Nervenentzündung (Nacken)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. April 2016
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Eine Nervenentzündung (Nacken) beruht meist auf Verspannungen und / oder Überlastungen der Nackenmuskulatur. Die Entzündung geht mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einher.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nervenentzündung (Nacken)?

In der medizinischen Fachsprache wird die Nervenentzündung auch als Neuritis bezeichnet. Wenn nur ein Nerv von der Entzündung betroffen ist, handelt es sich um eine Mononeuritis. Bei einer Beteiligung von zwei oder mehr Nerven liegt eine Polyneuritis vor. Nervenentzündungen können verschiedene Ursachen haben. Den Nervenschmerzen im Nacken liegt meist eine Überlastung und Verspannung der Nackenmuskulatur zugrunde. Auch Infektionen oder Vergiftungen können zu einer Nervenentzündung im Nacken führen.

Es kann zwischen der interstitiellen und der parenchymatösen Neuritis unterschieden werden. Während die interstitielle Neuritis häufiger bei akut-entzündlichen Prozessen auftaucht, kann die parenchymatöse Neuritis vor allem bei toxischen Nervenschädigungen beobachtet werden. Je nach Befallsmuster kann zudem zwischen der Schwerpunktneuritis, der Mononeuritis multiplex und der distal-symmetrischen Neuritis unterschieden werden.

Ursachen

Es gibt verschiedene Grunderkrankungen, die einer Nervenentzündung am Nacken zugrunde liegen können. Eine Neuritis im Nacken wird häufig durch Druck auf den entsprechenden Nerv verursacht. Ein typisches Beispiel ist eine Bandscheibenvorwölbung oder ein Bandscheibenvorfall. Bandscheiben sind flexible, faserknorpelige Knochenverbindungen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie bestehen aus einer äußeren bindegewebig-knorpeligen Schicht und aus einem inneren gallertartigen Kern.

Bei einer Bandscheibenvorwölbung wölbt sich die gesamte Bandscheibe in Richtung des Wirbelkanals. Die Bandscheibe drückt auf die Nerven und führt durch die Reizung dann zu einer Entzündung. Bei einem Bandscheibenvorfall reißt die äußere Hülle der Bandscheibe auf, sodass der gallertartige Kern austreten kann und ebenfalls auf die dort lokalisierten Nerven drückt. Eine Nervenentzündung kann jedoch auch infektiös bedingt sein. Vor allem Viren lassen sich gern im Bereich von Nerven nieder und verursachen dort Entzündungen. Die infektiöse Neuritis ist ansteckend.

Im Gegensatz dazu kann die toxische Neuritis nicht übertragen werden. Sie ist beispielsweise die Folge von Stoffwechselgiften oder von Alkoholmissbrauch. Ebenso kann eine Fehl- oder Mangelernährung eine Nervenentzündung bedingen. Insbesondere die B-Vitamine spielen hier eine Rolle. Bei einem Unfall oder einem anderen Trauma können die Nerven geschädigt werden. Auch hierdurch kann eine Entzündung entstehen. In einigen Fällen kann jedoch keine spezielle Ursache ausgemacht werden. Hier spricht man von einer idiopathischen Neuritis.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühle und Empfindungsstörungen sind typische Symptome einer Nervenentzündung. Da die Nerven, die im Bereich des Nackens entspringen, auch die Arme und Teile des Oberkörpers innervieren, kann es zu Missempfindungen und Kribbelgefühlen in den Armen, am Oberkörper oder im Bereich des Halses kommen. Eventuell sind die Muskeln geschwächt. Dies macht sich dadurch bemerkbar, dass beispielsweise ein Arm nicht so lange angehoben werden kann wie der andere. Schwere Nervenentzündungen gehen mit Lähmungserscheinungen einher. Die Feinmotorik kann eingeschränkt sein. Ferner leiden die Betroffenen unter Durchblutungsstörungen und Schweißausbrüchen.

Die Symptome der Nervenentzündung unterscheiden sich von Patient zu Patient. Während einige Patienten über Ameisenkribbeln und Taubheit klagen, äußert sich die Neuritis bei anderen Patienten durch ein unangenehmes elektrisierendes Gefühl an den betroffenen Lokalisationen. In vielen Fällen geht die Nervenentzündung im Nacken mit Stechen, Brennen und Reißen einher.

Bei Verdacht auf eine Nervenentzündung im Bereich des Nackens führt der behandelnde Arzt verschiedene neurologische Untersuchungen durch. Zusätzlich können Blutuntersuchungen sinnvoll sein. Um einen Bandscheibenvorfall als Ursache der Entzündung auszuschließen bzw. zu bestätigen wird eine Magnetresonanztomografie durchgeführt. Auch die Computertomographie ist ein geeignetes Verfahren zur Diagnosestellung. Weitere Verfahren, die bei der Diagnose der Nervenentzündung im Nacken zum Einsatz kommen, sind die Neurosonografie und das EMG. Bei der Elektromyografie wird die elektrische Muskelaktivität gemessen. Die Neurosonographie ermöglicht dank Ultraschall die Darstellung der einzelnen Nerven und Muskeln.

Behandlung und Therapie

Die Nervenentzündung wird entsprechend ihrer Ursache behandelt. Wenn es sich um eine infektiöse Nervenentzündung handelt, kommen Antibiotika oder Virostatika zum Einsatz. Ergänzend werden in der Regel entzündungshemmende Arzneimittel und Schmerzmittel verabreicht. Liegt der Nervenentzündung am Hals eine Bandscheibenvorwölbung oder ein Bandscheibenvorfall zugrunde, muss diese ursächliche Erkrankung behandelt werden.

Falls die Beweglichkeit im Hals- und Nackenbereich noch erhalten ist, sollen die Patienten so schnell wie mögliche ihre normalen Aktivitäten wieder aufnehmen. Bettruhe ist nicht empfehlenswert. Im Einzelfall können Massagen, Bewegungstherapien, Wärmetherapie und Elektrotherapie die Beschwerden lindern.

Eine manuelle Therapie kann innerhalb der ersten vier bis sechs Wochen nach dem Vorfall hilfreich sein. Bei chronischen und subakuten Schmerzen, die durch eine Nervenentzündung verursacht werden, kann Krankengymnastik sinnvoll sein. Eine Operation erfolgt in diesem Zusammenhang aufgrund der hohen Komplikationsrate nur bei zunehmenden oder akut auftretenden schweren Muskelausfällen.



Vorbeugung

Einer Nervenentzündung im Nackenbereich lässt sich in der Regel durch rückenstärkende Fitnessübungen vorbeugen. Monotone Bewegungen und Fehlhaltungen sollten hingegen vermieden werden.

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