Nasenbluten beim Kind

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Juli 2017
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Nasenbluten beim Kind kommt recht oft vor. Platzt in der Schleimhaut der Nase ein kleines Blutgefäß, entsteht Nasenbluten (Epistaxis). Meist geschieht dies im Locus Kiesselbach (vorderer Teil der Nasenscheidewand). Hier befindet sich ein Geflecht aus vielen Blutgefässen, das starken Beanspruchungen ausgesetzt ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nasenbluten beim Kind?

Nasenbluten bedeutet, dass es aus einem oder beiden Nasenlöchern plötzlich blutet. Dies ist zwar unangenehm, aber meist harmlos. Die Nasenschleimhaut ist stark durchblutet. Die feinen Gefäße können leicht einreißen, beispielsweise wenn die Nasenschleimhaut aufgrund einer feuchtigkeitsarmen Heizungsluft oder einer Erkältung ausgetrocknet ist. Auch bei Kindern kann es gelegentlich zum Nasenbluten kommen, ohne dass ein ersichtlicher Auslöser vorliegen muss.

Doch es kann auch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein. Daher sollte die Ursache für ein wiederholtes Nasenbluten von einem HNO-Arzt abgeklärt werden. Bei sehr starken Blutungen, ein Nasenbluten, das nicht gestillt werden kann oder bei Verletzungen der Nase ist es unbedingt ratsam, die Notaufnahme aufsuchen. Der hohe Blutverlust kann lebensbedrohlich sein.

Ursachen

Während des Wachstumsprozesses des Kindes liegt die Ursache für ein Nasenbluten in den ziemlich dünnwandigen Gefäßen unmittelbar unter der Schleimhautoberfläche. Im Vergleich zu Erwachsenen kann den verschiedensten Belastungen schlechter standgehalten werden. Nasenbluten ist meist harmlos und kann insbesondere bei Kindern auch spontan und ohne Krankheitswert auftreten. Die Gefäßwände sind recht dünn und können unter einer körperlichen Belastung reißen.

Durch einen Schlag oder Sturz auf die Nase ist ebenso ein Bluten aus den Nasengefäßen möglich. Weitere Auslöser können das Nasenbohren, Verletzungen durch Fingernägel, eine trockene, klimatisierte Luft, Niesen, eine Allergie oder Erkältung sein. Auch abschwellende Nasentropfen sollten als Ursache in Betracht gezogen werden, da diese aufgrund der gefäßverengenden und austrocknenden Wirkung die Schleimhäute schädigen können.

Zu den schwerwiegenden Ursachen gehören Tumorerkrankungen im Bereich der Nase und des Rachens. Wenn es bei einem Kind ohne eine ersichtliche Ursache häufiger zum Nasenbluten kommt, sollte dies unbedingt vom Arzt untersucht werden, um verschiedene Krankheiten auszuschließen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Nasenbluten beim Kind ist keine Seltenheit, denn sobald ein kleines Blutgefäß in der vorderen Nasenscheidewand platzt, kommt es zum Nasenbluten. Unregelmäßiges Nasenbluten kann bei jedem Kind vorkommen. Nur wenn es gezielt und häufig auftritt, sollte man dies ärztlich untersuchen lassen. In so einem Fall muss nämlich dringend die Ursache für das Nasenbluten gefunden werden.

Bei äußerer Gewalteinwirkung kann es ebenfalls sehr schnell zum Bluten der Nase kommen. In der Regel sollte Blutung innerhalb weniger Minuten aufhören. Das Kühlen der Nase kann hierbei effektiv helfen, um die Blutung innerhalb kürzester Zeit zu stoppen. Gelingt dies nicht, so sollte man das Kind umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Nur so können innere Verletzungen ausgeschlossen bzw. frühzeitig erkannt werden.

Sammelt sich in so einem Fall das Blut im Rachenraum, so kann es sehr schnell zu Übelkeit oder Erbrechen kommen. Ein massiver Blutverlust kann außerdem zu starken Kreislaufbeschwerden führen. Damit es dazu nicht kommt, sollte bei mehrmaligen Nasenbluten ein Arztbesuch stattfinden. Auch wenn die Blutung sich nur sehr schwer stillen lässt, sollte das Kind ärztlich untersucht werden.

Diagnose und Verlauf

Bei einem starken und häufigen Nasenbluten beim Kind muss eine gezielte Diagnose gestellt und die Ursache gefunden werden. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt führt eine Nasenspiegelung durch, um die Blutungsquelle zu erkennen. Dabei betrachtet er mit einem Nasenspekulm (zangenartiges Gerät mit einer trichterförmigen Spitze) sowie einer Lichtquelle die vorderen Nasengänge und die Nasenhöhle.

In manchen Fällen sind noch weitere Untersuchungen erforderlich, beispielsweise eine Röntgenuntersuchung des Kopfes bei einem Schlag auf die Nase. Weitere mögliche bildgebende Verfahren sind die Computertomographie, die Magnetresonanztomographie sowie die Angiographie. Damit können die Blutgefäße dargestellt werden. Um Erkrankungen wie Bluthochdruck oder -armut als Ursache nachzuweisen, wird ein Internist aufgesucht.

Beim Nasenbluten läuft, wie es der Name bereits verrät, aus einem oder auch beiden Nasenlöchern Blut heraus. Das Bluten selber ist in der Regel nicht schmerzhaft. Anders sieht es mit der Ursache aus, wenn beispielsweise ein Schlag oder Sturz auf die Nase vorangegangen ist. Das Blut kann auch in den Rachenraum liegen, sollte jedoch nicht geschluckt werden, da dies zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.

