Nagelveränderungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Juli 2017
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Nagelveränderungen treten sehr häufig auf, meist haben sie harmlose Ursachen. Veränderungen zeigen sich an der Farbe der Nägel, der Struktur, der Form, es zeigen sich z.B. Verfärbungen oder Rillen. Diese Veränderungen können harmlos sein, aber auch auf eine Krankheit hindeuten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Nagelveränderungen?

Nägel sind sogenannte Anhangsgebilde der Haut des Menschen. Die Form der Nägel variiert von Mensch zu Mensch leicht, eine Wölbung hat aber jeder gesunde Nagel. Im Normalzustand haben Nägel eine weiche Beschaffenheit und eine glatte und durchsichtige Oberfläche. Die Nägel bestehen aus Keratin (genauer aus ca. 100 bis 150 Lagen Hornzellen) und schützen die Kuppen der Finger beim Greifen.

Ein Nagel besteht aus dem Nagelbett, der Nagelwurzel, einem Nagelwall, dem Nagelmond dem Nagelfalz. Eine Nagelveränderung kann viel über Gesundheit und Krankheit des Menschen aussagen. Hinter Nagelveränderungen können schwerwiegende Krankheiten stecken. In manchen Fällen sind die Nägel einfach ungepflegt, doch wenn die Nägel brüchig und spröde sind, so kann es sich auch um eine Krankheit handeln.

Ursachen

Die Ursachen können sehr vielfältig sein, es gibt die verschiedensten Arten von Nagelveränderungen. Hat der Nagel tiefe Querrillen, so deutet dies auf ein gestörtes Wachstum des Nagels hin. Eine Ursache hierfür können Infekte oder Vergiftungen sein. Bei einer Weißfärbung des Nagels handelt es sich um kleine Verletzungen des Nagels, beispielsweise durch Stöße.

Ebenfalls durch eine Weißfärbung (viele weiße Flecken über den Nagel zerstreut) erkennbar ist eine Leukonychia, hierbei ist die Verhornung der Nagelzellen gestört. Die Ursache liegt meistens in einer Verletzung der Nagelhaut. Sind die Nägel trübe und weißlich, so handelt es sich um Milchglasnägel. Ursachen sind Veränderungen der Gefäße im Nagelbett. Sind die Nägel zur Hälfte weißgefärbt und zur anderen Hälfte rotbraungefärbt, so handelt es sich um Halb-und-halb-Nägel. Ursache hierfür ist oft eine chronische Niereninsuffizienz. Eine bläuliche Verfärbung der Nägel deutet auf eine Zyanose, einen Sauerstoffmangel, hin. Gelbliche Verfärbungen deuten auf eine Schuppenflechte hin. Sind die Nägel schwarz verfärbt, ist dies meist durch eine Verletzung entstanden (Hämatom unter dem Nagel).

Aber auch Hautkrebs ist eine mögliche Ursache. Ist der Nagel nach außen gewölbt verformt, handelt es sich um einen Uhrglasnägel. Dies deutet auf Herz- oder Lungenerkrankungen hin. Bestehen Punktförmige Einziehungen auf dem Nagel nennt man dies Grübchennägel. Ursachen hierfür sind Ekzeme oder Pilzinfektionen. Bei brüchigen Nägeln handelt es sich um Onychorrhexis.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Verfärben sich die Nägel gelb, braun oder grau kann es sich um einen Nagelpilz handeln. Andererseits aber auch um eine Nagelpsoriasis (Schuppenflechte). Beide Krankheiten können sich aber auch durch eine dickere Schicht aus bröckeligem und gelblichem Nagel darstellen. Beides erfordert ein Besuch beim Arzt.

Trübe und weiße Nägel, bei denen der Halbmond nicht mehr zu erkennen ist, deuten auf eine schwere Lebererkrankung, wie beispielsweise eine Leberzirrhose, hin. Auch hier ist ein Arztbesuch vonnöten. Grau verfärbte Nägel, die rau und auch brüchig sind, können eine Folge von Vitaminmangel sein. Wenn entsprechende Präparate keine Besserung bringen, ist der Arzt gefragt. Nägel mit weißen Querstreifen signalisieren häufig einen Eiweißmangel oder sind Folge einer schweren Infektion.

Hellbraune oder gar schwärzliche Verfärbungen können auf eine behandlungsbedürftige Schuppenflechte oder ein malignes Melanom (bösartiger Hautkrebs) hindeuten. Sind die Nägel stark verdickt oder verkrümmt, besteht der Verdacht einer schweren Herz-, Lungen- oder Lebererkrankung. Meistens sind die Fingerenden zusätzlich kolbenförmig aufgetrieben. Bei einer eingedellten Nageloberfläche ist die Rede von „Löffelnägeln“, die ihre Ursache meistens in einem Mangel an Vitamin und Eisen haben. Allerdings kann dieses Charakteristika auch auf eine Durchblutungsstörung (Raynaudsyndrom) hinweisen, weshalb ein Arztbesuch unerlässlich ist.

Querrillen sind ein Indiz für Hormonschwankungen oder für unterschiedliche Infektionen. Sind die Nägel brüchig oder weich kann dies auf eine Schilddrüsenerkrankung hindeuten. Andererseits kann es sich auch um einen Mangel an Vitamin A, Vitamin B, Biotin oder Kalzium handeln. Solche Mangelerscheinungen können weitere gesundheitliche Probleme verursachen. Bläulich verfärbte Nägel sind ein Indiz für eine Herzinsuffizienz oder eine Lungenerkrankung, daher sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose und Verlauf

Nicht bei jeder Nagelveränderung muss man den Arzt besuchen. Weiße Pünktchen und leichte Streifen sind meist harmlos. Sollte eine Veränderung aber nicht nach einigen Tagen wieder abgeklungen sein, so ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Bei Verletzungen des Nagelbettes reicht der Besuch bei einer Kosmetikerin. Wenn aber längerfristig Probleme mit Nagelveränderungen bestehen kann der Arzt helfen.

