Nierentransplantation

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. September 2016
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Als Nierentransplantation wird das Verpflanzen einer Spenderniere bezeichnet. Eine Transplantation ist bei Nierenversagen erforderlich, wobei das Spenderorgan entweder von einem Angehörigen oder auch von einem Verstorbenen kommen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierentransplantation?

Die Nierentransplantation ist eine Transplantationsform, die weltweit am häufigsten durchgeführt wird. Sie wird dann angewendet, wenn beide Nieren ihre Funktion verlieren, wobei das Spenderorgan dann sowohl von einem Nierenlebendspender als auch von einem Verstorbenen stammen kann.

Gegenüber der Dialyse trägt eine Nierentransplantation stärker dazu bei, die körperliche Leistungsfähigkeit bzw. die Lebensqualität der Betroffenen wiederherzustellen. Im Idealfall findet eine Lebendspende noch vor der Dialyse statt. Wenn das Spenderorgan allerdings nicht über das gleiche genetische Material verfügt, so müssen die Patienten ihr ganzes Leben lang Medikamente einnehmen, damit eine Abstoßung verhindert werden kann.

Anwendung und Funktion

Über die Nieren werden körperfremde Substanzen bzw. Stoffwechselendprodukte ausgeschieden. Darüber hinaus bilden sie auch Hormone und regulieren den Wasserhaushalt. Unterschiedliche Erkrankungen können jedoch ein Nierenversagen hervorrufen. Dazu zählen:

chronische Nierenbeckenentzündung

Methoden und Verfahren

Wenn eine Niere versagt, so ist eine so genannte Dialyse erforderlich. Diese Therapieform bringt jedoch große gesundheitliche Beeinträchtigungen bzw. Einschränkungen im Alltag mit sich, sodass eine Transplantation oftmals die einzige Hoffnung ist, um wieder ein normales Leben führen zu können.

Viele Transplantate kommen von Verstorbenen, bei einer Nierentransplantation ist allerding auch eine Lebendspende möglich, da ein gesunder Mensch nur eine Niere benötigt. Für eine Nieren-Lebendspende kommen aber nur ganz bestimmte Personen in Frage. Das können entweder verheiratete Partner, Verlobte, Verwandte 1. oder 2. Grades oder Personen sein, die dem Empfänger persönlich nahe stehen. Eine Lebendspende ist freiwillig, außerdem muss der Spender die Volljährigkeit erreicht haben und dem Eingriff auch schriftlich zustimmen.

Auch aus medizinischer Sicht muss der Spender gewisse Voraussetzungen erfüllen: Er muss über normale Gefäße, zwei gesunde Nieren bzw. ein gesundes Herz verfügen und darf nicht an hohem Blutdruck bzw. Blutzucker leiden. Außerdem muss die Blutgruppe von Empfänger und Spender übereinstimmen.

Im Rahmen der Transplantation wird dann die Spenderniere in den rechten bzw. linken Unterbauch transplantiert, anschließend verbindet der Chirurg die Nierenvene und -arterie mit der äußeren Beckenvene bzw. -arterie. Darüber hinaus muss der Harnleiter, der sich an der Spenderniere befindet, in die Harnblase eingenäht werden.

Am Ende der Operation wird außerdem ein Ableitungsschlauch eingelegt, damit Reste von Blut bzw. Gewebsflüssigkeit abgeleitet werden können. Der Ableitungsschlauch wird dann nach einigen Tagen wieder entfernt.

Was muss der Patient beachten?

Im Durchschnitt müssen die Patienten etwa zwei bis sechs Jahre auf eine Spenderniere warten. Innerhalb dieser Zeit sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen - im Abstand von etwa drei Monaten - erforderlich. Darüber hinaus halten die Patienten auch Kontakt zum Transplantationszentrum und besprechen eventuelle Statusveränderungen mit den dafür zuständigen Spezialisten.

