Nervenentzündung (Bein)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. April 2016
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Entzündungen der Nerven können auch am Bein vorkommen. Meist ist für solch eine Nervenentzündung (Bein) eine lumbale Neuralgie dafür verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nervenentzündung (Bein)?

Kommt es zu einer schmerzhaften Nervenentzündung an einem Bein, sprechen Mediziner von einer Neuralgie oder einer lumbalen Neuralgie. Der Begriff „Lumbus“ steht für Lende.

Dabei entstehen die Schmerzen zumeist durch eine Ischialgie bzw. Lumboischialgie. Bei einer Ischialgie wird der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus), bei dem es sich um einen peripheren Nerv des Lenden-Kreuz-Geflechtes handelt, beeinträchtigt.

Ursachen

Ursache für eine Nervenentzündung im Bein ist in den meisten Fällen eine Neuralgie des Ischiasnervs. Der Ischias gilt als mächtigster Nerv des menschlichen Körpers und entspringt den letzten lumbalen Rückenmarkssegmenten sowie den ersten drei Rückenmarkssegmenten. Der Verlauf des Ischiasnervs reicht von der unteren Rückenregion über das Gesäß bis hin zu den Rückseiten der beiden Beine. Kommt es zu einer Entzündung des Ischias, ist in der Medizin von einem lumbosakralen Wurzelirritationssyndrom die Rede. Im Volksmund wird dieses Problem als eingeklemmter Ischiasnerv bezeichnet. Von einem Ischiassyndrom können grundsätzlich Menschen in jedem Lebensalter betroffen sein.

Zusammengesetzt wird der Ischiasnerv aus einem Nervenbündel. Im Rückenmarkskanal erfolgt der Austritt der Nerven aus dem Wirbelkanal. Die Wirbelsäule setzt sich wiederum aus mehreren Wirbelkörpern zusammen. Zwischen den einzelnen Körpern sind die Bandscheiben angesiedelt, die die Funktion eines Puffers ausüben und auf diese Weise Druck von der Wirbelsäule nehmen. Entzündet sich eine Nervenwurzel des Ischiasnervs, kann dies ein schmerzhaftes Ischiassyndrom zur Folge haben, was sich u. a. durch Beschwerden an den Beinen bemerkbar macht.

Es sind aber noch andere Ursachen für eine Nervenentzündung am Bein möglich. Dazu gehören mechanische Beeinträchtigungen wie Verletzungen, die die Nerven in Mitleidenschaft ziehen. Auch permanente Fehlhaltungen oder Bandscheibenvorfälle bewirken schädlichen Druck auf die Nerven. Als weitere Auslöser für eine Nervenentzündung im Bein kommen virale oder bakterielle Infektionen, Vergiftungen durch Alkohol, Nikotin oder Schwermetalle sowie Störungen des Stoffwechsels, die eine Unterversorgung der Nerven mit Nährstoffen verursachen, infrage.

Eine Mangelversorgung wird in erster Linie von der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ausgelöst. Verbunden ist eine Nervenentzündung am Bein zumeist mit starken Schmerzen, die von den betroffenen Personen als quälend empfunden werden. Darüber hinaus sind weitere Beschwerden wie Empfindungsstörungen möglich. Dabei leiden die Patienten unter Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder sogar Lähmungserscheinungen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei einer ausgeprägten Nervenentzündung im Bein führt der Weg des Patienten früher oder später zu einem Arzt. Dieser geht der Ursache der Beschwerden in der Beinregion auf den Grund, wobei er sich nach den vorliegenden Symptomen richtet. Für das Lokalisieren der betroffenen Nervenbahnen stehen dem Mediziner unterschiedliche Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Dazu zählen eine Neurosonographie, das Messen der elektrischen Muskelaktivität (EMG), Blutuntersuchungen sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT). Des Weiteren achtet der Arzt auf eventuelle Muskelprobleme, Durchblutungsstörungen und Lähmungserscheinungen.

In den meisten Fällen nehmen Nervenentzündungen im Bein einen positiven Verlauf. So gehen die Beschwerden bei einer Ischialgie in der Regel nach einigen Tagen oder Wochen wieder zurück. Bei manchen Patienten wechselt jedoch die Nervenentzündung von einer akuten Form in eine chronische Form. Auch Restbeschwerden wie beispielsweise Taubheitsgefühle können mitunter zurückbleiben. Der Patient muss sich dann einer regelmäßigen Therapie und Beobachtung unterziehen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Nervenentzündung im Bein hängt von der jeweiligen auslösenden Ursache ab. Zur Linderung der Schmerzen können zunächst konventionelle Schmerzmittel zur Anwendung gelangen. Haben die Beschwerden eine orthopädische Ursache, wird zwischen einer konservativen und einer operativen Therapie entschieden. Die konservative Behandlung erfolgt zumeist durch eine Physiotherapie, die mit krankengymnastischen Übungen verbunden ist. Weitere konservative Behandlungsmaßnahmen sind Massagen sowie eine Wärme- oder Kältetherapie. Als wirksame alternative Behandlungsmethode gegen eine Nervenentzündung gilt die Akupunktur.

Handelt es sich dagegen um eine Stoffwechselerkrankung, ist oftmals eine langfristige Therapie erforderlich, die die Gabe von bestimmten Medikamenten, das Spritzen von Insulin bei Diabetes oder das Einhalten einer speziellen Diät beinhaltet. Wird die Nervenentzündung im Bein durch eine Infektion verursacht, erhält der Patient Antibiotika, die die auslösenden Bakterien bekämpfen.

Eine Operation kann bei einer Nervenentzündung im Bein notwendig sein, wenn diese durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen wird. Durch den chirurgischen Eingriff lässt sich der Druck auf die betroffenen Nerven abbauen. Im Anschluss an die operative Therapie finden zumeist spezielle Rehabilitationsmaßnahmen statt. Bei starken Schmerzen kann zudem eine Behandlung in einer Schmerzklinik sinnvoll sein. Nicht selten werden die einzelnen Therapiemethoden bei einer Nervenentzündung auch miteinander kombiniert.



Vorbeugung

Einer Nervenentzündung im Bein vorzubeugen, ist nicht leicht. Meist helfen Bewegungsabläufe, die die Gelenke und Nerven schonen. Darüber hinaus sollten die Nerven stets ausreichend B-Vitamine und Mineralstoffe erhalten.

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