Wenn es durch das Nasenbluten zum massiven Blutverlust kommt, sind Kreislaufprobleme, Bewusstseinstrübungen bis hin zur Ohnmacht möglich. Dieser medizinische Notfall macht Erste Hilfe erforderlich. Bei einem Kind setzt das Nasenbluten häufig unvermittelt ein und ist innerhalb weniger Minuten wieder vorbei. Meist ist es ein harmloser Vorfall. Nur selten ist ein Arztbesuch notwendig, beispielsweise bei einem wiederholten oder starken Nasenbluten. Haben Krankheiten das Nasenbluten ausgelöst, ist die Prognose ebenso von der Behandlung abhängig.

Komplikationen

Kinder haben in der Regel häufiger Nasenbluten als Erwachsene. Allerdings ist das Nasenbluten bei Kindern relativ harmlos und muss nicht zwingend durch einen Arzt behandelt werden. Meistens hört das Nasenbluten schon nach nur wenigen Minuten auf. Zur schnelleren Behandlung kann ein Stück von einem Taschentuch in die Nasenöffnung gestopft werden, um die Blutung zu stoppen. Sollte das Nasenbluten nach einem Unfall oder nach einer Verletzung auftreten und nicht von alleine wieder aufhören, so muss ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Fall können Knochen gebrochen sein, die vom Arzt eingeschoben werden müssen.

Kleine Kinder popeln relativ oft in der Nase herum, weswegen das Nasenbluten ebenso entstehen kann. In diesem Fall ist das Nasenbluten ungefährlich und kann einfach mit einem Taschentuch gestoppt werden. Sollte das Nasenbluten allerdings sporadisch auftreten und nicht mit bestimmten Handlungen zusammenhängen, muss ein Arzt die Nase untersuchen, um eventuelle Krankheiten auszuschließen. Beim Nasenbluten sollte der Kopf auf keinen Fall nach unten gehalten werde, um ein Zurückfließen des Blutes zu verhindern.

Behandlung und Therapie

Um das Nasenbluten beim Kind zu stoppen, sollte zusätzlich zum leichten Vorbeugen des Kopfes auch ein Waschlappen auf den Nacken gelegt werden.

Bei einem Nasenbluten beim Kind ist es empfehlenswert, ruhig zu bleiben. Aufregung kann den Blutdruck ansteigen lassen, wodurch es noch heftiger blutet. Als Sofortmaßnahme ist es ratsam, die Nasenflügel einige Minuten lang zuzudrücken, um dadurch eine Blutstillung zu erreichen.

Zusätzlich sollte der Oberkörper aufgerichtet und ein kalter Waschlappen auf den Nacken gelegt werden. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Nasenregion wird weniger durchblutet. Eine Tamponade mit Watte ist ungeeignet, denn die Watte verklebt mit der Schleimhaut, wodurch beim Entfernen erneut Blutungen auftreten können.

Nach dem Nasenbluten sollte nicht schwer gehoben, heiß geduscht oder die Nase heftig geputzt werden, da dies zu einer wiederholten Blutung führen kann. Bei einer sehr starken oder nicht zu stillenden Blutung sollte ein HNO-Arzt aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden.

Manchmal muss das blutende Gefäß verödet oder unterbunden werden. Sind Medikamente die Ursache für das Nasenbluten, sollten diese nach der Absprache mit dem Arzt gemieden oder gewechselt werden.



Aussicht und Prognose

Nasenbluten beim Kind hat in der Regel eine sehr günstige Prognose. Dies liegt daran, dass die meisten Ursachen für Nasenbluten im Kindesalter völlig harmloser Natur sind. Aspekte wie häufiges Bohren in der Nase, zahlreiche Infekte mit laufender Nase, entsprechend häufiger Gebrauch von Nasentropfen und natürlich auch zahlreiche Stürze bringen die Nase vor allem im vorderen Drittel rasch zum Bluten. Hierbei handelt es sich aber um Ursachen ohne Krankheitswert und entsprechend günstig ist die Prognose.

Nasenbluten im Rahmen eines Infekts oder nach einem harmlosen Sturz klingt in der Regel rasch wieder ab. Ungünstiger wird die Prognose, wenn dem Nasenbluten eine Störung der Blutgerinnung zugrunde liegt. In seltenen Fällen sind die Faktoren der Blutgerinnung nicht ausreichend oder fehlen gänzlich, was sich besonders bei Blutungen im Schleimhautbereich wie etwa beim Nasenbluten bemerkbar machen kann.

Die Stärke der Blutung kann bei einer Gesinnungsstörung beträchtliche Ausmaße annehmen und generell können solche Krankheiten der Gerinnung lebensbedrohlich sein, wenn sie beispielsweise unerkannt bleiben und die notwendigen medizinischen Maßnahmen nach einem Sturzgeschehen nicht umgehend erfolgen. Hierbei kann die Prognose im Einzelfall sehr schlecht sein, weswegen der frühzeitigen Erkennung solcher Blutgerinnungsstörungen eine entscheidende Bedeutung beikommt. Tritt Nasenbluten beim Kind häufig auf, sollten entsprechend auch die Gesinnungsfaktoren untersucht werden.

Vorbeugung

Sind trockene Schleimhäute die Ursache für ein häufiges Nasenbluten beim Kind, können diese mit einem Nasenöl oder einer speziellen Salbe feucht gehalten und die Luftfeuchtigkeit in den Räumen kann mit einem Luftbefeuchter erhöht werden. Zudem ist es wichtig, dass ausreichend getrunken wird, damit die Selbstbefeuchtung der Nasenschleimhaut unterstützt wird. Nasebohren, ein kräftiges Schnäuzen und mechanische Reize sollten bei einer Neigung zum Nasenbluten vermieden werden.

Bücher über Nasenbluten

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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