Nesselsucht beim Kind

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Die Nesselsucht beim Kind, auch unter dem Namen Nesselfieber, ist eine recht häufig auftretende Krankheit, von der sowohl Erwachsene als auch Kinder betroffen sein können. Der Name beruht auf der Ähnlichkeit des auftretenden Hautausschlages mit der Reaktion der Haut nach Berührung einer Brennnessel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nesselsucht beim Kind?

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Medikamente gegen: Juckreiz

Die Nesselsucht oder Urtikaria ist eine durch Quaddeln oder Hautrötungen gekennzeichnete Erkrankung der Haut. Üblicherweise tritt sie als Überreaktion des Körpers auf bestimmte Umwelteinflüsse auf. So können Allergien auf Medikamente oder Lebensmittel eine Nesselsucht auslösen. Während Erwachsene oft an der chronischen Form leiden, tritt bei Kindern eher die Akutform auf, die nach einigen Tagen bis Wochen von selbst wieder abklingt. Als chronisch wird die Nesselsucht bezeichnet, wenn sie über einen Zeitraum von über sechs Wochen hinweg besteht.

Ursachen

Ursache der Nesselsucht ist eine erhöhte Freisetzung von Histamin. In der Regel erfolgt diese durch eine Überreaktion des Körpers auf eigentlich unschädliche Umweltreize. So können Allergien auf Lebensmittel oder Medikamente einen erhöhten Histaminausstoß und damit eine Nesselsucht hervorrufen. Aber auch andere Umweltreize, wie Druck, Wärme oder Kälte können eine Urtikaria hervorrufen. Mitunter kann bereits das reiben von Kleidung auf der Haut zu Problemen führen.

Auch eine überstandene Viruserkrankung kann bei Kindern eine Nesselsucht auslösen. Psychische Einflüsse können die Nesselsucht in der Regel nicht auslösen, oft sind sie aber für eine Verschlimmerung des Zustandes verantwortlich. Eine Vererbbarkeit der Nesselsucht ist bisher nur für eine äußerst seltene Form der Kälte-Nesselsucht belegt. Bei allen anderen Formen gilt die Vererbung als ausgeschlossen. Auch eine Ansteckung ist nicht möglich.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Nesselsucht beim Kind:

Gerade bei Kindern tritt in der Regel die akute Form der Nesselsucht als Reaktion auf Umwelteinflüsse auf. Nach Meidung des auslösenden Stoffes verschwindet sie in der Regel innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder. Leitsymptom der Nesselsucht ist ein charakteristischer Ausschlag der Haut, der an die Hautreaktion nach Berührung einer Brennnessel erinnert.

Hinzu kommt ein ebenso an Brennnesseln erinnernder Juckreiz. Anders als der Name Nesselfieber vermuten lässt, tritt bei der Krankheit jedoch kein Fieber als Begleiterscheinung auf. Problematisch bei Kindern ist speziell der Juckreiz. Dieser wird zwar eher durch Reiben als durch Kratzen gestillt. Dennoch können Kinder, wie bei anderen mit starkem Juckreiz verbundenen Erkrankungen auch, oft nicht vom Aufkratzen der Stellen abgehalten werden. Dies kann in der Folge zu Infektionen und Entzündungen der betroffenen Hautstellen führen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch Betrachtung der betroffenen Hautstellen. Der Ausschlag ist sehr charakteristisch, die Diagnose Nesselsucht einfach zu stellen. Schwieriger dagegen gestaltet sich dagegen die Suche nach dem eigentlichen Auslöser. In der Regel erfolgt zunächst eine Befragung des Patienten, beziehungsweise bei Kindern die Befragung der Eltern. Hierbei werden bestimmte Risikofaktoren, wie Medikamente, erstmals verzehrte Lebensmittel oder überstandene Krankheiten abgefragt.

Auch eine familiäre Vorbelastung kann eine Rolle spielen. Ebenso sollten psychische Belastungen und Erkrankungen als mögliche Verstärker Beachtung finden. Mitunter kann hier der Auslöser schon gefunden werden. Bringt diese Befragung keine Ergebnisse, stehen weitere diagnostische Tests zur Verfügung. Mittels eines Bluttests können zum Beispiel bestimmte Bakterien oder Viren nachgewiesen oder als Ursache ausgeschlossen werden.

Physikalische Auslöser wie Kälte oder Wärme können mittels eines Provokationstests nachgewiesen werden. Hierzu wird ein Teil der Haut dem vermuteten Auslöser ausgesetzt. Erfolgt eine Reaktion, gilt die Diagnose als gesichert. Zum Nachweis einer Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel dient eine Ausschlussdiät. Das unter Verdacht stehende Lebensmittel wird für drei Wochen gemieden. Oft bessern sich dadurch die Symptome. Durch einen Provokationstest, bei dem das Lebensmittel nach dieser Zeit in einer relativ großen Menge verzehrt wird, was zu einer erneuten Reaktion führt, wird die Diagnose abgesichert.

Behandlung und Therapie

Die erfolgversprechendste Behandlung ist die Meidung der verursachenden Einflüsse. Bei bekannten Reaktionen auf Lebensmitteln sollten diese gemieden werden. Oft ist ein alleiniger Auslöser jedoch nicht zu finden. Auch kann man Kälte oder Hitze nicht immer entgehen. Für diese Fälle kann der Arzt Antihistaminika zur Bekämpfung des Juckreizes verschreiben. Da die Dosierung allerdings deutlich von der bei gewöhnlichen Allergien üblichen abweicht, sollte hier keine Selbstbehandlung erfolgen sondern immer nach Anweisungen des Arztes gehandelt werden.

Auch Cortisonpräparate können bei schweren Verläufen eingesetzt werden. allerdings eignen sich diese aufgrund der Möglichkeit schwerer Nebenwirkungen nur für den kurzzeitigen Einsatz. Ebenso wie Antihistaminika sollten sie nicht ohne ärztlichen Rat angewendet werden.



Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung ist nicht möglich. Lediglich wenn die Auslöser bekannt sind, ist eine Vorbeugung durch Vermeidung der Auslöser möglich.

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