Ovarialinsuffizienz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Unter dem Begriff Ovarialinsuffizienz wird eine Störung der Ovarien - der Eierstöcke - bezeichnet. Die Ursachen sind vielfältig; jene Funktionsstörung kann sich des Weiteren in unterschiedlichen Formen sowie Ausprägungen bilden. Bei einer Nichtbehandlung der Ovarialinsuffizienz, tritt eine Sterilität bzw. Unfruchtbarkeit der Frau ein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Ovarialinsuffizienz?

Die Ovarialinsuffizienz ist eine Funktionsbeeinträchtigung bzw. Störung der Eierstöcke. Jene entsteht auf Grund einer Fehlregulation der Follikelreifung, wobei dieser Zustand mitunter hormonell bedingte Gründe hat. Auch ein vorzeitig aufgebrauchter Vorrat an Follikel kann eine derartige Ovarialinsuffizienz auslösen.

Liegt eine leichte Ausprägung der Funktionsstörung vor, finden zwar Ovulationen bzw. Eisprünge statt, jedoch liegt eine stark eingeschränkte Progesteronsynthese vor. Klassische Anzeichen einer derart leichten Form sind Ödeme, Schmierblutungen oder auch ein Spannungsgefühl in den Brüsten. Liegt eine starke ausgeprägte Ovarialinsuffizienz vor, fehlt der Eisprung und die Progesteronproduktion bleibt vollständig aus.

In weiterer Folge leidet der weibliche Körper unter einem Östrogen-Überschuss, welcher im Verlauf das Endometrium - die Gebärmutterschleimhaut - verändert, sodass Dauerblutungen auftreten, die mitunter auch für das Endometriumkarzinom verantwortlich sein können. Leidet die Patientin unter der schwersten Form der Ovarialinsuffizienz, bleibt die Regelblutung komplett aus. Ebenfalls findet keine Reifung der Follikel statt. Die Östrogensynthese lässt nach; in weiterer Folge tritt ein Mangel des Sexualhormons auf. Weitere klassische Anzeichen sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Osteoporose sowie Hitzewallungen oder auch Schlafstörungen.

Ursachen

Die Funktionsstörungen der Eierstöcke werden - je nach Ursache - in verschiedene Formen und Stadien unterteilt. Liegt eine primäre Ovarialinsuffizienz vor, handelt es sich in vielen Fällen um eine genetisch bedingte Störung der Eierstöcke (Swyer-Syndrom, Turner-Syndrom oder Gonadendysgenesien).

Eine primäre Ovarialinsuffizienz kann aber auch auf Grund eines erschöpften Follikelvorrats eintreten. Jener Zustand entsteht infolge von strahlen- sowie chemotherapeutischen Behandlungen, nach schweren Autoimmun- oder Infektionskrankheiten (die im Krankheitsstadium die Ovarien betroffen haben) sowie starkem Nikotinkonsums.

Bei der sekundären Ovarialinsuffizienz, liegt die Ursache in der Hypothalamus- sowie Hypophysenfunktion. Leidet die Patienten unter einer hyophysären Ovarialinsuffizienz, die auf Grund einer Fehlfunktion der Hypophyse zurückzuführen ist, liegen die Ursachen in vielen Fällen in der Schilddrüse (Unterfunktion) bzw. kann jene Erkrankung auch durch übermäßigen Stress sowie einer erhöhten Konzentration von Prolaktin begünstigt werden. Klassisch für die hyperandrogenämische Ovarialinsuffizienz ist der hohe Testosteronspiegel der Patientin.

Die hypothalamische Ovarialinsuffizienz entsteht auf Grund Essstörungen (etwa Anorexie, Bulimie), psychischen Stress sowie Leistungssport oder auch genetischen Vorbelastungen (Kallmann-Syndrom). Des Weiteren geht diese spezielle Form der Ovarialinsuffizienz mit einer fehlregulierten Gonadoliberinausschüttung einher, sodass in weiterer Folge eine Störung die Synthesen von den Gonadotroperen auftritt.