In Deutschland, Slowenien, Österreich, Kroatien und den Benelux-Staaten ist die Organisation Eurotransplant für die Vergabe von Spendernieren zuständig. Als Kriterien gelten dabei die Wartezeit bzw. die Übereinstimmung von Gewebeverträglichkeitsmerkmalen von Empfänger und Spender. Berücksichtigt wird des Weiteren die Entfernung zwischen dem Transplantationszentrum und dem Ort, an dem das Organ entnommen wird.

Während der Wartezeit sollten die Patienten außerdem auf Nikotin bzw. übermäßigen Alkoholgenuss verzichten, um eventuelle Lungen- oder Leberschädigungen zu vermeiden.

Erkrankungen wie Bronchitis, grippale Infekte, Magengeschwüre oder Verletzungen müssen ebenfalls sofort dem Transplantationszentrum gemeldet werden, da die Patienten dann möglicherweise nicht transplantabel sind und innerhalb dieser Zeit keine Organangebote erhalten.

Ablauf und Durchführung

Bevor die Patienten in die Warteliste aufgenommen werden, muss geklärt werden, ob sie für eine Transplantation geeignet sind. In einer Voruntersuchung wird zunächst die Lungenfunktion getestet, in einigen Fällen wird außerdem eine Magen-Darm-Spiegelung durchgeführt und die Nierengefäße müssen röntgenologisch dargestellt werden.

Des Weiteren sind auch eine Kernspintomographie des Bauchraumes und eine Sonographie notwendig. Darüber hinaus wird auch das Blut umfangreich untersucht, um Infektionen bzw. Tumorerkrankungen auszuschließen. Die Patienten werden außerdem auf psychosomatische bzw. psychiatrische Erkrankungen hin untersucht und gegebenenfalls auch behandelt.

Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, erhält das Transplantationszentrum die Ergebnisse und entscheidet dann, ob der Patient auf die Warteliste gesetzt wird.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

In Deutschland werden die Operationskosten für eine Nierentransplantation von der Krankenkasse des Organempfängers übernommen, die dem Krankenhaus einen festen Satz zahlt. Im Durchschnitt kostet eine Nierentransplantation zwischen 50.000 bzw. 65.000 Euro.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Nach einer Transplantation besteht das Risiko der Immunsuppression, das heißt, das Immunsystem ist geschwächt und eventuelle Infektionen können schlechter bekämpft werden. Darüber hinaus können während der Operation auch Blut- oder Lymphgefäße verletzt werden. Auch das Infektionsrisiko hinsichtlich Virus- und Pilzinfektionen ist erhöht.

Nach der Operation sind regelmäßige Ultraschallkontrollen erforderlich, außerdem müssen die Werte des Elektrolythaushaltes, Nierenlaborwerte, Leberwerte, Entzündungsmarker und Blutbild täglich kontrolliert werden. Auch eine tägliche Kontrolle des Medikament-Wirkspiegel der Immunosuppression ist erforderlich, um einer eventuellen Abstoßungsreaktion vorzubeugen.

Manchmal müssen nach der Operation auch einige Dialysen durchgeführt werden, damit die Spenderniere eine gute Harn-Filterleistung erbringen kann. Tritt eine akute Abstoßungsreaktion auf, so kann diese mit Hilfe engmaschiger Untersuchungen sehr gut erkannt und behandelt werden. In den meisten Fällen spricht eine Abstoßungsreaktion, die auf Grund von T-Lymphozyten verursacht wird, sehr gut auf eine Kortison-Therapie an. 

Eine andere Art der Abstoßung wird durch Antikörper vermittelt und kann durch einen Plasmaaustausch verbessert werden. Tritt eine Abstoßungsreaktion auf, so leiden die Betroffenen an einem Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Flüssigkeitseinlagerungen und erhöhter Temperatur.

Im ersten Jahr nach der erfolgten Transplantation funktionieren die meisten transplantierten Nieren sehr gut. Ein Funktionsverlust tritt durchschnittlich nach 15 Jahren auf, was jedoch vom Gesundheitszustand bzw. der Grunderkrankung des Patienten abhängt. Kann die transplantierte Niere ihrer Arbeit nicht mehr nachkommen, so ist eine erneute Dialyse bzw. Transplantation erforderlich.

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