Pankreaszyste

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. April 2015
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Eine Pankreaszyste ist eine Wucherung in der Bauchspeicheldrüse, die in Blasenform auftritt. Dabei kann man zwischen echten Zysten bzw. Pseudozysten unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pankreaszyste?

Eine echte Zyste besteht aus Epithel, einer Grundgewebeart, die keine Blutgefäße und auch keine Pankreasenzyme enthält. Grundsätzlich treten echte Zysten seltener auf als so genannte Pseudozysten und man kann zwischen drei verschiedenen Formen unterscheiden.

Kongenitale Zysten sind erblich bedingt, Retentionszysten treten häufig im Rahmen einer chronischen Pankreatitis auf, neoplastische Zysten können nur durch eine genauere Untersuchung von Pseudozysten unterschieden werden und sind aus Tumorgewebe aufgebaut. Die Atlanta-Klassifikation (1993) unterscheidet darüber hinaus zwischen chronischen und akuten Pseudozysten, wobei hier vor allem das Alter der Zysten für die Definition maßgeblich ist.

Es können hier vier Krankheitsentitäten unterschieden werden:

  • akute Flüssigkeitsansammlungen auf Grund einer akuten Pankreatitis ohne Wandbildung
  • akute Pankreaspseudozysten, die auf Grund eines Traumas oder einer akuten Pankreatitis entstehen und die eine Wand aus Granulationsgewebe aufweisen
  • chronische Pankreaspseudozysten als Folge einer chronischen Pankreatitis

Ursachen

Pseudozysten entstehen häufig durch Verletzungen der Bauchspeicheldrüse oder auf Grund einer akuten Pankreatitis. Sie enthalten Amylase und Lipase und im Inneren befindet sich oft Blut oder Serum.

Pankreaspseudozysten treten sehr oft bei Patienten auf, die an einer alkoholischen chronischen Pankreatitis leiden. Echte Zysten können angeboren sein oder sie entwickeln sich aus Ausstülpungen der Bauchspeicheldrüse bzw. durch eine chronische Pankreatitis.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Pankreaszyste:

Eine Pankreaszyste verursacht meistens Symptome wie allgemeine Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Blähungen, Erbrechen, Übelkeit, Fieber, Rückenschmerzen bzw. Ohnmacht. Ist die Zyste größer treten auch manchmal Koliken auf. Verengt die Zyste den Gallengang, so ist es möglich, dass eine Gelbfärbung der Schleimhäute, der Haut bzw. der Bindehaut der Augen auftritt. Insgesamt sind die Symptome eher unspezifisch, wodurch eine frühzeitige Diagnose zusätzlich erschwert wird.

Diagnose

Nach einer Anamnese bzw. einer klinischen Untersuchung stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Lokalisation der Zyste zur Auswahl. Pankreaszysten können sehr gut mit Hilfe einer Oberbauchsonografie festgestellt werden, aber auch ein CT oder MRT können vor allem bei großen Flüssigkeitsansammlungen zu einer Diagnosestellung herangezogen werden. Eine eindeutige Diagnose ist wichtig, um die Behandlung konkret planen zu können, ist aber manchmal trotz CT oder MRT nicht möglich. Deshalb zieht man auch indirekte Faktoren heran, um die Notwendigkeit bzw. das Risiko einer chirurgischen Behandlung einschätzen zu können. Dazu zählen:

  • Zystengröße bzw. Wachstum
  • Symptomatik
  • Solide Anteile in der Zyste
  • Erweiterung des Pankreasganges (> 6mm)

Des Weiteren wird oft auch eine so genannte ERCP (Endoskopisch-Retrograde-Cholangio-Pankredikographie) durchgeführt. Dafür wird ein Kontrastmittel in den Gallen- bzw. Pankreasgang appliziert, sodass dieser dargestellt werden kann. In ganz speziellen Fällen wird auch eine Kernspintomographie gemacht, um genauere Informationen über die Gefäße, die in der Nähe liegen, gewinnen zu können. Manchmal ist es auch notwendig, Zystenflüssigkeit zu entnehmen, um sie auf mögliche Krebsanzeichen zu untersuchen. Wird eine erhöhte Konzentration von CEA (karzinoembryonales Antigen) in der Probe festgestellt, so kann die auf Krebs hindeuten.

Behandlung und Therapie

Wenn Zysten auf Grund einer Pankreatitis entstehen, so wird die Wucherung beobachtet, da sie sich in vielen Fällen auch alleine wieder zurückbilden. Klagen die Patienten jedoch über Beschwerden, so ist es möglich, eine Drainage vorzunehmen. In diesem Fall wird durch den Magen oder den Zwölffingerdarm ein Loch geschnitten und ein Gastroskop eingeführt.

Mit Hilfe eines Stent wird dieses offen gehalten, sodass die Flüssigkeit aus der Zyste ablaufen kann. Im Normalfall dauert es etwa drei Monate bis die Zyste entleert ist. Dann verkleben die Außenwände der Zyste miteinander und sie verschwindet. Ist die Zyste mit Eiter gefüllt, so verwendet man zur Entleerung auch ein Endoskop, wodurch auch eventuelle tote Gewebeteile entfernt werden können.

Eine endoskopische bzw. operative Behandlung ist vor allem beim Vorliegen folgender Komplikationen indiziert:

  • Kompression von Magen und großer Gefäße
  • Einengung bzw. Behinderung des Galleabflusses
  • Vorliegen einer eingebluteten oder infizierten Zyste

Eine Behandlung ist außerdem empfehlenswert, wenn die Zyste Symptome wie Erbrechen, Übelkeit, Völlegefühl oder gastrointestinale Blutungen hervorruft.

Des Weiteren ist eine Therapie indiziert, wenn Zysten über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen bestehen, da eine spontane Rückbildung dann nur mehr selten auftritt und es darüber hinaus häufiger zu Komplikationen kommen kann.

Eine endoskopische Behandlung ist vor allem für Zysten geeignet, deren Wand größer als 5 mm und deren Durchmesser kleiner als 1cm ist. Eine Therapie empfiehlt sich auch, wenn eine chronische Pankreatitis mit Pankreasgangsteinen vorliegt. Bei Verdacht auf ein Malignom ist immer ein operatives Vorgehen erforderlich.

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Vorbeugung

Einer Pankreaszyste kann direkt nicht vorgebeugt werden. Ärzte empfehlen jedoch viel Bewegung und Sport sowie eine ballaststoffreiche Ernährung. Wichtig ist es auch, auf Alkohol zu verzichten bzw. den Zigarettenkonsum einzuschränken.

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