Nackensteife (Meningismus)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Bei Nackensteife (Meningismus) handelt es sich um einen steifen Nacken. Betroffene sind in der Bewegung ihrer Halswirbelsäule meistens stark eingeschränkt. Ein schneller Arztbesuch ist insbesondere zur Wiederherstellung der Lebensqualität und zur Schmerzreduktion notwendig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nackensteife (Meningismus)?

Meningismus ist keine eigenständige Krankheit. Die Nackensteife deutet auf die Existenz einer anderen Erkrankung hin und kann somit vorrangig als Symptom verstanden werden. Auch deshalb ist es wichtig, die Beschwerden medizinisch abklären zu lassen.

Betroffene haben starke Schmerzen, insbesondere bei dem Drehen des Halses. In akuten Fällen ist es zudem nicht mehr möglich, den Kopf angemessen zu bewegen. Oft können Patienten ihr Kinn nicht mehr zum Brustkorb neigen. Der Meningismus muss von Schulterschmerzen und Nackenschmerzen eindeutig differenziert werden. Dies ist vor allem für eine spätere Therapie ausschlaggebend. Nur so können Maßnahmen angewendet werden, welche die Schmerzen aktiv bekämpfen.

Ursachen

Die Ursache des Meningismus findet sich häufig in Reizungen und Krankheiten der Hirnhäute. Möglich sind ebenfalls Blutungen im Gehirn, Insektenstiche und Infekte. Bereits der medizinische Ausdruck "Menginismus" deutet auf vermehrte Beschwerden in der Region des Gehirns hin. Das Fachwort wurde von "Meningen" hergeleitet. Hierbei handelt es sich um die Hirnhäute.

Insbesondere bei Gehirnblutungen ist ein schnelles Handeln gefragt. Bei Insektenstichen spielen vor allem Zecken eine ausschlaggebende Rolle. Ansonsten ist ein Meningismus auch durch vereiterte Nasennebenhöhlenentzündungen und Mandelentzündungen potenziell nicht auszuschließen. Darüber hinaus können Migräneanfälle die Nackenbeschwerden auslösen. Generell handelt es sich bei den Bewegungseinschränkungen um eine Reaktion auf den Schmerz, der durch einer der genannten Ursachen verantwortet wird. Fallen Patienten mit Nackensteife ins Koma, verschwinden die Verspannungen wieder.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Nackensteife (Meningismus):

Der Meningismus äußert sich zunächst insbesondere durch Kopfschmerzen und eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Neben dem Kopf schmerzt ebenfalls die Nackenregion und es kommt zu Verspannungen. Je nachdem, welche Ursache letztendlich hinter den Symptomen steckt, treten zudem spezifischere Symptome auf. Zu diesen gehören beispielsweise Fieber, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit, Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder Sehstörungen. Die Symptome weisen das Potenzial auf, zur Bewusstlosigkeit zu führen. Bei Verletzungen der Halswirbelsäule treten zum Beispiel gleichzeitig Missempfindungen und ein Kraftverlust in den Armen auf.

Der Verlauf des Meningismus hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache ab. Haben Beschwerden innerhalb des Gehirns, wie beispielsweise Blutungen oder Entzündungen, das Symptom ausgelöst, muss mit einem schwerwiegenden Verlauf gerechnet werden. Es kann zu größeren Komplikationen kommen. Um das Leben des Patienten zu retten, muss dieser frühzeitig intensiv behandelt und stabilisiert werden. Ansonsten kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Krankheit zum Tod des Betroffenen führt.

Diagnose

Ausschlaggebend bei der Diagnose ist zunächst das ausführliche Patientengespräch, in dem Betroffene die genauen Beschwerden schildern. Neben Kopfschmerzen und Nackenbeschwerden müssen alle weiteren Symptome erwähnt werden. Diese erlauben es dem Arzt, einen ersten Verdacht ins Auge zu fassen. Anschließend muss dieser durch die physische Untersuchung bestätigt werden. Hierbei bieten sich unterschiedliche Maßnahmen an. Wichtig ist es, ein Bild des Gehirns zu machen, beispielsweise durch ein MRT. Liegen Blutungen oder Entzündungen vor, ist es dem Arzt anhand einer solchen Maßnahme möglich, diese zu erkennen.

Behandlung und Therapie

Sind Betroffene selbst nicht mehr dazu in der Lage, die Fragen des Arztes zu beantworten, sollten dritte Personen behilflich sein. Eine genaue Diagnose ist nämlich wichtig, um die passende Therapie einzuleiten. Diese richtet sich letztendlich nach der zugrundeliegenden Ursache. Ist eine Entzündung für die Beschwerden verantwortlich, wird meistens zunächst zu Antibiotika und antiviralen Medikamenten gegriffen. Dies ist beispielsweise bei einer Entzündung der Hirnhäute der Fall.

Während einer solchen Behandlung müssen Patienten unter intensivmedizinischer Betreuung bleiben, weil das Risiko von weiteren Komplikationen nicht ausgeschlossen werden kann. Um diese im Falle des Auftretens zügig behandeln zu können, ist es wichtig, dass Patienten im Krankenhaus verbleiben. Bei Blutungen im Gehirn handelt es sich um eine noch gefährlichere Situation. Es muss möglichst schnell herausgefunden werden, wo genau die Blutung liegt, um diese zu stoppen. Ansonsten drohen bleibende Schäden oder auch das Eintreten des Todes.

Einmal vorhandene Schäden des Gehirns bilden sich nicht wieder zurück. Bei Beschwerden der Halswirbelsäule muss zunächst erkannt werden, was für eine Schädigung vorliegt. Anschließend kann diese oft durch physiotherapeutische Maßnahmen und schmerzstillenden Medikamenten behandelt werden. Liegt ein Bandscheibenvorfall vor, ist es möglich, dass die konservativen Maßnahmen unter Umständen nicht anschlagen. In einem solchen Fall muss die betroffene Person operiert werden.

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Vorbeugung

Die Nackensteife kann nur in einem gewissen Maß vorgebeugt werden. So existieren Impfungen, die das Risiko reduzieren, in dem die Gefahr einer Hirnhautentzündung eingedämmt wird. Ansonsten ist eine regelmäßige körperliche Belastung wichtig. Die Nackenmusukulatur kann durch Gymnastik und bestimmte Übungen gezielt trainiert werden.

Eine Gehirnblutung wird meist durch Gefäßveränderungen verursacht. Diese können durch einen gesunden Lebensstil mit wenigen tierischen Produkten und Fett reduziert werden. Stattdessen sollte auf den ausreichenden Konsum von Obst und Gemüse geachtet werden. Hilfreich sein kann ebenfalls die Vermeidung von Übergewicht, Nikotin und Bluthochdruck.

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