Oleander

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. Juni 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Oleander

Der Oleander gehört zu den Giftpflanzen. Er enthält Herzglykoside, die sich auch therapeutisch nutzen lassen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Der Oleander (Nerium oleander) stellt die einzige Art der Gattung Nerium dar und trägt auch die Bezeichnung Rosenlorbeer. Er ist Bestandteil der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Obwohl der Oleander sehr giftig ist, kommt er in der Naturmedizin und der Homöopathie als Arzneimittel gegen Herzerkrankungen zur Anwendung.

Vorkommen und Anbau

Oleander ist giftig! Lediglich Extrakte oder homöopathische Dosierungen der Pflanze werden gegen vorrangig Herzerkrankungen eingesetzt.

Beheimatet ist der Oleander in der Mittelmeerregion. Seine größten Verbreitungsgebiete sind im Süden von Spanien sowie in Marokko zu finden. Außerdem wächst er in China und Indien sowie in den Ländern des Mittleren und Nahen Ostens. In Mitteleuropa erfreut sich der Oleander auch als Kübel- oder Topfpflanze großer Beliebtheit und wird auf Balkonen sowie in Gärten aufgestellt. Für sein Wachstum bevorzugt der Oleander warme Gebiete.

Beim Oleander handelt es sich um eine immergrüne Pflanze, deren Stamm sich im Laufe der Zeit verholzt. Die Wuchshöhe der Pflanze reicht bis zu fünf Metern. Die Blätter des Oleanders weisen eine ledrige Konsistenz auf und haben die Form von Lanzetten. Sie können eine Länge von bis zu 15 Zentimetern erreichen. In der Blattmitte befindet sich ein Nerv, der stark ausgeprägt ist. Das Wachstum der Blätter erfolgt zumeist in Dreiergruppen, die sich um den Stamm herum anreihen. Die Blütezeit des Oleanders findet von Juni bis September statt. Dabei zeigen sich die Blüten in der Form von Trugdolden innerhalb einer Rispe. Ausgestattet sind die Blüten mit fünf Blättern, deren Färbung weiß, gelb, rosa oder rot ausfällt. Im weiteren Verlauf gehen aus den Blüten Samenkapseln hervor. Diese erzielen eine Länge von maximal 15 Zentimetern und verfügen über eine Vielzahl an Samen.

Anwendung und Wirkung

Genutzt wird der Oleander, von dem es mehr als 160 Sorten gibt, in erster Linie als Zierpflanze. In Europa dient er seit dem 19. Jahrhundert als Gartenpflanze. Trotz ihrer Giftigkeit fand die Pflanze schon in früheren Jahrhunderten Verwendung als Heilpflanze. Zu den Inhaltsstoffen des Oleanders zählen Gerbstoffe, Flavonoide, Harz und Glykoside. Zu diesen Glykosiden gehört auch das giftige Oleandrin. Dabei handelt es sich um ein Herzglykosid, das einen ähnlichen Wirkungseffekt auf das menschliche Herz-Kreislauf-System wie Digitalis aufweist. So hat es Auswirkungen auf die Schlagfrequenz und Kontraktionsstärke des Herzens. In Form von Medikamenten lässt sich der Oleander daher als wirksames Mittel gegen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) nutzen.

Aufgrund seiner tödlichen Giftigkeit kommt der Oleander stets nur in Fertigpräparaten zum Einsatz. Für Kräutertees ist er dagegen vollkommen ungeeignet. Die Einnahme muss unter der Aufsicht eines Arztes erfolgen. Die Anwendung des Oleanders findet stets als Standardzubereitung oder als homöopathisches Mittel statt. Die Homöopathie setzt die Pflanze gegen Herzbeschwerden oder als Urtinktur in D1 ein. Die vorgeschriebene Dosis beträgt drei Mal pro Tag 3 bis 15 Tropfen. Auch die homöopathische Anwendung muss unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. So weicht die hochdosierte Darreichung von der üblichen Homöopathie ab. Diese verwendet den Oleander aber nicht nur gegen Herzprobleme, sondern auch gegen Verdauungsbeschwerden in D3 bis D12. Die Dosierung beträgt dann drei Mal 5 bis 15 Tropfen am Tag.

Wogegen hilft Oleander?

Bedeutung für die Gesundheit

Zur Anwendung gelangte der Oleander bereits in der frühen arabischen Medizin, um mit ihm Schlangenbisse zu behandeln. Die alten Inder setzten gelben Oleander gegen Hämorrhoiden und Hauterkrankungen wie Krätze ein. Auch die europäische Medizin nutzte den Oleander zeitweise als Herzmittel. In der heutigen Zeit gilt die Wirkung der Pflanze jedoch als veraltet, da effektivere Präparate zur Verfügung stehen. Nur die Homöopathie greift auf den Oleander zur Therapie von Herzrhythmusstörungen und Verdauungsproblemen zurück.

Da sämtliche Teile des Oleanders toxisch sind, besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Vergiftungen. Allerdings treten innerliche Vergiftungen nur selten auf, da die Blätter der Pflanze einen sehr bitteren Geschmack aufweisen, was Kinder eher abschreckt. Kommt es dennoch einmal zur einer Vergiftung, macht sich diese durch typische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Gefühllosigkeit an der Zunge, verlangsamten Pulsschlag, Krämpfe, blau verfärbten Lippen und Atemnot bemerkbar. Außerdem leidet der Betroffene unter Herzrhythmusstörungen und erweiterten Pupillen. Im schlimmsten Fall setzt Atemlähmung ein, die den Tod zur Folge hat.

Um Erste Hilfe bei einer Vergiftung durch den Oleander zu leisten, müssen die Pflanzenreste aus dem Mund entfernt werden. Als hilfreich gilt die Aufnahme von Flüssigkeit, bei der es sich jedoch nicht um Milch handeln sollte. Diese fördert die Aufnahme des Giftes noch. Kommt es zu Erbrechen, wird anschließend die Gabe von Aktivkohle empfohlen. Darüber hinaus ist sofort ein Arzt zu verständigen. Hilfe kann auch bei der Giftinformationszentrale eingeholt werden.

Rezeptfreie Naturheilmittel und Homöopathie

 

Bücher über Heilpflanzen

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Oleander?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?