Nabelschnurvorfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Ein Nabelschnurvorfall ist ein Vorfall, bei dem die Nabelschnur durch das Gewicht des Fötus abgedrückt wird. Das kann zu einem Sauerstoffmangel und im schlimmsten Fall zum Tod des Fötus führen. Eine Behandlung ist ebenso möglich wie die Anwendung vorbeugender Maßnahmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nabelschnurvorfall?

Unter einem Nabelschnurvorfall versteht man einen Vorfall, bei dem sich die Nabelschnur während des Geburtsvorgangs zwischen Geburtskanal und ungeborenes Kind verlagert. Ein solcher Vorfall kann auch im Rahmen eines vorzeitigen Blasensprungs auftreten und muss notfallmedizinisch behandelt werden. Ein Nabelschnurvorfall tritt innerhalb etwa 0,3 % aller Geburtsvorgänge auf. Besonders häufig kommt es dazu, wenn das ungeborene Kind eine ungewöhnliche Position annimmt oder die Frau mehrere Kinder gebärt. In allen Fällen muss aufgrund der akuten Gefahr eines Sauerstoffmangels für das Kind schnellstmöglich gehandelt werden.

Ursachen

Ein Nabelschnurvorfall kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine davon ist die unzureichende Abdichtung des Geburtskanals durch den Fötus. Gerade bei überdurchschnittlich kleinen Föten oder bei Frühgeburten ist das Risiko für das Eintreten eines solchen Falls sehr hoch. Darüber hinaus gibt es diverse weitere Faktoren, die einen Vorfall der Nabelschnur auslösen oder begünstigen können. So ist das Risiko besonders erhöht, wenn die Plazenta sehr tief sitzt oder die Fruchtwassermenge in der Gebärmutter zu hoch ist.

Auch im Rahmen eines vorzeitigen Blasensprungs kann es zu einem Nabelschnurvorfall kommen. Dann wird der Fötus durch den Sog des Fruchtwassers in das Becken geschoben und gerät in Kontakt mit der Nabelschnur. Dadurch wird diese gequetscht, wodurch der erwähnte Sauerstoffmangel auftritt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Nabelschnurvorfalls:

Ein Nabelschnurvorfall ist anhand typischer Symptome zu erkennen. So sinkt die Herzfrequenz des Embryos ab und der Puls verlangsamt sich. Darüber hinaus pulsiert die Nabelschnur stark oder verformt sich auffällig. Beides ist von einem Arzt oder der Mutter ertastbar und sollte eine sofortige Behandlung nach sich ziehen. Der Verlauf eines Nabelschnurvorfalls kann ganz unterschiedlich sein. Er hängt davon ab, wie schnell reagiert wird und welche notfallmedizinischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Wird früh reagiert, kann die Nabelschnur rechtzeitig entfernt werden und der Embryo kommt ohne Schädigungen zur Welt. Der Verlauf ist dementsprechend positiv. Wird zu spät reagiert, kann das zu Schädigungen des Fötus führen. Im schlimmsten Fall kann der Nabelschnurvorfall auch einen tödlichen Verlauf nehmen.

Diagnose

Ein Nabelschnurvorfall kann von einem Arzt diagnostiziert werden. Diese führt eine Kardiotokografie durch, um den Herzschlag des Embryos zu messen. Dadurch kann festgestellt werden, ob ein Nabelschnurvorfall vorliegt und wie weit fortgeschritten der Sauerstoffmangel bereits ist. Insbesondere ein verlangsamter Puls ist ein eindeutiges Indiz. Liegt der Verdacht eines Vorfalls der Nabelschnur vor, kommt zumeist auch ein Gynäkologe zum Einsatz.

Dieser tastet den Geburtskanal der werdenden Mutter ab, wodurch die Position der Nabelschnur ermittelt werden kann. In manchen Fällen ist die Nabelschnur jedoch nicht zu lokalisieren und eine Fruchtwasserspiegelung wird notwendig. Im Anschluss an diese Untersuchungen können die behandelnden Ärzte einen Nabelschnurvorfall genau diagnostizieren. Meist erfolgt direkt danach eine notfallmedizinische Behandlung.

Behandlung und Therapie

Ein Nabelschnurvorfall muss in fast allen Fällen sofort behandelt werden. Meist wird dazu ein Kaiserschnitt durchgeführt. Zuvor hängt der Erfolg der Behandlung jedoch von dem Transport ins Krankenhaus ab. Die werdende Mutter muss hier liegend transportiert werden, um den Druck auf die Nabelschnur zu verringern. Zudem muss der Kopf des Embryos durch verschiedene Maßnahmen wieder zurück in die Gebärmutter verlagert werden, damit ein Transport möglich ist.

Meist geschieht dies durch eine Hochlagerung des Beckens der Mutter. Die Zugabe von Medikamenten ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Meist werden Arzneimittel verabreicht, welche die Wehentätigkeit unterdrücken, damit der Kopf sich nicht noch weiter oder erneut aus der Gebärmutter schiebt. Des Weiteren werden in manchen Fällen Schmerz- und Beruhigungsmittel verschrieben. Dies hängt jedoch auch vom Zustand des Embryos ab.

Ist die Atemfrequenz des Fötus zu niedrig, muss eine Wiederbelebung in die Wege geleitet werden. Dies geschieht mit Hilfe spezieller Medikamente, welche die Bronchien weiten. Andere Möglichkeiten zur Reanimation bestehen, sind jedoch äußerst riskant für Kind und Mutter.

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Vorbeugung

Einem Nabelschnurvorfall lässt sich nur in sehr begrenztem Umfang vorbeugen. Lediglich bei einem Blasensprung lässt sich durch den richtigen Transport vermeiden, dass noch mehr Druck auf die Nabelschnur ausgewirkt wird. Dies ist durch den liegenden Transport ebenso möglich wie durch die Hochlagerung des Beckens und durch bestimmte Medikamente.

Darüber hinaus sollte die werden Mutter regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen. Dadurch können Risikofaktoren ermittelt und oft auch behoben werden. Ist das Risiko besonders hoch, was beispielsweise bei einer fetalen Lageanomalie der Fall ist, sollte die werdende Mutter die Zeit bis zur Geburt in einem Krankenhaus verbringen. Ob dies möglich ist, hängt natürlich auch von der Dauer bis zur Geburt ab. Davon ab können werdende Mutter durch eine regelmäßige Kontrolle der Nabelschnur feststellen, ob diese pulsiert und dementsprechend reagieren.

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