

Ein typisches Zeichen, das sich beim unbehandelten Verlauf der Parodontose (Parodontitis) zeigt, ist der Rückgang des Zahnfleisches (freiliegende Zahnhälse). Dieser Prozess ist ebenfalls als Zahnfleischschwund bekannt und kann durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden.

Ist die Parodontose (Parodontitis) sehr intensiv ausgeprägt und weit fortgeschritten, können auch die Knochen der Kiefer davon betroffen sein und durch ein Absterben von Gewebe an Substanz und Funktionsfähigkeit verlieren.

Diagnose

Eine frühzeitige Diagnose der Parodontose im Rahmen einer zahnärztlichen Kontrolle ist maßgeblich entscheidend für den Heilerfolg.

Die Erkrankung verläuft meist schmerzfrei und die Frühsymptome sind oftmals wenig charakteristisch, weshalb die eigentliche Diagnose der Parodontose meist durch den Zahnarzt erfolgt. Die Methode der Wahl bei der Diagnoseerhebung ist die Ermittlung des Parodentalen Screening-Index (PSI).

Der Zahnarzt überprüft hierbei mit Hilfe einer kallibrierten Messsonde an jedem Zahn die Dicke der einzelnen Zahnfleischtaschen. Eine Eindringtiefe von 1-2 mm wird bei gesundem Zahnfleisch gemessen, während über 4 mm auf eine Parodontalerkrankung hinweisen können. Diese Messung verläuft für den Patienten praktisch schmerzfrei.

Um Aussagen über das genaue Ausmaß der Parodontose treffen zu können, fertigt der Zahnarzt zusätzlich eine Röntgenaufnahme von Ober- und Unterkiefer an. So kann der Knochenabbau im Kiefer betrachtet werden. Mit einem speziellen Test kann untersucht werden, um welche Art von Bakterien es sich handelt - so kann die Therapie individueller abgestimmt werden.

Behandlung und Therapie

Wenn sich der Verdacht auf eine Parodontose (Parodontitis) nach diagnostischen Untersuchungen bestätigt, dann sollte unverzüglich die Behandlung einsetzen. Spezielle Verfahren wie eine Ausräumung der Zahnfleischtaschen und das Abtragen von Plaque und Zahnstein gehören zu den teilweise aufwendigen Methoden, die vom Zahnarzt durchgeführt werden. Dies trifft ebenfalls für eine Reinigung der Zahnwurzeln zu. Als nachfolgende Therapie eignet sich eine durch das keimabtötende Licht des Lasers erzeugte Reduzierung entzündungsauslösender Bakterien. Dies beugt einem erneuten Prozess der Parodontose vor.

Basiert die Parodontose hauptsächlich auf Bakterien, dann kann eine medikamentöse Unterstützung der Therapie durch spezielle Antibiotika oder natürliche Substanzen angebracht sein. Bestehen Zusammenhänge zwischen Vorerkrankungen oder stark immunsystem-schwächenden Krankheiten, dann ist in diesem Bereich eine Heilung zu forcieren, um die Ursachen weitgehend auszuschalten oder zu minimieren. Eine Stärkung des körpereigenen Immunsystems ist ebenfalls bei der Therapie der Parodontose (Parodontitis) wichtig.

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Vorbeugung

Um einer Paradontose vorzubeugen muss neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, die den Zahnhalteapparat beansprucht und für eine bessere Durchblutung sorgt, die Zahn- und Mundpflege entsprechend den wissenschaftlichen Erkenntnissen vorgenommen werden.

Eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit optimiert die Konsistenz des Speichels, was zu einer Vorbeugung gegen Parodontose (Parodontitis) beiträgt. Je dünnflüssiger Speichel ist, desto weniger Ablagerungen können sich an den Zähnen bilden.

Darüber hinaus sind regelmäßige prophylaktische Behandlungen beim Zahnarzt notwendig, um eine Parodontose frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Zu diesen Kontrollen kommen ebenfalls zahntechnische Prophylaxen sowie das Abtragen von Zahnstein.

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