Nervus medianus

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
Gesundpedia.deAnatomie Nervus medianus

Der Nervus medianus gehört zum peripheren Nervensystem und entspringt dem Armnervengeflecht Plexus brachialis. Dieses tritt zwischen dem 6. Hals- und dem 1. Brustwirbel aus der Wirbelsäule auf. Der NervenNerv spielt für die Motorik und Sensibilität bei einem Teil der Unterarmmuskeln sowie der Hand (einschließlich Finger) eine entscheidende Rolle.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Der mittlere Armnerv – Nervus medianus – wird dem peripheren Nervensystem zugeordnet. Ihm wird eine Doppelfunktion zugesprochen: Während seine efferenten Fasern sensorische Impulse zum Gehirn senden, leiten seine afferenten Fasern motorische Signale vom Rückenmark oder Gehirn an die jeweiligen Muskeln weiter. Da er zum peripheren Nervensystemgehört, unterliegt er nicht der so genannten Blut-Hirn-Schranke.

Es handelt sich beim mittleren Armnerv um gebündelte Nervenfasern, die Erregungsleitungen darstellen. Dabei versorgt der Nervus medianus alle Muskeln, für die er zuständig ist, mit Impulsen und Kontraktionen. Er kann außerdem sensorische Daten zurückmelden, weshalb er für sämtliche vegetativen Steuerungen von Bedeutung ist.

Anatomie

Der Nervus medianus ist einer der drei großen Armnerven und entspringt dem seitlichen Nervenstrang des Plexus brachialis. Ausgehend von der Nervenwurzel in der Achselhöhle (Medianusgabel) verläuft er im Oberarm zum Ellenbogen und bleibt bis dahin unverzweigt.

Im Unterarm verzweigt er sich in drei Äste, wodurch bestimmte Bewegungen wie Beugung und Einwärtsdrehung des Unterarms möglich werden. Im Unterarm umgeben ihn zwei schützende Muskeln – Nervus ulnaris und Nervus radialis. Der Nervus medianus wandert an der Handwurzel unter dem breiten Sehnenband durch den Karpaltunnel bis in die Innenfläche der Hand. Hier verzweigt er sich erneut zur Steuerung bestimmter Fingermuskeln.

Eingehüllt wird der Nerv von drei Bindegewebsschichten (Endoneurium – innerste Schicht, Perineurium – mittlere Schicht, Epineurium – äußere Schicht). Die Schichten sorgen je nach Lage für die Versorgung und Bündelung der Nervenfasern sowie eine Art Polsterung als Schutz.

Funktion

Beim Nervus medianus handelt es sich um einen so genannten Mischnerv im peripheren Nervensystem. Er hat zwei Hauptaufgaben zu erfüllen. So enerviert er bestimmte Muskeln im Unterarm sowie des Daumenballens und der Handfläche, wodurch die jeweiligen Muskeln auf willentliche Signale zur Kontraktion oder Entspannung reagieren.

Weiterhin trägt der Nervus medianus zur motorischen Enervierung der Unterarmflexoren bei, die für Beugung sowie Drehung des Unterarms zuständig sind. Auf der Palmarseite der Hand werden zusätzlich Muskeln versorgt, welche die Bewegung des Daumens möglich machen. Auch zwei Muskeln der Mittelhand werden versorgt.

Zudem erfolgt eine sensible Enervierung der Haut über Daumenballen sowie einen Teil der Handinnenfläche (Palmarfläche), so dass physikalische Zustände (z. B. Temperatur, Druck, Vibration, Schmerz) weitergeleitet werden können. Dabei handelt es sich vorrangig um unwillkürliche Meldungen, die sich von sensorischen Sinnen (z. B. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken) abgrenzen.

Daraus resultieren unwillkürliche Reaktionen, wodurch es zu einem sich selbst steuernden Regelkreis kommt. So werden zum Beispiel bei Meldung einer Abweichung der Temperatur die Hautporen dazu angewiesen, sich zu öffnen, um durch den Effekt der Verdunstungskälte den Sollwert wieder herzustellen.



Erkrankungen des Nervus medianus

Durch Lähmung, Läsion oder auch starke Kompression kann es zum totalen Ausfall des Nervus medianus kommen. Je nach Lage der entsprechenden Störung kann es in der Folge zu massiven Auswirkungen auf die Motorik von Daumen sowie Zeige- und Mittelfinger kommen.

Versucht der Betroffene, die Hand zur Faust zu ballen, bewegen sich sowohl Zeige- als auch Mittelfinger nicht und bleiben weiterhin gestreckt. Dieses Symptom wird in der Umgangssprache als so genannte Schwurhand bezeichnet. Eine Einschränkung ist ebenfalls in der Bewegung des Handgelenks sowie des Unterarms zu erwarten, wenn die Störung oder auch Unterbrechung des Nervs oberhalb des Ellenbogens liegt.

Durch die eingeschränkte oder auch total ausgefallene sensible Innervierung kommt es entweder zu Einschränkungen oder gar zum Wegfall von Empfindungen bei Schmerz, Temperaturveränderungen und Berührung. Auch die unwillentlichen Rückmeldungen, die der so genannten Regelkreissteuerung dienen, bleiben aus.

Das so genannte Karpaltunnelsyndrom, welches die zuvor genannten Symptome aufweist, ist eine sehr häufige Erkrankung. Dabei kommt es im Bereich des Karpaltunnels unterhalb der palmarseitigen Sehnenplatte der Hand zu einer Komprimierung oder einem vollständigen Abdrücken des Nervus medianus. Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig und können unter anderem Verletzungen, Ödeme, Hämatome oder andere Krankheiten sein.

Liegt ein Karpaltunnelsyndrom vor, kommt es häufig zu neuralgischen Schmerzen. Hält die Blockade der Nerven über einen längeren Zeitraum an, kann es zu einem langfristigen Abbau der Muskeln kommen. Eine Behandlung des Karpaltunnelsyndroms kann auf konservative oder operative Weise erfolgen.

Auch das Pronator-teres-Syndrom (Ursache sind zum Beispiel forcierte Pro- und Supinationsbewegungen des Unterarms) sowie das Interosseus-anterior-Syndrom (Ursache sind oft Fraktoren) können mit einer Schädigung des Nervus medianus in Verbindung gebracht werden.


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