Paprikaallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. Februar 2017
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Chili, Capsicum, Pfefferoni, Peperoni und Peperone wie die Paprika auch genannt wird, wurde von den amerikanischen Ureinwohnern als Nahrungs- und Heilmittel gegen Zahnschmerzen und Arthrose genutzt. Von Menschen mit einer Paprikaallergie ist das ansonsten gesunde und Vitamin-C-reiche Gemüse zu meiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Paprikaallergie?

Die ursprünglich aus Mittelamerika stammende Paprika gehört wie die Tomaten und Auberginen zu den Nachtschattengewächsen. Als Paprika bezeichnet man sowohl die Pflanze als auch die Frucht. Die reifen, zylindrisch bis kugelförmigen Früchte sind weiß, gelb, orange, rot oder braun. Grüne, schwarze oder violette Früchte sind immer unreif. Je nach Größe, Farbe und Schärfe werden sie auch als Pepperoni oder Chili bezeichnet. Alkylmethoxypyrazine geben der Paprika ihren unverwechselbaren Geruch, während für den Geschmack verschiedene, ätherische Öle verantwortlich sind. Eine reife Paprika enthält vor allem Vitamin C (etwa 0,4 Prozent), zahlreiche Flavonoide, Carotin und etwa sechs Prozent Zucker. Für die Schärfe der Früchte ist das Capsaicin verantwortlich.

Ursachen

Für nach dem Essen auftretende Beschwerden wie Schnupfen, Asthma, Bauchschmerzen aber auch andere Symptome, ist häufig eine Lebensmittelallergie verantwortlich. Etwa sieben Prozent der deutschen Bevölkerung haben so starke Allergieanzeichen, dass eine Behandlung nötig ist.

Eine Lebensmittelallergie wie die Paprikaallergie ist eine sehr starke Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe (Allergene). Hinter einer Nahrungsmittelallergie können auch andere Allergien stecken. Dann tritt zum Beispiel die Paprikaallergie als sogenannte Kreuzallergie auf. So kann bei einer Pollenallergie zum Beispiel der Verzehr von Paprika, Nüssen oder Ananas die Anzeichen einer Allergie auslösen.

Körperliche Anstrengungen, Stress und Alkohol verstärken die allergischen Reaktionen auf Paprika noch weiter. Unbehandelte, allergische Reaktionen können zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Deshalb sollte jeder Allergiker immer ein von seinem Arzt zusammengestelltes Notfallset mit sich führen, um damit im Notfall die Symptome wieder rasch abklingen zu lassen. In das Notfallset gehört meist eine Adrenalin Fertigspritze, ein Antihistaminikum und Kortison Präparate, zum schnellen Abklingen der Schwellungen. Bei einem Notfall sollte nicht abgewartet werden, sondern immer gleich der Notarzt gerufen werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Paprikaallergie:

Zu den möglichen, auftretenden Symptomen gehören Hautrötungen, geschwollene, erwärmte Hautstellen, auch in Verbindung mit Bläschen- und Pustelbildung, Niesen, Kratzen im Hals und laufende Nase wie bei einem Schnupfen, Schwellungen im Mundbereich, vor allem Zunge und Lippen sind betroffen. Außerdem kommt es zum Jucken im Rachen und Gaumenbereich und die Augen tränen und jucken. Allgemeine Beschwerden des Verdauungstraktes wie Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall können ebenso auftreten. Ein weiteres Symptom ist Kopfschmerzen.

Da die Symptome oft nur verzögert auftreten, ist das auslösende Nahrungsmittel oft nur schwer zu identifizieren. Das Paprikaallergen wird als CAP a 1 bezeichnet. Das ist ein hitzebeständiges Protein. Eine Gefahr für eine Paprikaallergie besteht vor allem für Menschen mit einer Birkenallergie. Die allergischen Reaktionen auf Paprika sind meist relativ gering, es kann aber auch hier zu anaphylaktischen Reaktionen kommen. Ein anaphylaktischer Schock gehört zu den schwerwiegendsten allergischen Reaktionen des menschlichen Körpers. Deshalb ist es wichtig, dass Ärzte und umgebende Personen eine Anaphylaxie sofort erkennen, um geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die schlimmste Form einer Anaphylaxie ist das tödliche Kreislaufversagen.