Der Arzt sieht sich die Nägel an und überprüft deren Farbe, Struktur und die Form des Nagels. Auch auf die Festigkeit und die Beschaffenheit achtet er. Bei der Anamnese stellt der Arzt Fragen zu dem Nagelproblem. Sollte sich herausstellen das die Nagelveränderung im Laufe einer Krankheit aufgetreten ist wird der Arzt diese Erkrankung behandeln. Die Behandlungsform wird je nach Art der Krankheit gewählt.

Komplikationen

Im Zusammenhang mit Nagelveränderungen können verschiedene Komplikationen auftreten. Es kann zu einer vollständigen Zerstörung des Nagels kommen, der sich ablösen und schließlich abfallen kann. Die dabei entstehende Wunde kann sich infizieren und entzünden. Die Entzündung kann sich systemisch ausbreiten und es kann eine Sepsis entstehen. Eine Sepsis bedarf sofortiger medizinischer Behandlung und kann auch tödlich verlaufen. Ist eine Pilzerkrankung die Ursache für die Nagelveränderungen, kann sich die Erkrankung - insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem - systemisch ausbreiten. Wird der Nagelpilz nicht behandelt, kann er sich auf andere Nägel übertragen und Infektionen auslösen.

Nagelveränderungen können starke Schmerzen verursachen und das Gehen beeinträchtigen. Liegt eine Systemische Sklerodermie vor, kann der Nagel auch zerstört werden. Die Autoimmunerkrankung kann nicht nur die Nägel, sondern auch andere Organe befallen und folglich beispielsweise Nieren- oder Lungenversagen oder eine Herzschwäche auslösen. Patienten mit Systemischer Sklerodermie können stark in ihrer Bewegung beeinträchtigt sein. Es können Durchblutungsstörungen auftreten, die entsprechenden Gewebe können Geschwüre ausbilden oder absterben.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung wird an die Nagelveränderung angepasst. Eine Leukonchia beispielsweise wird nicht behandelt, da die Behandlung die Veränderung nicht beeinflusst. Bei einer Verdickung der Nagelplatte wird die Nagelplatte zu ihrer normalen Dick hinabgefräst. Sollte sich ein Erguss unter dem Nagel gebildet haben, so wird er Nagel entfernt und der Erguss geöffnet. Der Druck wird entlastet und die Wunde wird behandelt. Bei einem Melanom unter dem Nagel wird sofort an einen geeigneten Arzt verwiesen, da dieser das Melanom prüfen muss. Leidet die betroffene Person unter einer Zyanose wird ihr Sauerstoff verabreicht bis kein Mangel mehr besteht. Die Möglichkeiten der Behandlung sind genauso wie die Ursachen sehr vielseitig.



Aussicht und Prognose

In den meisten Fällen hängen die Nagelveränderungen von einer bestimmten Grunderkrankung ab, die diese auslöst. Dabei hängt der weitere Verlauf der Nagelveränderungen damit stark von dieser Erkrankung oder von diesem Syndrom ab. In der Regel führen diese Veränderungen zu keinen besonderen Komplikationen oder zu Beschwerden. Die Nägel können dabei einreißen oder relativ klein wirken. Nicht selten fühlen sich die Betroffenen mit der Beschwerde nicht schön und leiden dabei an einem verringerten Selbstwertgefühl oder an Minderwertigkeitskomplexen.

Allerdings können Nagelveränderungen auch auf eine andere Krankheit hindeuten. Sollten diese über einen längeren Zeitraum auftreten, so müssen sie auf jeden Fall von einem Arzt untersucht werden. Auch bestimmte Mangelerscheinungen können die Nagelveränderungen begünstigen und sollten vermieden werden. In einigen Fällen verschwinden die Nagelveränderungen allerdings wieder von alleine. Vor allem bei männlichen Patienten haben die Nägel nur eine geringe optische Bedeutung, sodass die Beschwerden vor allem von Frauen stärker wahrgenommen werden. In der Regel kommt es nur selten zu einem schwerwiegenden Verlauf oder zu anderen schwerwiegenden Beschwerden.

Vorbeugung

Um Nagelveränderungen vorzubeugen gibt es einige Dinge die beachtet werden können. Bei häufigem Kontakt mit Chemikalien wie zum Beispiel Reinigern bei Putzarbeiten oder aber Färbemittel bei Kleidung oder Haaren, ist es sinnvoll die Nägel mit Handschuhen zu schützen. Auch bei Lackierarbeiten können Nägel am besten mit Handschuhen geschützt werden. Nägel sollten regelmäßig geschnitten und gefeilt werden. Nachdem die Nägel gefeilt worden sind ist eine reichhaltige Fettcreme gut um die Nägel zu schützen.

Es können auch Nagelbäder vorgenommen werden um den Nagel langanhaltend zu fetten. Nagellackentferner und andere aggressive Mittel und auch Nagellack sind nicht förderlich für die Gesundheit des Nagels. Das vorsichtige zurückschieben der Nagelhaut ist vorbeugender als diese komplett zu entfernen. Kratzen mit den Fingernägeln ist zu vermeiden. Ein Mangel an Nährstoffen kann durch das Nehmen von Ergänzungsmitteln der Nahrung ausgeglichen werden. (Eisen, Biotin, Vitamine, Kalzium) Auch eine gesunde und ausgeglichene, ausgewogene Ernährung ist hilfreich um starke Nägel zu erhalten und zu schützen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme ist sehr wichtig für den Körper und die Gesundheit der Nägel.

Bücher über Nagelpfege

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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