Orbitaphlegmone

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Orbitalphlegmone ist eine bakterielle Entzündung der Augenhöhle. Im Bereich des Auges entstehen Rötungen, Schwellungen und Entzündungen, die schmerzhaft sind. Diese Krankheit kann zum Verlust des Augenlichts führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Orbitalphlegmone?

Orbitalphlegmone setzt sich aus dem lateinischen Begriff „Orbita“ für Augenhöhle und „Phlegma“ für Schleim zusammen. Phlegmone bezeichnet eine sich diffus verbreitende Infektionserkrankung der Weichteile, folglich des Bindegewebes im Auge. Sie wird durch eine verschleppte Entzündung der Nasennebenhöhlen, des Augenlides oder sonstiger Entzündungen im Bereich des Gesichts ausgelöst.

Das Auge lässt sich im Fall einer Erkrankung oft nicht bewegen, was ein erster Hinweis zur richtigen Diagnose ist. Die Krankheit tritt selten auf, ist dann aber sehr gefährlich und muss umgehend durch einen Arzt behandelt werden.

Ursachen

Die häufigste Ursache bei erwachsenen Menschen für eine Orbitalphlegmone ist die Ausweitung einer Entzündung der Nasennebenhöhle. Die so genannte Sinusitis ist eine akute Vereiterung der Nasennebenhöhlen, die durch einen vorangegangenen Schnupfen ausgelöst wird.

Eine Entzündung der Haut (Dermatose) vor allem im Gesichtsbereich kann ebenfalls auf das Auge übergreifen. Ihre Auslöser sind vielfältig. Wenn sie durch Bakterien bedingt wird, ist eine Übertragung und eine Auslösung der eitrigen Augenentzündung möglich.

Ebenfalls ein Verursacher kann ein Gerstenkorn sein, das sich entzündet. Das im medizinischen Terminus genannte Hordeolum entsteht durch eine Infektion mit Staphylokokken, die die Drüsen der Augenlider befällt. Ein Abszess kann sich mit Durchbruch nach außen oder nach innen bilden. Die Lider schwellen an und schmerzen. Auch Fremdkörper, die ins Auge geraten und nicht sofort entfernt werden, können eine Entzündung nach sich ziehen. Diese kann auf das ganze Auge übergreifen.

Allen primären Krankheiten ist gemein, dass sie über Bakterien entstehen. Diese werden über eine Schmierinfektion in das Auge übertragen werden und lösen so eine Orbitalphlegmone aus. Bleiben sie also unbehandelt, kann das ernste Folgen haben.

Bei Kindern kann eine Orbitalphlegmone schneller entstehen. Bereits eine Erkältung oder ein Schnupfen kann auf das Auge übergreifen. Insofern ist hier ein frühes Einschreiten und ein schneller Gang zum Arzt angeraten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Orbitalphlegmone:

Symptome sind Augenschmerzen, Rötung und Schwellung der Bindehaut (Chemosis) und bzw. oder des Augenlides zeigt. Diese großen Infektionsherde, können übergreifen, da sie nur durch eine dünne knöcherne Barriere von der Augenhöhle getrennt sind. Unterhalb der Haut können sich große Flüssigkeitsansammlungen bilden. Das so genannte Ödem weitet sich aus und aktiviert den Tränenfluss.

Charakteristisch ist zudem das Hervortreten des Augapfels (das so genannte "Glubschauge"). Beim medizinisch bezeichneten Exophthalmus ist das Gewebe hinter dem Augapfel entzündet und angeschwollen, wodurch das Auge sichtbar hervortritt.

Das Auge lässt sich wenig oder gar nicht bewegen. Das geschieht vor allem dann, wenn das Gewebe der Augenhöhle angeschwollen ist und auf den Sehnerv drückt. Die Sicht ist in diesem Fall beeinträchtigt, was sich in unterschiedlicher Schwere zeigt. Die Sicht kann eingeschränkt sein, es kann zu Doppelbildern oder einem kompletten Sichtverlust kommen. Starke Schmerzen im Auge und im Kopf gehen bei dieser Krankheit oft auch mit Fieber einher.

Greift die Entzündung auf den Sehnerv über, droht eine Erblindung. Indirekt kann dies auch vorkommen, wenn die Entzündung auf die Hirnhäute übergeht und dort eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursacht. Diese kann auf den Sehnerv drücken und so ebenfalls zu einer Erblindung führen.

Diagnose

Wird eine Orbitalphlegmone vermutet, erfolgt eine Einweisung ins Krankenhaus. Dort wird vor Ort die Ausbreitung der Krankheit genau untersucht und stationär beobachtet. Ein Ophthalmologe, also ein Augenarzt, wird hinzugezogen, um die Sehschärfe bestimmen und kontrollieren zu können. Er schaut sich außerdem an, in welche Richtung der Augapfel hervortritt. Dadurch erhält er einen Eindruck, wo die Entzündung vorliegt. Zudem untersucht er ihr Ausmaß. Ist sie nicht so leicht einsehbar, kann unter Umständen ein CT angefertigt werden. Ebenfalls wird eine Blutkultur angelegt, um herauszufinden, welche Erreger die Entzündung verursachen. Nur so kann die richtige Therapie gefunden werden.

Behandlung und Therapie

Das Ziel ist es, die Entzündungsherde zu diagnostizieren und zu beseitigen. Die Behandlung erfolgt über die Einnahme von Antibiotika. Diese wirken auf die Entzündung und werden als Infusion verabreicht. Die Therapie dauert von zehn Tagen bis zu zwei Wochen und findet bei einem stationärem Aufenthalt im Krankenhaus statt. Bei einer vorliegenden Entzündung der Nasennebenhöhlen kann sie mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Spricht die Entzündung nicht auf Antibiotika an oder verschlechtert sich die Sehschärfe, ist ein chirurgischer Eingriff angeraten. Hierbei werden die vereiterten Herde geöffnet und drainiert. Auch bei einem eingeschlossenen Fremdkörper wird so vorgegangen, da er auf andere Weise nicht aus dem Auge entfernt werden kann.

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Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen sind, die primären Erkrankungen wie die Nasennebenhöhlenentzündung, das Gerstenkorn und andere Entzündungen im Gesicht schnell von einem Arzt begutachten zu lassen. Der rechtzeitige Beginn der Therapie kann eine Ausweitung verhindern.

Ähnliches gilt, wenn ein Fremdkörper in das Auge eindringt. Wenn er sich nicht entfernen lässt, ist medizinischer Beistand wichtig.

In allen Fällen gilt, dass eine Erkrankung durch zusätzliche Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen und möglichst wenig Körperkontakt eine geringere Ausbreitung erfährt. Auch sollte die Berührung des Gesichts vermieden werden. Auf das Schminken sollte verzichtet werden, um die Erreger auf diese Weise nicht zu verteilen.

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