Diagnose

Werden die oben genannten Symptome nach dem Verzehr von Paprika beobachtet, kann es sich um eine Paprikaallergie handeln. Um das eindeutig zu klären und eine eindeutige Diagnose zu erhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einer Paprikaallergie wird meist ein Pricktest, ein IgG Test oder ein Provokationstest gemacht. Zur Durchführung eines Allergietests ist nicht zwingend ein Arztbesuch nötig. Zuverlässige IgG Diagnostik können auch von zu Hause aus durchgeführt werden. Mithilfe eines gekauften Testkits wird ein Tropfen Blut entnommen, der an das entsprechende Labor geschickt wird.Bereits nach wenigen Tagen erhält der Betreffende ein individuelles Testergebnis über 22 oder 44 überprüfte Lebensmittel.

Behandlung und Therapie

Für Allergiker ist es wichtig, dass sie lernen, mit ihrem Handicap zu leben und sorgsam auf das zu achten, was sie essen. So ist vor dem Verzehr von verpackten Lebensmitteln und Fertiggerichten immer erst genau die Liste der darin enthaltenen Stoffe zu lesen. Damit wird eine versehentliche Aufnahme von Allergie auslösenden Zusätzen vermieden. Wenn das Allergen bekannt ist, sind auch kleinste Mengen davon zu meiden.

Je nach der Stärke der Allergien und ihren täglichen Beeinträchtigungen sind die vom Arzt verordneten Medikamente genau nach Plan einzunehmen. Zur Verfügung stehen vor allem Antihistaminika als Spray, in Tabletten- oder Tropfenform und entzündungshemmendes Cortison. Bei einigen Allergien kann eine Desensibilisierung, beziehungsweise Hypersensibilisierung, erfolgreich durchgeführt werden. Dabei werden dem Körper des Patienten über einen längeren Zeitraum kleine Mengen des Allergie auslösenden Stoffes gespritzt. Durch eine allmähliche Erhöhung der Dosen soll der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt und stabilisiert werden.

Während der Desensibilisierungsphase dürfen keine antiallergischen Medikamente verabreicht werden. Diese Behandlung fand in früheren Jahren reichlich Anwendung, während sie mittlerweile von einigen Medizinern strikt abgelehnt wird. Unter anderem auch aus Kostengründen, denn die Behandlung geht oft über einen Zeitraum von drei Jahren. Andere Ärzte schwören noch immer auf die Methode und können auch gute Erfolge vorweisen. Als ziemlich sicher gilt inzwischen aber die Wirkungslosigkeit bei Patienten, die älter als 40 Jahre alt sind. Außerdem wird bei vielen Allergikern ab diesem Alter ein automatischer Rückgang der Intensität der Beschwerden beobachtet.



Vorbeugung

Wenn eine Paprikaallergie festgestellt wurde, so lassen sich entsprechende allergische Reaktionen am einfachsten vermeiden, indem auf den Verzehr von Paprika gänzlich verzichtet wird. In solchen Fällen hilft nur eine strikte Diät. In gekochter Form wird die Paprika jedoch von den meisten Allergikern gut vertragen. Zu einem beschwerdefreien Leben gehört das Wissen, in welchen Lebensmitteln Paprika enthalten ist, damit deren Verzehr vermieden werden kann. Viele Soßen, Gewürze und Knabbereien, wie zum Beispiel Chips, enthalten Paprika, das allein schon wegen seiner Farbe gerne im Lebensmittelbereich eingesetzt wird.

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