Symptome und Verlauf

Typische Symtome einer Ovarialinsuffizienz:

Klassische Symptome und Anzeichen Ovarialinsuffizienz sind Schmierblutungen sowie Zyklusstörungen. Die Patientin klagt über ein Spannungsgefühl in den Brüsten, fühlt sich depressiv und bemerkt Ödeme bzw. Wassereinlagerungen. Ebenfalls kann ein unerfüllter Kinderwunsch ein weiteres Anzeichen sein, dass eine Ovarialinsuffizienz vorliegt.

Der Verlauf sowie die Prognose der Ovarialinsuffizienz hängen im Endeffekt davon ab, welche Ursache hinter der Erkrankung steckt. Für die primäre Ovarialinsuffizienz gibt es keine Therapiemaßnahmen, die erfolgversprechend angewandt werden. Der Kinderwunsch bleibt in fast allen Fällen unerfüllt. Bei einer sekundären Ovarialinsuffizienz gibt es sehr wohl eine positive Prognose, wobei die Mitwirkung der Betroffenen als auch die kausale Therapie einen wesentlichen Faktor für eine erfolgreiche Behandlung darstellt.

Diagnose

Vorwiegend schöpft der Mediziner Verdacht, wenn die Patientin über einen ständig unregelmäßigen Menstruationszyklus berichtet bzw. über einen lang unerfüllten Kinderwunsch klagt. Damit eine etwaige spezifische Form festgestellt werden kann, findet eine Hormonbestimmung im Serum statt. Liegt eine primäre Ovarialinsuffizienz vor, sind die FSH- und LH-Werte erhöht. Bei einer hyperandrogenämischen bzw. hypophysären Ovarialinsuffizienz, verzeichnet der Mediziner einen deutlichen Anstieg der DHEAS- sowie Testosteron-Konzentration. Des Weiteren können auch polyzystische Ovarien bzw. die Eierstöcke mittels Ultraschallbild festgestellt werden. Liegt eine hypothalamische Ovarialinsuffizienz vor, sind die Werte LH, Progesteron, Östradiol oder FSH entweder im Normbereich oder sind stark erniedrigt.

Behandlung und Therapie

Je nach spezifisch vorliegender Form, richtet sich auch die therapeutische Maßnahme zur Behandlung der Ovarialinsuffizienz. Leidet die Patientin unter einer primären Ovarialinsuffizienz, ist diese Erkrankung irreversibel, sodass der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Handelt es sich um eine Patientin, welche unter 40 Jahre alt ist, kann eine hormonelle Substitutionstherapie helfen, damit der Östrogenmangel kompensiert wird.

Bei einer hypophysären Ovarialinsuffizienz wird in erster Linie der Prolaktinspiegel normalisiert. Dieser Normalisierung erfolgt durch Medikamente. Jene hemmen die Prolaktinsynthese und sorgen dafür, dass der Menstruationszyklus in weiterer Folge wiederhergestellt wird.

Bei einer diagnostizierten Fehlfunktion des Prolaktinoms, kann ebenfalls eine medikamentöse Behandlung zum Erfolg führen.

Vorwiegend verzichten die Ärzte auf operative Eingriffe, jedoch bedeutet das nicht, dass keine durchgeführt werden. Vor allem wird ein chirurgischer Eingriff empfohlen, wenn bereits benachbarte Strukturen angegriffen wurden.

In den meisten Fällen wird auch eine Hormonersatztherapie zugefügt, damit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verhindert werden können. Ebenfalls sorgt die Hormonersatztherapie zur Vorbeugung von Osteoporose. Liegt jedoch der Ovarialinsuffizienz eine Essstörung zugrunde, ist eine zusätzliche psychologische wie psychiatrische Behandlung empfehlenswert.

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Vorbeugung

Die Ovarialinsuffizienz kann nur bedingt bzw. fast gar nicht vorgebeugt werden. Klassische Vorsichtsmaßnahmen sind der Verzicht von Nikotin, das Vermeiden von Gewichtsproblemen (Untergewicht oder Übergewicht), Stressreduzierungen bzw. mit Stress richtig umgehen zu können sowie auch eine regelmäßige Überprüfung des hormonellen Gleichgewichts.

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