Nasenbluten beim Kind

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Nasenbluten beim Kind

Nasenbluten beim Kind kommt recht oft vor. Platzt in der Schleimhaut der Nase ein kleines Blutgefäß, entsteht Nasenbluten (Epistaxis). Meist geschieht dies im Locus Kiesselbach (vorderer Teil der Nasenscheidewand). Hier befindet sich ein Geflecht aus vielen Blutgefässen, das starken Beanspruchungen ausgesetzt ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nasenbluten beim Kind?

Nasenbluten bedeutet, dass es aus einem oder beiden Nasenlöchern plötzlich blutet. Dies ist zwar unangenehm, aber meist harmlos. Die Nasenschleimhaut ist stark durchblutet. Die feinen Gefäße können leicht einreißen, beispielsweise wenn die Nasenschleimhaut aufgrund einer feuchtigkeitsarmen Heizungsluft oder einer Erkältung ausgetrocknet ist. Auch bei Kindern kann es gelegentlich zum Nasenbluten kommen, ohne dass ein ersichtlicher Auslöser vorliegen muss.

Doch es kann auch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein. Daher sollte die Ursache für ein wiederholtes Nasenbluten von einem HNO-Arzt abgeklärt werden. Bei sehr starken Blutungen, ein Nasenbluten, das nicht gestillt werden kann oder bei Verletzungen der Nase ist es unbedingt ratsam, die Notaufnahme aufsuchen. Der hohe Blutverlust kann lebensbedrohlich sein.

Ursachen

Während des Wachstumsprozesses des Kindes liegt die Ursache für ein Nasenbluten in den ziemlich dünnwandigen Gefäßen unmittelbar unter der Schleimhautoberfläche. Im Vergleich zu Erwachsenen kann den verschiedensten Belastungen schlechter standgehalten werden. Nasenbluten ist meist harmlos und kann insbesondere bei Kindern auch spontan und ohne Krankheitswert auftreten. Die Gefäßwände sind recht dünn und können unter einer körperlichen Belastung reißen.

Durch einen Schlag oder Sturz auf die Nase ist ebenso ein Bluten aus den Nasengefäßen möglich. Weitere Auslöser können das Nasenbohren, Verletzungen durch Fingernägel, eine trockene, klimatisierte Luft, Niesen, eine Allergie oder Erkältung sein. Auch abschwellende Nasentropfen sollten als Ursache in Betracht gezogen werden, da diese aufgrund der gefäßverengenden und austrocknenden Wirkung die Schleimhäute schädigen können.

Zu den schwerwiegenden Ursachen gehören Tumorerkrankungen im Bereich der Nase und des Rachens. Wenn es bei einem Kind ohne eine ersichtliche Ursache häufiger zum Nasenbluten kommt, sollte dies unbedingt vom Arzt untersucht werden, um verschiedene Krankheiten auszuschließen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei einem starken und häufigen Nasenbluten beim Kind muss eine gezielte Diagnose gestellt und die Ursache gefunden werden. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt führt eine Nasenspiegelung durch, um die Blutungsquelle zu erkennen. Dabei betrachtet er mit einem Nasenspekulm (zangenartiges Gerät mit einer trichterförmigen Spitze) sowie einer Lichtquelle die vorderen Nasengänge und die Nasenhöhle.

In manchen Fällen sind noch weitere Untersuchungen erforderlich, beispielsweise eine Röntgenuntersuchung des Kopfes bei einem Schlag auf die Nase. Weitere mögliche bildgebende Verfahren sind die Computertomographie, die Magnetresonanztomographie sowie die Angiographie. Damit können die Blutgefäße dargestellt werden. Um Erkrankungen wie Bluthochdruck oder -armut als Ursache nachzuweisen, wird ein Internist aufgesucht.

Beim Nasenbluten läuft, wie es der Name bereits verrät, aus einem oder auch beiden Nasenlöchern Blut heraus. Das Bluten selber ist in der Regel nicht schmerzhaft. Anders sieht es mit der Ursache aus, wenn beispielsweise ein Schlag oder Sturz auf die Nase vorangegangen ist. Das Blut kann auch in den Rachenraum liegen, sollte jedoch nicht geschluckt werden, da dies zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.

Wenn es durch das Nasenbluten zum massiven Blutverlust kommt, sind Kreislaufprobleme, Bewusstseinstrübungen bis hin zur Ohnmacht möglich. Dieser medizinische Notfall macht Erste Hilfe erforderlich. Bei einem Kind setzt das Nasenbluten häufig unvermittelt ein und ist innerhalb weniger Minuten wieder vorbei. Meist ist es ein harmloser Vorfall. Nur selten ist ein Arztbesuch notwendig, beispielsweise bei einem wiederholten oder starken Nasenbluten. Haben Krankheiten das Nasenbluten ausgelöst, ist die Prognose ebenso von der Behandlung abhängig.

Behandlung und Therapie

Bei einem Nasenbluten beim Kind ist es empfehlenswert, ruhig zu bleiben. Aufregung kann den Blutdruck ansteigen lassen, wodurch es noch heftiger blutet. Als Sofortmaßnahme ist es ratsam, die Nasenflügel einige Minuten lang zuzudrücken, um dadurch eine Blutstillung zu erreichen.

Zusätzlich sollte der Oberkörper aufgerichtet und ein kalter Waschlappen auf den Nacken gelegt werden. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Nasenregion wird weniger durchblutet. Eine Tamponade mit Watte ist ungeeignet, denn die Watte verklebt mit der Schleimhaut, wodurch beim Entfernen erneut Blutungen auftreten können.

Nach dem Nasenbluten sollte nicht schwer gehoben, heiß geduscht oder die Nase heftig geputzt werden, da dies zu einer wiederholten Blutung führen kann. Bei einer sehr starken oder nicht zu stillenden Blutung sollte ein HNO-Arzt aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden.

Manchmal muss das blutende Gefäß verödet oder unterbunden werden. Sind Medikamente die Ursache für das Nasenbluten, sollten diese nach der Absprache mit dem Arzt gemieden oder gewechselt werden.



Vorbeugung

Sind trockene Schleimhäute die Ursache für ein häufiges Nasenbluten beim Kind, können diese mit einem Nasenöl oder einer speziellen Salbe feucht gehalten und die Luftfeuchtigkeit in den Räumen kann mit einem Luftbefeuchter erhöht werden. Zudem ist es wichtig, dass ausreichend getrunken wird, damit die Selbstbefeuchtung der Nasenschleimhaut unterstützt wird. Nasebohren, ein kräftiges Schnäuzen und mechanische Reize sollten bei einer Neigung zum Nasenbluten vermieden werden.

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