Pankreasinsuffizienz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Pankreasinsuffizienz beschreibt einen Funktionsverlust der Bauchspeicheldrüse, wobei sowohl die Hormone, die den Blutzucker regulieren, als auch die Verdauungsenzyme betroffen sein können. Typische Beschwerden, die in diesem Zusammenhang auftreten, sind Blutzuckerstörungen sowie Verdauungsbeschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pankreasinsuffizienz?

Die Pankreas (Bauchspeicheldrüse) befindet sich im Oberbauch und hat zwei Aufgaben zu erfüllen: Einerseits ist sie für die Produktion der Verdauungsenzyme verantwortlich, andererseits produziert sie Hormone wie Glucagon oder Insulin, die den Blutzucker regulieren. Tritt eine Pankreasinsuffizienz auf, so können diese Funktionen vermindert sein oder auch gänzlich ausfallen.

Dabei unterscheidet man zwischen einer exokrinen bzw. endokrinen Pankreasinsuffizienz. Von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz spricht man, wenn die Bauchspeicheldrüse keine oder zu wenig Verdauungsenzyme produziert. Leiden Patienten unter einer endokrinen Pankreasinsuffizienz, wird kein oder weniger Insulin produziert, was sich meistens in Diabetes mellitus äußert.

Ursachen

Sehr häufig tritt eine Pankreasinsuffizienz im Rahmen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auf. Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann unterschiedlichste Gründe haben, wobei man hier zwischen einer akuten bzw. einer chronischen Form unterscheidet. Eine akute Entzündung entsteht häufig durch Erkrankungen des Gallenweges, durch übermäßigen Alkoholgenuss oder in selteneren Fällen durch Medikamente wie Östrogene oder Cyclosparin.

Eine chronische Entzündung wird hauptsächlich durch den regelmäßigen Konsum von Alkohol hervorgerufen. Eine Pankreasinsuffizienz kann aber auch durch die Erbkrankheit Mukoviszidose entstehen. Bei dieser Erkrankung ist ein Zellkanal nicht richtig ausgebildet, sodass wichtige Transportvorgänge beeinträchtigt sein können.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Pankreasinsuffizienz:

Die Symptome bei einer Pankreasinsuffizienz sind unterschiedlich und hängen davon ab, welche Region der Bauchspeicheldrüse betroffen ist. Bei einer exokrinen Insuffizienz kommt es erst zu Beschwerden, wenn etwa 90 Prozent des Organes nicht mehr funktionieren. Probleme bereitet dann vor allem das Fett in der Nahrung, dass nicht richtig verdaut wird und zu Erbrechen und Übelkeit führt.

Typisch sind auch so genannte Fettstühle, das heißt, der Stuhlgang ist fettig glänzend, übelriechend und manchmal auch hell entfärbt. Da die Verdauung gestört ist, verlieren die Betroffenen an Gewicht, obwohl sie ausreichend Nahrung zu sich nehmen. Außerdem kann ein Vitaminmangel auftreten, da die Vitamine E, D, K bzw. A nicht in ausreichender Menge aufgenommen werden können.

Des Weiteren treten auch schmerzhafte Blähungen auf, da die Nahrung unverdaut in den Dickdarm gelangt, außerdem kann es auch zu Schmerzen im Oberbauch kommen, die bis in den Rücken ausstrahlen. Eine endokrine Pankreasinsuffizienz äußert sich durch Abgeschlagenheit, häufigen Harndrang sowie ein großes Durstgefühl.

Darüber hinaus kann im Blut ein sehr hoher Blutzuckerspiegel gemessen werden, da die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin bildet. Ist hauptsächlich die Produktion von Glucagon betroffen, so entstehen schwere Unterzuckerungen, die mit Symptomen wie Kaltschweißigkeit, Zittern oder Bewusstseinsverlust einhergehen.

Diagnose

Nach einer Anamnese durch den Hausarzt bzw. einen Facharzt für Innere Medizin folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Bauch abgetastet wird. Außerdem werden Haut und Augen inspiziert, da diese bei einer Pankreasinsuffizienz oftmals gelb verfärbt sein können. Allerdings kann eine Gelbfärbung auch auf eine Erkrankung der Gallenwege bzw. der Leber hindeuten. Anschließend werden auch Blut und Stuhl analysiert, weiteren Aufschluss geben eine Computertomografie, ein Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie. In selteneren Fällen kommt ein Test zum Einsatz, um die Sekretproduktion der Bauchspeicheldrüse zu bestimmen.

Behandlung und Therapie

Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz wird zunächst die konkrete Ursache beseitigt. So werden beispielsweise Steine, die sich im Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse befinden, zerkleinert bzw. herausgespült. Sollte die exokrine Pankreasinsuffizienz dann immer noch bestehen bleiben, so kommen drei Therapiemaßnahmen zum Einsatz.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Ernährung. Die Patienten sollten ihre Nahrung auf etwa sieben Portionen pro Tag verteilen und fettige Nahrungsmittel meiden. Im Normalfall werden die Patienten von einer Diätassistentin beraten, die die Ernährung optimal an das individuelle Krankheitsstadium anpasst. Vom Alkoholkonsum ist komplett abzuraten. Ein absolutes Tabu sind auch Zigaretten, denn auch sie wirken schädigend auf die Bauchspeicheldrüse.

Die Symptome können auch durch Kapseln verbessert werden, die Verdauungsenzyme enthalten und eine magensaftresistente Hülle haben. Die Enzyme werden während der Mahlzeiten unzerkaut mit Flüssigkeit eingenommen und lösen sich dann im Magen auf. Dadurch werden die Enyme freigesetzt und das Fett kann auf diese Weise gespalten werden. Da bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz eventuell auch die Vitaminaufnahme gestört ist, werden diese oftmals künstlich zugeführt.

Leiden die Patienten an einer endokrinen Pankreasinsuffizienz, ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel regelmäßig zu überprüfen bzw. künstlich zu unterstützen. Fehlen das Insulin und das Glukagon komplett, so gestaltet sich die Blutzuckereinstellung oft sehr schwierig. Gegebenenfalls wird bei diesen Patienten ein so genannter Insulin-Pen eingesetzt.

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Vorbeugung

Eine bereits bestehende Pankreasinsuffizienz kann nicht geheilt werden, aber durch eine entsprechende Therapie ist es möglich, die Symptome zu reduzieren und die Erkrankung positiv zu beeinflussen. Die Prognose ist auch von der Ursache der Erkrankung abhängig bzw. davon, welche Funktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt ist. Alkohol sollte auf jeden Fall vermieden werden, da er eine Pankreasinsuffizienz noch zusätzlich verschlimmern kann.

Druch den Verzicht auf schädigende Genussmittel bzw. durch eine ausgewogene Ernährung kann einer Pankreasinsuffizienz indirekt vorgebeugt werden. Bei Beschwerden der Galle, des Zwölffingerdarms bzw. des Magen-Darm-Traktes sollte rechtzeitig ein Facharzt konsultiert werden, um eventuelle Folgeerkrankungen auszuschalten. Werden Medikamente eingenommen, so ist es empfehlenswert auf Nebenwirkungen bezüglich einer Pankreasinsuffizienz zu achten.

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