Narbenschmerzen (Narbenbeschwerden)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Juli 2017
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Narbenschmerzen sind Schmerzen im Bereich einer Narbe, die meist auf Narbenbrüche, Entzündungen oder verhärtetes Bindegewebe zurückzuführen sind. Eine Behandlung ist fast immer möglich und auch vorbeugen lässt sich den meisten Beschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Narbenschmerzen?

Unter Narbenschmerzen versteht man Schmerzen, die in Folge eines Narbenbruchs, einer Entzündung oder ohne erkennbaren Grund auftreten. Sie können unterschiedlichste Ursachen haben und sind auf unterschiedliche Arten zu behandeln. Vorbeugende Maßnahmen sind ebenfalls sehr effektiv und können das Auftreten von Schmerzen in den meisten Fällen verhindern.

Ursachen

Narbenschmerzen und Narbenbeschwerden können unterschiedlichste Ursachen haben. Genau sind diese jedoch bis heute nicht geklärt. So gibt es Menschen, die unter schmerzenden Narben leiden, während andere Menschen mit ähnlichen Narben keinerlei Probleme haben. Auch kommt es vor, dass Menschen sowohl schmerzenden als auch unproblematische Narben haben.

Die chinesische Medizin geht davon aus, dass Narben dann schmerzen, wenn sie auf bestimmten Meridianen liegen. In der westlichen Medizin wird davon ausgegangen, dass das verhärtete Bindegewebe im Bereich der Narbe der Hauptauslöser für die Schmerzen ist. Der genaue Grund für das Auftreten von Schmerzen ist jedoch nicht immer zu ermitteln.

Narbenschmerzen, die aufgrund eines Narbenbruchs entstehen, haben ihre Ursachen in der Verletzung der Narbe. Dasselbe gilt für Narbenentzündungen, wobei die Ursachen hier auch unzureichende Hygiene oder eine falsche Behandlung der Narben sein können.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Narbenbeschwerden sind häufig ein kosmetischer Makel. Aus medizinischer Sicht besteht in diesem Fall kein besorgniserregender Zustand, bei dem Maßnahmen ergriffen werden müssen. Leidet der Betroffene jedoch unter den Narben, sollte ein Arzt konsultiert werden. Emotionale Probleme oder ein seelisches Leiden kann zu psychischen Erkrankungen führen, die rechtzeitig von einem Arzt behandelt werden sollten.

Bei Narbenschmerzen, die regelmäßig auftreten oder zunehmen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die vorliegenden Probleme sind meist gut behandelbar und sehr erfolgversprechend. Breiten sich die Narbenschmerzen weiter aus, ist der Besuch bei einem Arzt notwendig. Eine Entzündung der Narbe oder des umliegenden Gewebes sind möglich. Diese müssen behandelt werden, um die Ausbreitung zu stoppen.

Bevor der Betroffene aufgrund der Schmerzen Medikamente einnimmt, ist grundsätzlich die Rücksprache mit einem Arzt zu halten. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten, die rechtzeitig abgeklärt werden müssen.

Kommt es zu weiteren Symptomen wie die Verhärtung der Haut oder ein Austritt von Flüssigkeiten, muss ein Arzt aufgesucht werden. Wird die Narbe überschminkt, kann es zu Hautrötungen oder einem Juckreiz kommen. Eine allergische Reaktion gegenüber den Inhaltsstoffen liegt vor. Ein Arztbesuch ist notwendig, um über einen Allergietest die Substanzen zu ermitteln, die ursächlich für die Allergie verantwortlich sind.

Diagnose und Verlauf

Narbenschmerzen werden meist von den Betroffenen selbst diagnostiziert. Die Eingrenzung der möglichen Ursachen geschieht jedoch durch einen Arzt. Dieser führt zunächst eine umfassende Anamnese durch, um zu ermitteln, wo genau die schmerzende Narbe liegt, wie weit die Schmerzen ausstrahlen, wann die Schmerzen auftreten und wie stark diese sind. Zudem arbeitet er die bisherige Krankengeschichte des Patienten auf und versucht so, einen Auslöser für die Schmerzen zu finden. Nicht immer ist dies möglich, weshalb auch eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden muss.

Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt zunächst die Narbe ab. So kann festgestellt werden, ob beispielsweise eine Narbenbruch oder eine anderweitige Verletzung vorliegt, welche die Schmerzen auslöst. Ist dies nicht der Fall, wird das Bindegewebe genauer betrachtet. Liegen hier Verhärtungen vor? Liegen Nerven im Bereich der Narbe? Wird der Bereich um die Narbe durch Bewegungen belastet? All diese Aspekte müssen in Betracht gezogen werden, um eine Ursache ermitteln zu können.

Liegen Narbenhernien (Narbenbrüche) vor, kann die Diagnose mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomographie gestellt werden. Ist die Narbe nur aufgekratzt oder anderweitig verletzt, lässt sich die Diagnose meist schon durch einen Blick auf die Narbe stellen. Anders sieht aus, wenn die Narben an nicht sichtbaren Stellen liegen. Dann ist es in jedem Fall notwendig, eine CT durchzuführen.

