Neuroblastom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Mit dem medizinischen Fachbegriff des Neuroblastoms bezeichnet der Mediziner eine Krebserkrankungen bei Kindern. 90% der Erkrankten sind jünger als sechs Jahre alt. Im Kleinkindalter gilt das Neuroblastom als die am häufigsten auftretende (bösartige) Tumorerkankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Neuroblastom?

Von Neuroblastomen betroffen ist das sympathische Nervensystem, ein Teil des autonomen Nervengewebes. Es handelt sich um Tumoren des sogenannten embryonalen Gewebes. Als solches benennt der Fachmann den Teil des Nervensystems, dessen Zellen in einem unreifen Entwicklungsstadium verblieben sind. Die Erkrankung weist verschiedene Stadien auf, die in vier Stufen unterteilbar sind. Die Klassifizierung reicht vom lokalen Befall bis hin zu Primärtumoren mit Metastasenbildung. Betroffen ist vor allem das frühe Kindheitsalter. 70% der Tumore liegen innerhalb des Bauchraumes.

Ursachen

In den meisten Fällen sind die Gründe für den Ausbruch der Krebserkrankung unklar. Nachforschungen ergaben allerdings, dass die Entartung der später betroffenen Zellen oft bereits schon vor der Geburt begonnen hat. Hinzu kommen Chromosomen- oder Genveränderungen, die sich begünstigend auf die Tumorbildung auswirken.

Ein Beispiel hierfür ist der Verlust von Mischerbigkeit (Heterozygotie) im Chromosom 1p. Trotzdem liegen keine Ergebnisse zur Beeinflussung durch Lebensumstände der Mutter in der Schwangerschaft vor. Eine direkte genetische Vererbung ist ausgeschlossen. Trotzdem zeigen sich bei manchen Familien Häufungen von Neuroblastomen. Anhand dessen ist eine Veranlagung nicht auszuschließen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Neuroblastom:

Die Symptomatik der Krebserkrankung variiert stark je nach Lage der Tumoren. Liegt der Primärtumor im Bauchraum, klagen Patienten häufig über einen Blähbauch, Verdauungsprobleme und Schmerzen im Magen- und Rückenbereich. Zudem kann es zu Harnwegsproblemen kommen. Je nach Lage sind Verhärtungen ertastbar. Im seltener betroffenen Brustbereich können Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Luftnot oder Schmerzen auftreten. Aber auch chronischer Husten und Beklemmungsgefühle treten auf.

Befindet sich das Neuroblastom im Hals- oder Kopfbereich, lässt es sich oftmals als Knoten ertasten. Auffällig sind sogenannte Brillenhämatome. Dabei handelt es sich um blaue und rote Ringe, die um die Augen herum auftreten. Bedrängen Tumor oder Metastasen Nerven, kann es zu Entstellungen im Gesicht kommen. Darunter fallen neben hängenden Augenlidern auch Veränderungen der Augenfarbe und der Pupillengröße. Grund hierfür ist die begrenzte Reizweiterleitung. Je nach Lage sind auch Lähmungen im Gesicht möglich.

Andere Symptome sind unabhängig von der Position der Neuroblastomen. Spezifisch für die Krebserkrankung ist die Ausschüttung von Hormonen, die ihrerseits Beschwerden auslösen können. Darunter fallen unter anderem Bluthochdruck, Gereiztheit, Fieber, Gliederschmerzen, Gewichtsabnahme und übermäßiges Schwitzen. Treten mehrere Beschwerden dieser Art über einen längeren Zeitraum auf, ist ein Arztbesuch obligatorisch. Ein ernstzunehmendes Zeichen ist auch Blässe und rapide Gewichtsabnahme. Häufig hängt dies mit Beeinflussung der Verdauungsorgane und einer damit verbundenen Funktionsstörung zusammen.

Diagnose

Ein Arzt wird den Patienten und seine Eltern zunächst nach der Krankheitsgeschichte fragen. Diese Anamnese ist ein erster Schritt zur Erkennung der Erkrankung. Häufig erfolgt die erstmalige Entdeckung eines Neuroblastoms zufällig über bildgebende Verfahren. Nicht selten stellt der Mediziner die Diagnose über eine Ultraschalluntersuchung. Andere Verfahren zur Sicherung des Verdachts sind neben einem MRT auch die Computertomographie. Diese Untersuchungen erfolgen, um die Organzugehörigkeit beurteilen und Metastasen finden zu können. Eine andere Option bietet eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel.

Neben den bildgebenden Verfahren nutzt die Medizin Blut- und Urinproben, die das zuständige Labor auf hormonelle Abbauprodukte untersucht. Vanillinmandelsäure und Homovanillinsäure sind Anhaltspunkte für Neuroblastome. Bei Verdacht wird ein Arzt außerdem eine Gewebe- oder Knochenmarkentnahme durchführen. Eine Biopsie des entnommenen Materials gibt Aufschluss über eine mögliche Erkrankung.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung eines Neuroblastoms ist vom Stadium der Erkrankung und dem Alter des Patienten abhängig. Üblicherweise erfolgt zunächst eine chirurgische Entfernung (lokale Therapie) des Primärtumors. Sie ist das erste Mittel der Wahl. Auf eine Chemotherapie wird der Behandelnde nur dann zurückgreifen, wenn der Tumor bereits Metastasen gebildet hat oder eine vollständige Entfernung nicht möglich ist. Metastasen eines Neuroblastoms befinden sich in den meisten Fällen in den Knochen, der Leber oder dem Lymphsystem.

Je nach Befall erfolgen andere therapeutische Maßnahmen. Da die Tumoren oft schnell wachsen, ist eine frühzeitige Diagnose für die Heilungschancen essenziell. Im Säuglingsalter kann es zur spontanen Rückbildung der Geschwüre kommen. Dies ist jedoch nicht der Regelfall. Die Prognose liegt bei rund 50%, hängt aber stark vom Stadium ab. Bei dem ersten und zweiten Stadium liegt die Heilungschance bei über 90%. Im vierten Stadium fällt sie unter 20%. Mitverantwortlich hierfür ist das sogenannte Onkogen MYCN. Es wirkt begünstigend für einen schlechten Krankheitsverlauf mit hoher Rückfallwahrscheinlichkeit. Ein Nachweis des Gens senkt die Genesungschancen drastisch.

Kommt es nach überstandener Krankheit zu einem Rückfall, greift die Medizin zunächst auf die gleichen therapeutischen Maßnahmen wie bei Krankheitsbeginn zurück. Eine neue Behandlungsform bildet die Anregung der körpereigenen Immunabwehr.

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Vorbeugung

Neuroblastomen vorzubeugen ist nicht möglich. Allerdings ist eine zeitige Erkennung und richtige Deutung der Symptome wichtig, um eine erfolgreiche Behandlung zu ermöglichen. Vermehrtes Auftreten von Beschwerden und deren Häufung sollten von einem Mediziner abgeklärt werden. In den meisten Fällen stehen die Heilungschancen bei jüngeren Kindern besser. Handelt es sich um begrenzte Tumore, die noch keine Tochtergeschwülste gebildet haben, ist die Erkrankung gut heilbar. Bei Neuroblastomen gilt das Gleiche wie bei allen Tumorerkrankungen: Frühe Stadien bringen größere Genesungschancen mit sich als spätere Stadien.

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