Nervenentzündung (Arm)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. April 2016
Gesundpedia.deSymptome Nervenentzündung (Arm)

Eine Nervenentzündung (Arm) betrifft häufig den Plexus brachialis. Die Folge ist eine sogenannte Brachialgie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nervenentzündung (Arm)?

In der medizinischen Fachsprache wird eine Nervenentzündung auch Neuritis genannt. Bei einer Nervenentzündung am Arm sind die peripheren Armnerven von der Entzündung betroffen. Wenn nur ein Nerv des Arms betroffen ist, handelt es sich um eine Mononeuritis. Sind mehrere Nerven betroffen, spricht man von einer Polyneuritis. Falls die Nervenwurzel ebenfalls beeinträchtigt ist, wird die Entzündung als Radikulitis bezeichnet. Je nach Befallsmuster kann bei Nervenentzündungen im Bereich des Arms zwischen der Schwerpunktneuritis, der Mononeuritis multiplex und der distal-symmetrischen Neuritis unterschieden werden.

Ferner können Nervenentzündungen in interstitielle und parenchymatöse Entzündungen unterteilt werden. Bei der interstitiellen Neuritis liegen Proliferationen der bindegewebigen Nervenhüllen vor. Es kommt zu Ödemen mit Auflockerungen der Myelinscheiden. Diese Form der Entzündung zeigt sich vor allem bei infektiösen Prozessen. Die parenchymatöse Neuritis tritt eher bei toxischen Schädigungen der Nerven auf. Hier werden die Myelinscheiden in einzelne Segmente abgebaut. Unter Umständen zerfallen und degenerieren sogar die Nervenfasern.

Ursachen

Die Ursachen für Nervenentzündungen sind vielfältig. Zum einen kann eine Neuritis natürlich infektiös bedingt sein. Vor allem Virus-Infektionen können zu Nervenentzündungen führen. Am Arm sind es häufig traumatische Erlebnisse (mechanische Traumata), die Nervenentzündungen hervorrufen. Die Brachialgie wird zum Beispiel vor allem durch mechanische Reizungen und Kompressionen verursacht.

Auch Gifte können ebenso wie Kälte (Kälteneuritis) zu Entzündungen der Nerven führen. Bei einer Allergie kann sich eine neuroallergische Nervenentzündung des Arms ausbilden. Bei Durchblutungsstörungen kommt es hingegen aufgrund einer Ischämie zu einer Entzündung des Nervengewebes. Wenn die Neuritis ohne Ursache auftritt, wird sie auch als idiopathische Neuritis oder als Neuropathie bezeichnet.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Symptome und Verläufe von Nervenentzündungen am Arm sind je nach Ausmaß und Lokalisation sehr unterschiedlich. Bei der Plexus brachialis Neuritis ist das Armnervengeflecht entzündet. Die Erkrankung wird auch als Parsonage-Turner-Syndrom oder als neuralgische Schulteramyotrophie bezeichnet. Bei dieser neurologischen Erkrankung treten sehr plötzlich Schmerzen auf. Von diesen Schmerzen ist meistens der rechte Arm betroffen. Es können aber auch beide Seiten gleichzeitig erkranken. Der plötzlich auftretende Schmerz ist reißend und heftig. Er hält einige Tage an. Es kommt zudem zu ausgeprägten Lähmungen der Oberarm- und Schultermuskulatur.

Vor allem der Musculus deltoideus, der Bizeps und die Musculi supraspinatus, serratus, anterior, trapezius und infraspinatus sind betroffen. Somit werden Bewegungen wie das Heben des Armes oder das Abspreizen des Armes fast unmöglich. Relativ schnell atrophiert die Muskulatur, die nicht mehr nerval versorgt wird. Sensibilitätsstörungen treten hingegen eher selten auf. Typisch für die Erkrankung ist das hervorstehende Schulterblatt, das sich bei bestimmten Bewegungsabläufen zeigt.

Bei Verdacht auf eine Nervenentzündung am Arm werden zunächst neurologische Reflexprüfungen durchgeführt. Häufig zeigen sich hier abgeschwächte Muskelreflexe. So können beispielsweise der Bizeps- oder der Trizepssehnenreflex abgeschwächt sein. Ergänzend kann eine Elektromyographie durchgeführt werden. Bei dieser Methode der neurologischen Diagnostik wird die elektrische Muskelaktivität gemessen. Mithilfe der Elektromyographie können Muskelerkrankungen von Nervenerkrankungen unterschieden werden.

So zeigen sich in der Elektromyographie bei der Neuritis des Plexus brachialis beispielsweise Denervierungen des Musculus deltoideus. Zum Ausschluss von Differentialdiagnosen kann eine Untersuchung des Hirnwassers erforderlich sein. Zusätzlich wird in den meisten Erkrankungsfällen ein Bluttest durchgeführt, um einen viralen Infekt auszuschließen. Zum Ausschluss eines Bandscheibenvorfalls erfolgt häufig eine Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule.

Behandlung und Therapie

So verschieden die Auslöser der Neuritis sind, so unterschiedlich sind auch die Behandlungsmethoden. Gegen die Schmerzen werden schwache bis starke Schmerzmittel eingesetzt. Je nach Ausmaß der Schmerzen können auch Antidepressiva, Antiepileptika, Radikalfänger oder Lokalanästhetika eingesetzt werden. Auch die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist ein mögliches Therapieverfahren bei der Behandlung der Neuritis. Insbesondere bei Entzündungen, die mit chronischen Schmerzen einhergehen, können psychotherapeutische Maßnahmen oder Entspannungsverfahren zum Einsatz kommen.

Zusätzlich kommen in der Regel entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Bei der Neuritis des Plexus brachilais kann auch eine Blockade des Plexus brachialis sinnvoll sein. Dabei werden am Hals die Wurzeln des Plexus brachialis reversibel durch Injektionen von Lokalanästhetika blockiert. Das Verfahren ist recht einfach durchzuführen und nebenwirkungsarm. Schäden entstehen vor allem dann, wenn die Lokalanästhetika versehentlich in und nicht an die Nerven gespritzt werden. Dem wird aber in der Regel durch die Verwendung stumpfer Kanülen entgegengewirkt.



Vorbeugung

Einer Neuritis lässt sich bedingt vorbeugen. Zum einen sollten Fehlhaltungen und vor allem Überlastungen vermieden werden. Entspannungsverfahren und regelmäßige körperliche Bewegung können die Muskulatur im Armbereich lockern und so Kompressionen und mechanischen Reizungen vorbeugen. Nervenentzündungen, die als Folge von Unfällen oder Infektionen auftreten, können natürlich kaum verhindert werden.

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