Der Verlauf von Narbenschmerzen ist selten tödlich. Wird rechtzeitig reagiert, kann die Ursache in fast allen Fällen dauerhaft behandelt werden. Lediglich Narbenbrüche können für Betroffene bei einer Nichtbehandlung schwerwiegende Folgen haben. Die inneren Blutungen führen im schlimmsten Fall zum Tode des Patienten, weshalb gerade in der Zeit nach einem operativen Eingriff im Bauchraum auf entsprechende Symptome und Beschwerden geachtet werden muss.

Komplikationen

In der Regel ist es gewöhnlich, dass Narbenschmerzen auftreten. Falls eine Stelle im Körper aufgeschnitten und wieder zusammengenäht wurde, schmerzt diese Stelle in den meisten Fällen noch einige Tage oder Wochen. Die Dauer des Schmerzes hängt von der Größe der Narbe ab. Allerdings sollte dieser Schmerz mit der Zeit nachlassen. Falls die Narbenschmerzen auch noch nach mehreren Monaten auftreten, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Oft entstehen auf Narben Verhärtungen oder Schwellungen, welche zu Einziehungen führen können. Die Narbenschmerzen müssen nicht zwingend einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben.

Falls die Narbe allerdings nah an einem wichtigen Organ oder in der Nähe der Lunge liegt, kann es zu Atemstörungen oder andren Fehlstörungen an den Organen kommen. In diesen Fällen sollten die Narbenschmerzen genauer vom Arzt untersucht werden. Als weitere Komplikation können auch Entzündungen und weitere Schmerzen um die Region der Narbe entstehen. Die ist vor allem dann der Fall, wenn diese Region bei Arbeiten stark beansprucht wird oder mit anderen Gegenständen in Berührung kommt. Eine Behandlung kann mit Medikamenten oder mit Cremes erfolgen. Sie sollte faltig froh beginnen, damit die Narbenschmerzen schon in der frühen Phase eingedämmt werden können.

Behandlung und Therapie

Narbenschmerzen werden je nach Ursache spezifisch behandelt. Liegt ihnen ein Narbenbruch zugrunde, muss dieser operativ geschlossen werden. Dies geschieht entweder offen oder laparoskopisch. Da Narbenbrüche meist im Bauchraum entstehen, wird meist die so genannte Sublay-Technik angewandt, bei der das Narbengewebe verstärkt wird.

Narbenschmerzen als Folge einer Entzündung, werden mit Hilfe geeigneter Antibiotika behandelt. Ist die Narbe bereits wieder aufgebrochen oder anderweitig geschädigt, kommt auch hier ein chirurgischer Eingriff in Frage.

Unergründliche Narbenschmerzen, die zumeist bei einem Wetterumschwung auftreten, können durch einfache Maßnahmen behandelt werden. Oft reicht es schon aus, ein Narbengel wie etwa Contractubex aufzutragen. Auch eine Kühlung mindert die Schmerzen. Ebenso sollte es vermieden werden, an der Narbe zu kratzen oder scheuernde Kleidung über der Narbe zu tragen.

Sämtliche Arten der Narbenschmerzen sollten erst nach dem Gespräch mit einem Arzt behandelt werden. Dies ist auch notwendig, um weitere Informationen zur Zeit nach der Operation (im Falle eines Narbenbruchs) zu erhalten und somit einen weiteren Narbenbruch zu vermeiden.



Aussicht und Prognose

In der Regel handelt es sich bei Narbenschmerzen um gewöhnliche Schmerzen. Dabei kann leider nicht universell vorhergesagt werden, ob die Narbenschmerzen in der nächsten Zeit gelindert werden oder ob die Schmerzen noch lange oder möglicherweise permanent andauern werden. Leider können sie in vielen Fällen auch nicht mit Hilfe von Schmerzmitteln eingeschränkt werden. In den meisten Fällen verschwinden die Narbenschmerzen allerdings nach einigen Wochen nach dem Unfall oder nach der Operation, die für die Narbe verantwortlich ist. Nicht selten können sich diese Schmerzen auch in die umliegenden Regionen ausbreiten und auch dort zu Beschwerden führen.

Auch bei einer Belastung können die Narbenschmerzen verstärkt werden und dabei möglicherweise nachts zu Schlafbeschwerden führen. Nach einer Operation muss der Betroffene in der Regel Antibiotika einnehmen, damit es nicht zu einer Entzündung kommt. Auch eine Schmerztherapie kann durchgeführt werden, wenn die Narbenschmerzen nicht wieder von alleine verschwinden. Bei psychischen Beschwerden ist die Behandlung durch einen Psychologen notwendig. In den meisten Fällen verschwinden die Narbenschmerzen allerdings wieder von alleine, sodass keine spezielle Behandlung notwendig ist.

Vorbeugung

Auch die Vorbeugung von Narbenschmerzen hängt von der Ursache ab. Narbenbrüchen lässt sich vorbeugen, indem Risikofaktoren wie Übergewicht und Zigarettenkonsum entgegengewirkt wird. Zudem sollten in der Zeit nach der Operation keine schweren Lasten gehoben werden. Narbenentzündungen lässt sich vorbeugen, indem auf eine gute, hygienische Behandlung der frischen Narbe geachtet wird. Zuletzt ist es sinnvoll, schmerzempfindliche Narben zu schonen, um die Verstärkung der Schmerzen zu vermeiden.

Bücher über Narben

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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