Osteoarthritis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Osteoarthritis bezeichnet sowohl eine degenerative Gelenkerkrankung (Arthrose) als auch Entzündungsprozesse (Arthritis) in den Gelenken. Eine Osteoarthritis führt zu Schmerzen, Schwellungen und Steifheit in den Gelenken. Das Krankheitsbild kann nur symptomatisch oder vorbeugend behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Osteoarthritis?

In Deutschland werden die Verschleißprozesse der Gelenke, die im angelsächsischen Sprachraum "Osteoarthritis" heißen, unter dem Begriff "Arthrose" zusammengefaßt. In der exakten Definition bezieht sich Osteoarthritis im Deutschen daher nur auf Entzündungen, die von den Knochen auf die Gelenke übergreifen. Arthrose ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von Verschleißerscheinungen der Gelenke. Dazu können auch Entzündungen im Sinne der exakten, deutschen Definition der Osteoarthritis zählen. Wichtig ist die Abgrenzung zu chronischen (rheumatoiden) Entzündungen, die ein eigenes, von der Osteoarthritis/Arthrose zu trennendes, Krankheitsbild darstellen.

Ursachen

Osteoarthritis im Sinne der degenerativen Gelenkerkrankung Arthrose entsteht durch einen Verschleiß der Gelenke über das normale Maß hinaus. Dieser Verschleiß kann durch Fehlstellungen, Übergewicht oder als Folge von Erkrankungen wie Gelenkentzündungen (Arthritis) oder Osteoporose entstehen. Fehlstellungen (Dysplasien) können angeboren oder durch eine traumatische Veränderung wie einen Knochenbruch (posttraumatische Arthrose) erworben sein.

Die Fehlstellung führt zu einer falschen Belastung des Gelenkes, das dadurch stärker abgenutzt wird. Übergewicht erzeugt durch die erhöhte Belastung des Gelenkes vorzeitige Verschleißerscheinungen. Gelenkentzündungen entstehen durch Bakterien (bakterielle Arthritis) oder als Nachwirkung von Infekten (postinfektiöse Arthritis). Kommt es durch die Arthrose zu einem erhöhten Abrieb von Knorpel, Bindegewebe und Gelenkschmiere (Synovia) kann dies zusätzlich eine Entzündung des Gelenkes und damit eine Osteoarthritis im engeren Sinne verursachen (aktivierte Arthrose).

Knochenerkrankungen wie Osteoporose führen zu einer Veränderung der Knochenstruktur und einem Abbau von Knochenmasse. Diese Degenerationen des Knochens erhöhen das Bruchrisiko und verursachen Entzündungen, was in der Folge zu einer Arthrose führen kann (sekundäre Arthrose).

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Osteoarthritis:

Eine Arthrose äußert sich in der Regel durch Schmerzen in den Gelenken bei Belastung. Die Gelenke können anschwellen (Gelenkerguss) und sich verformen. Häufig treten bei Bewegungen Geräusche in den Gelenken auf, die durch den Knorpelschwund verursacht werden. Die Ausprägung der Symptome und das Schmerzempfinden der Patienten sind dabei individuell stark unterschiedlich und korrelieren nicht mit den Stadien der Erkrankung.

Man unterscheidet bei der Arthrose zwischen "Frühstadium" und "Spätstadium". Im Frühstadium entsteht ein Knorpelschaden, der in der Folge andere Verschleißerscheinungen verursacht. Aus dem zunächst nur oberflächlichen Knorpelschaden entstehen Knochenverdichtungen unter dem geschädigten Bereich. Diese Knochenveränderungen in Kombination mit einem Knorpelschaden markieren den Beginn der Erkrankung Arthrose. In den folgenden Zwischenstadien bilden sich Zysten aus dem krankhaft veränderten Knochen- und Knorpelgewebe (Geröllzysten).

Das Bindegewebe und die Knorpelzellen (Chondrozyten) beginnen zu wuchern (Proliferation). Das Spätstadium ist durch freiliegenden Knochen auf beiden Seiten des Gelenkes gekennzeichnet, der nun ungeschützt gegeneinander reibt. Diese mechanische Belastung verursacht Knochenschwund und eine Verdichtung und Verhärtung des Knochengewebes. Dadurch versteift das Gelenk teilweise. Die Gelenkflächen verbreitern sich und bilden an den Rändern Ausziehungen.

Diagnose

Eine Osteoarthritis/Arthrose wird durch bildgebende Verfahren diagnostiziert. Im Spätstadium zeigt das Röntgenbild einen stark verkleinerten oder komplett verschwundenen Gelenkspalt. Verdichtungen des Knochengewebes und die Bildung von Ausziehungen an den Gelenkrändern sind weitere diagnostische Kriterien. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie kann eine Arthrose bereits im Frühstadium diagnostiziert werden. Minimal-invasive Methoden wie eine Arthroskopie werden in der Regel nur zur Feindiagnostik eingesetzt, um zu evaluieren welche Behandlungsmethoden für den vorhandenen Befund in Frage kommen.

Behandlung

Die Ursachen einer Osteoarthritis oder Arthrose können meist nicht behandelt werden. Eine Ausnahme bilden Fehlstellungen, die teilweise operativ und durch Physiotherapie und/oder Osteopathie korrigiert werden können. Der Schwerpunkt der Arthrose-Therapie liegt daher auf der Schmerzfreiheit des Patienten, einer Verzögerung des Gelenkverschleißes und dem Erhalt der Gelenkfunktion. Die sogenannten "Disease Modifying Osteoarthritis Drugs" (veraltet: Chondroprotektiva) sollen den Krankheitsverlauf verlangsamen indem sie dem Knorpelabbau durch Knorpelaufbau stimulierende Substanzen entgegenwirken.

Die zweite Gruppe von Medikamenten, die häufig zur Therapie eingesetzt wird, stellen die "Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteoarthritis" dar. Sie vermindern das Schmerzempfinden des Patienten vor allem bei Arthrose in den Knien und Hüften. Im Spätstadium werden auch operative Sanierungsmaßnahmen eingesetzt. Zu den operativen Behandlungsmethoden zählen die Entfernung von Ausziehungen an den Gelenkrändern und von Zysten und Wucherungen.

Der Verlauf einer Arthrose im Kniegelenk kann auch durch Gelenkspülung verzögert werden. Knorpeltransplantationen werden bei der Arthrose eingesetzt um die Notwendigkeit eines Gelenkersatzes hinauszuzögern. Dabei können sowohl Knorpel aus nicht erkrankten Randbereichen als auch vom Patienten entnommene und in vitro kultivierte Knorpelzellen verwendet werden. Ein Gelenkersatz wird nur bei massiver Schädigung im Spätstadium eingesetzt, da ein künstliches Gelenk zur Zeit nur rund 15 Jahre im Körper bleiben und nur einmal ausgetauscht werden kann.

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Vorbeugung

Einer Arthrose kann durch Gewichtsreduktion und gezieltes Krafttraining effektiv vorgebeugt werden. Insbesondere die Vibrationstherapie führt zu einer Erhöhung der Knochenmasse und baut Gelenkentlastende Muskulatur auf. Physiotherapie kann Fehlstellungen verhindern oder abmildern.

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