Nachhaltig essen - Fisch mit Öko-Siegel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. August 2014
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Durch die weltweite Überfischung sind vielen Fischarten vor dem Aussterben gefährdet. Mit Ökosiegeln für Fischprodukte versucht man nun dem Verkäufer beim nachhaltigen Fischeinkauf zu helfen. Welche Siegel das sind und welchen Fisch Sie bedenkenlos essen können erfahren Sie im folgenden Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Zu hoher Konsum sorgt für Überfischung

Fisch ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Um den regelmäßigen Konsum zu gewährleisten, werden nicht nur beim weltweiten Fang, sondern auch in heimischen Gewässern wie der Nord- oder Ostsee viele Arten überfischt. Da die Nachfrage in Deutschland so hoch ist, werden 80 Prozent aller verkauften Fische sogar importiert. Wenn sich daran nichts ändert, werden in 40 Jahren zahlreiche Arten, die regelmäßig auf den Teller kommen, gefährdet oder schon ausgestorben sein. Schon heute sind weltweit 25% der Fischbestände überfischt, in Europa sind es sogar zwei Drittel.

Was tun um den Fischbestand zu retten?

Achten Sie beim Fischkauf auf Umwelt-Siegel, die einen nachhaltigen Fischfang zertifizieren.

15 kg Fisch ist jeder Deutsche pro Jahr. Dieser Bedarf ist von den deutschen Fischern nicht legal zu befriedigen. Es gibt jedoch auch Hoffnungen: Würde man seinen eigenen Konsum etwas reduzieren, nur Fisch aus nachhaltigem Fang essen und auf einige Sorten verzichten, kann sich die Situation wieder entspannen.

Im Europäischen Parlament versucht man dem auf politischer Ebene Einhalt zu bieten. So wird derzeit über eine Reform verhandelt, die es Fischern verbietet ihren Beifang wieder zurück ins Meer zu werfen. Der Grund: Der Beifang besteht aus fast einem Viertel des gesamten Fangs. Um bestimmte Quoten zu erfüllen wird er zurück ins Meer geworfen, obwohl fast alle Fische bereits tot sind.

Welche Öko-Siegel gibt es für Fisch?

Um Fisch nachhaltig zu konsumieren, gibt es einige Öko-Siegel. Sie sollen dem Verbraucher helfen eine umweltbewusste Entscheidung im Supermarkt zu treffen. So entwickelte der WWF zusammen mit Industrieriesen Unilever, die u.a. Fischstäbchen produzieren, das Siegel „Marine Stewardship Council“, kurz MSC.

Auch das Siegel „Friend of the Sea“ (FOS) wirbt mit Fisch aus nachhaltigem Fang (ökologische Aquakultur). Dieses Siegel erhält nur, wer die Schiffe und Fangmethoden genau kontrolliert und die Fänge dokumentiert.

Allerdings stehen beide Siegel in der Kritik, da es nicht genügend Kontrollen gibt. Gerade einmal die Hälfte der Produkte, die mit dem MSC-Siegel ausgezeichnet sind, stammen aus gesunden Fischbeständen und wurden mittels nachhaltiger Fangmethoden gefischt.

Auf welche Fischarten sollte man verzichten?

Unabhängig von den Öko-Siegeln, gibt es einige Fischarten, die so stark bedroht sind, dass Sie besser ganz auf sie verzichten sollten. Welche das sind und welche Arten Sie bedenkenlos essen können, veröffentlichen Umweltverbände regelmäßig.

Allerdings sind sich die Verbände nicht immer einig. So werden der afrikanische Wels oder der Karpfen etwa vom WWF als unproblematisch eingestuft, vom Ostsee-Hering und Forelle raten sie jedoch ab. Greenpeace stuft letztere noch als empfehlenswert ein.

Manche Arten werden nicht kategorisch ausgeschlossen, hier kommt es auf das Fanggebiet und die Sorte an. Lachs im Allgemeinen wird von Greenpeace etwa nicht empfohlen. Der Pazifische und Atlantische Lachs bilden jedoch eine Ausnahme und können noch bedenkenlos verzerrt werden.

Folgende Fische können Sie bedenkenlos essen:

  • Karpfen
  • Wild-Lachs aus dem Ostpazifik
  • Zucht-Lachs aus Schottland
  • Bonito-Thunfisch aus dem Pazifik
  • Zucht-Forelle aus Deutschland

Verzichten sollten Sie weitestgehend auf:

  • Forellen aus Chile oder der Türkei
  • Zander
  • Lachs aus dem Nordost-Atlantik und Westpazifik
  • Großaugen-, Weißer- , Rotflossen- und Blauflossen-Thunfisch
  • Alaska-Seelachs
  • Atlantik-Seelachs
  • Makrele aus dem Nordostatlantik

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