Nackenzerrung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Nackenzerrung

Unangenehm ziehende und bohrende Schmerzen können ein Hinweis auf eine Nackenzerrung sein. Hauptursache für Nackenzerrungen sind Überlastungen der Rücken-, Schulter- oder Nackenmuskulatur.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nackenzerrung?

Eine Nackenzerrung ist eine unphysiologisch ablaufende Muskeldehnung der Nackenmuskulatur. In der Kernspintomographie wird eine Ödembildung innerhalb der Muskulatur sichtbar. Im Gegensatz zum Muskelfaserriss finden sich jedoch keine Risse in den Muskelfasern der Nackenmuskulatur. Die überstarken Muskeldehnungen bei der Nackenzerrung entstehen in der Regel durch eine plötzliche Überlastung des Nackenmuskels.

Die Nackenmuskulatur ist eine funktionelle Fortführung der Rückenmuskulatur. Sie wird deshalb auch häufig der sogenannten autochthonen Rückenmuskulatur zugerechnet. Die Nackenmuskulatur ist für die Beugung, Neigung, Streckung und die Drehung des Kopfes zuständig. Bei einer Nackenzerrung kann dieser Bewegungsradius stark eingeschränkt sein. Die Muskulatur des Nackens ist von der Fascia nuchae, der Halsfaszie, umgeben. Zerrungen können an allen Muskeln der Nackenmuskulatur auftreten.

Es lässt sich zwischen einer vorderen und einer hinteren bzw. tiefen Nackenmuskulatur unterscheiden. Die vordere Gruppe der Nackenmuskulatur wird aus dem Musculus rectus capitis anterior und dem Musculus rectus capitis lateralis gebildet. Die hintere Gruppe der Nackenmuskeln besteht aus dem Musculus rectus capitis posterior major, dem Musculus rectus capitis posterior minor, dem Musculus obliquus capitis superior und dem Musculus obliquus capitis inferior.

Ursachen

Der komplexe Aufbau der anatomischen Strukturen der Nackenmuskulatur und der Halsmuskulatur, der Nervenwurzeln und der Halswirbelsäule sorgt dafür, dass der Nacken für funktionelle Störungen sehr anfällig ist. Muskuläre Dysbalancen, die häufig eine Vorstufe der Zerrung sind, entstehen durch unphysiologische und monotone Körperhaltungen. Besonders gefährdet sind Menschen, die am Bildschirm oder am Fließband arbeiten. Auch ständige Überkopfarbeit oder Arbeiten, die die Muskulatur einseitig belasten, führen zu muskulären Dysbalancen und erhöhen das Risiko eine Nackenzerrung zu erleiden.

Ein weiterer Risikofaktor ist der Schiefhals. Dieser wird in der medizinischen Fachsprache auch als Torticollis bezeichnet. Häufig somatisieren sich psychische Erkrankungen und Störungen wie das Burnout-Syndrom, Depressionen, Neurosen und Stress im Bereich der Nackenmuskulatur und bereiten so den Boden für eine unphysiologische Dehnung.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Oft gehen der eigentlichen Nackenzerrung schon über einen längeren Zeitraum Schmerzen voraus. Charakteristisches Symptom für eine Zerrung des Nackens sind jedoch starke, plötzlich auftretende Schmerzen im betroffenen Nackenmuskel. Der Muskel schwillt durch die Ödembildung in der Regel leicht an. Bei einer starken Zerrung kann sich im umliegenden Gewebe ein Bluterguss bilden, der die Schmerzen verstärken kann. Aufgrund der Schmerzen ist der Bewegungsradius des Kopfes stark eingeschränkt. Je nach Lokalisation der Zerrung kann der Kopf nur noch in eine Richtung oder nur noch auf und ab bewegt werden.

Behandlung und Therapie

Bei Verdacht auf eine Nackenzerrung sollte der Hausarzt oder ein Orthopäde aufgesucht werden. Nackenzerrungen und Nackenschmerzen, die auf einer Muskelspannung basieren, werden von dem Arzt meistens klinisch diagnostiziert. Das bedeutet, dass der behandelnde Arzt die Diagnose anhand der Symptome, der Krankengeschichte und der körperlichen Befunde stellen kann. Bei der körperlichen Befundung untersucht der Arzt den Spannungszustand der Muskulatur, die Beweglichkeit des Halses und der Schultern, die Muskelkraft und die Muskelreflexe.

Auch die Berührungsempfindlichkeit wird getestet. Patienten mit einer Nackenzerrung sind im Bereich des Nackens äußerst berührungsempfindlich. Zudem prüft der Arzt, ob er mit bestimmten Bewegungen des Kopfes oder der Arme beim Patienten Schmerzen auslösen kann. Zudem kontrolliert er, ob die Wirbelsäule klopfempfindlich ist. Auch Triggerpunkte können Hinweise auf die Lokalisation und das Vorliegen einer Nackenzerrung liefern. Bei Auffälligkeiten oder Komplikationen kann eine weiterführende Diagnostik durchgeführt werden. Dabei kommen bildgebende Verfahren wie die Computertomographie, das Röntgen, die Magnetresonanztomographie oder die Duplexsonografie zum Einsatz. Auch Blutuntersuchungen, kardiologische Untersuchungen und neurologische Untersuchungen können durchgeführt werden.



Vorbeugung

In der Regel klingen die Schmerzen, die durch eine Nackenzerrung verursacht werden, nach wenigen Tagen bis Wochen von alleine ab. Einfache Schmerzmittel, wie beispielsweise Paracetamol, können die Schmerzen bis zur Genesung lindern. Auch entzündungshemmende Mittel wie zum Beispiel nicht steroidale Antirheumatika können verabreicht werden. Je nach Beschwerden können Kälte- oder Wärmpackungen, die auf den schmerzenden Nacken aufgelegt werden, hilfreich sein.

Bei normalen Nackenzerrungen werden physikalische Therapien und Massagen von Ärzten nur sehr selten verordnet. Dabei können Massagen und auch Verfahren wie die Strom- oder Ultraschallbehandlung die Durchblutung in der Nackenmuskulatur anregen und die Stoffwechselprozesse fördern. Dies wirkt sich positiv auf die Muskulatur und damit auch auf die Genesung der Patienten aus. Falls der Arzt es für nötig erachtet, kann er Physiotherapie verordnen. Dafür müssen die Schmerzen aber meist länger als einen Monat bestehen.

Verspannte und verkürzte Muskeln werden in der Physiotherapie mit verschiedenen Übungen gedehnt, sodass sich die Mobilisation der Nackenmuskulatur und der Halswirbelsäule verbessert. Des Weiteren können bei stressbedingten Nackenverspannungen Entspannungsverfahren und meditative Bewegungstherapien eingesetzt werden. Nackenzerrungen lässt sich am besten mit einer entspannten Hals- und Nackenmuskulatur vorbeugen. Dazu sollten monotone Arbeits- und Bewegungsabläufe vermieden werden. Menschen, die am Bildschirm arbeiten, sollten regelmäßig Pausen einlegen und diese für Dehn- und Bewegungsübungen des Nackens nutzen.

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