Nervenentzündung (Kopf)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. April 2016
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Eine Nervenentzündung (Kopf) wird in der medizinischen Fachsprache auch Neuritis genannt. Nervenentzündungen im Bereich des Kopfes können je nach betroffenem Nerv verschiedene Symptome hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nervenentzündung (Kopf)?

Bei einer Neuritis sind die peripheren Nerven oder die Hirnnerven von einer Entzündung betroffen. Wenn nicht nur ein Nerv, sondern mehrere Nerven entzündet sind, liegt eine sogenannte Polyneuritis oder Polyneuropathie vor. Die Entzündung eines einzelnen Nervs wird als Mononeuritis bezeichnet. Bei einer Radikulitis ist zusätzlich die Nervenwurzel entzündet. Je nach Befallsmuster kann zwischen der Schwerpunktneuritis, der distal-symmetrischen Neuritis und der Mononeuritis multiplex unterschieden werden.

Des Weiteren kann nach histologischen Veränderungen zwischen einer interstitiellen und einer parenchymatösen Neuritis unterschieden werden. Während die interstitielle Neuritis vor allem bei infektiös-entzündlichen Prozessen auftritt, entsteht die parenchymatöse Neuritis insbesondere bei toxischen Schädigungen der Nerven. Grundsätzlich können alle Nerven am Kopf von der Entzündung betroffen sein. Besonders häufig ist aber der Nervus trigeminus betroffen.

Der Nervus trigeminus ist der fünfte Hirnnerv. Er erreicht mit seinen sensiblen und motorischen Fasern weite Teile des Kopfes und teilt sich in drei Hauptäste auf: Augenast, Oberkieferast und Unterkieferast. Auch die Neuritis vestibularis tritt häufiger auf. Es handelt sich dabei um eine Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, die durch eine Entzündung des Nervus vestibularis (Gleichgewichtsnerv) hervorgerufen wird.

Ursachen

Eine Neuritis im Kopfbereich kann verschiedene Ursachen haben. So können zum Beispiel Infektionen zu Entzündungen führen. Bevorzugt sind es Viren, die die Nerven im Kopfbereich beeinträchtigen. Ein bekannter Vertreter dieser Art ist das Herpes-Virus. Entzündungen der Kopfnerven treten zum Beispiel im Rahmen der Gürtelrose auf. Auch traumatische Einwirkungen können eine Nervenentzündung bedingen. Ein Schlag ins Gesicht kann beispielsweise ein Auslöser sein.

Nervenentzündungen können durch Gifte und durch Kälte bedingt sein. Eine thermisch bedingte Neuritis wird auch als Kälteneuritis bezeichnet. Ebenso können Allergien neuroallergische Reaktionen in Form von Nervenentzündungen hervorrufen. Bei einer verminderten Durchblutung (Ischämie) kann ebenfalls eine Nervenentzündung entstehen. Zudem gibt es Nervenentzündungen, die ohne erkennbare Ursache (idiopathisch) auftreten. Hier wird auch der Begriff Neuropathie genutzt.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Häufig kann die Diagnose der Nervenentzündung schon durch die charakteristischen Symptome gestellt werden. Zur Abklärung kommen neurologische Untersuchungen zum Einsatz. Um andere Erkrankungen auszuschließen, kann eine Lumbalpunktion erforderlich sein. Weitere mögliche Untersuchungsverfahren sind die Elektromyografie und die Elektroneurografie.

Die Symptome und der Verlauf der Neuritis im Bereich des Kopfes unterscheiden sich je nach betroffenem Nerv. Bei einer Nervenentzündung des Nervus vestibularis leiden die Betroffenen unter Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüchen. Es kommt zu unkontrollierbaren und unwillkürlichen pendelnden Augenbewegungen. Charakteristisch für die Erkrankung ist eine Fallneigung zur kranken Seite. Der Hörsinn ist bei der Neuritis des Nervus vestibularis nicht beeinträchtigt.

Hauptsymptom einer Neuritis des Nervus trigeminus ist starker [[Schmerzen|Schmerz]. Bei Befall des ersten Zweiges treten die Schmerzen im Bereich der Augen, auf der Rückseite der Nase, im Bereich der Schläfen und auf der Stirn auf. Eine Entzündung des zweiten Astes äußert sich durch Schmerzen in den oberen Zähnen und der Oberlippe. Schmerzen im Bereich des Kinns und des Unterkiefers weisen auf eine Beteiligung des dritten Astes hin.

Eine Entzündung des Sehnervs heißt Optikusneuritis. Bei der Optikusneuritis verschlechtert sich das Sehvermögen über Stunden bis Tage. Die Patienten sehen unscharf und bemerken Blickfeldausfälle. Die Bewegung der Augen kann schmerzhaft sein. Auch leichter Druck auf die Augen kann zu Schmerzen führen. Innerhalb von zwei bis vier Wochen bessern sich in der Regel die Symptome. Häufig bleiben aber Beeinträchtigungen zurück. In wenigen Fällen entwickelt sich eine chronische Neuritis, die durch den langsam fortschreitenden Verlust der Sehfähigkeit gekennzeichnet ist.

Bei der Fazialisneuritis ist der Nervus facialis von der Entzündung betroffen. Der Nervus facialis ist der siebte Hirnnerv. Er hat sensorische, motorische, sensible und parasympathische Anteile und versorgt fast den gesamten Kopf. Bei einer Entzündung kommt es zu Missempfindungen und Taubheitsgefühlen im Bereich des Gesichts. Ferner können Lähmungen auftreten. Die Lähmung des Nervus facialis wird auch Fazialisparese genannt. Eine Fazialisparese zeigt sich durch hängende Mundwinkel, einen inkompletten oder aufgehobenen Lidschluss oder durch ein aufgehobenes Stirnrunzeln. Da der Nervus facialis auch mit den sensorischen Fasern der Zunge verbunden ist, können Geschmacksstörungen auftreten.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Nervenentzündung erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache und der Lokalisation. Bei einer infektiösen Entzündung erhalten die Patienten Antibiotika und Schmerzmittel. Wenn die orale Schmerzmedikation nicht ausreicht, können Lokalanästhetika zum Einsatz kommen. Auch physikalische Anwendungen wie Kälte oder Wärme können hilfreich sein. Die Behandlung von Nervenentzündungen ist recht komplex, sodass in der Regel eine Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen erfolgt.



Vorbeugung

Im Normalfall ist jeder Mensch bestrebt, die Faktoren, die eine Neuritis bedingen können, zu meiden. Da dies jedoch nicht immer möglich ist, kann den Nervenentzündungen nur schwer vorgebeugt werden.

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