Myasthenia gravis pseudoparalytica

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Bei der Myasthenia gravis pseudoparalytica handelt es sich um eine belastungsbedingte, immunologisch bedingte Muskelschwäche, die potenziell an sämtlichen Muskeln des Körpers auftreten kann. Ihre lähmungsähnlichen Symptome ähneln denen, die man unter Einwirkung des Nervengifts Kurare haben kann. Fälschlicherweise erinnert die Myasthenia gravis pseudoparalytica an eine echte Lähmung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Myasthenia gravis pseudoparalytica?

Definiert wird die Myasthenia gravis pseudoparalytica als Autoimmunerkrankung, die Wirkung auf verschiedene Muskelgruppen zeigt. Diese ermüden schnell. Sie zeigen dann lähmungsähnliche Ausfall-Erscheinungen. Das deutet bereits der Name dieser Erkrankung an. Früher war die Sterblichkeit bei dieser Autoimmunerkrankung hoch. Heutzutage lässt sich die Myasthenia gravis pseudoparalytica sicher diagnostizieren und gut behandeln.

Die Muskelschwäche wird durch immunbedingte Störungen bei der Signalübertragungen zwischen den Nerven und den betroffenen Muskelgruppen ausgelöst. Durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems kommt es zu neuromuskulären Störungen an bewusst gesteuerten Muskeln. Die Fehlfunktionen einer Myasthenia gravis pseudoparalytica schlagen sich in Form einer krankhaften Muskel-Ermüdung nieder. Die Muskelkontraktion bleibt aus.

Ursachen

Zu den Ursachen einer Myasthenia gravis pseudoparalytica zählen fehlgeleitete Abwehrreaktionen des Immunsystems. Außerdem sind starke seelische Erschütterungen vermutlich an der Krankheitsentstehung beteiligt. Die genauen Zusammenhänge zur Entstehung einer Myasthenia gravis pseudoparalytica konnte man bisher nicht eindeutig ermitteln.

Offensichtlich ist die Thymusdrüse bei vielen Betroffenen an der Krankheitsentstehung beteiligt. Sie ist für das Immunsystem zuständig. Tumore, Drüsenvergrößerungen oder Entzündungen der Thymusdrüse sind die vermuteten Auslöser der Myasthenia gravis pseudoparalytica. Auch das Fehlen bestimmter Botenstoffe wird für die Myasthenia gravis pseudoparalytica mit verantwortlich gemacht. Statt der benötigten Botenstoffe binden sich Antikörper an die Stellen, an denen Signale an die Muskeln weitergeleitet werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Myasthenia gravis pseudoparalytica:

Die Ermüdungssymptome der Myasthenia gravis pseudoparalytica treten oft belastungsabhängig auf. Im Tagesverlauf verstärken sie sich häufig. Oft werden sie fälschlicherweise als Lähmungserscheinungen wahrgenommen. Sämtliche bewusst steuerbaren Muskelgruppen können von der Myasthenia gravis pseudoparalytica betroffen sein. Häufig sind zuerst die Augenmuskeln betroffen. Bei jedem fünften Betroffenen bleiben die Symptome der Myasthenia gravis pseudoparalytica auf die Augenmuskeln beschränkt.

Bei anderen weiten sie sich auf die Gesichtsmuskulatur oder andere Muskelgruppen aus. Die auftretenden Lähmungs- und Ermüdungssymptome entsprechen dem betroffenen Bereich. Wenn die Atemmuskulatur betroffen ist, kann es zu lebensbedrohlichen Krisen kommen. Der Krankheitsverlauf ist oft schleichend. Wenn die Myasthenia gravis pseudoparalytica frühzeitig erkannt und medikamentös behandelt wird, ist heutzutage eine gute Prognose zu erwarten. Eine enge medizinische Überwachung aller Patienten ist aber wegen der Immunbeteiligung und möglicher Komplikationen notwendig. Die wichtigste ist die sogenannte myasthenische Krise, die das Atemzentrum betrifft.

Bei einer Muskelschwächung des Atemzentrums kann ein Erstickungstod die Folge sein. Ohne sofortige Reanimationsmaßnahmen haben die Betroffenen keine Überlebens-Chance. Die Überdosierung eines Cholinesterase-Hemmers kann bei einer Myasthenia gravis pseudoparalytica ebenfalls zu einem kritischen Zustand führen. Man spricht in diesem Fall von einer cholinergen Krise. Auch hier können Atemstörungen als Komplikation eintreten. Ohne schnelle Atropin-Gaben und Beatmung ist auch diese Krise nicht zu bewältigen.

Diagnose

Die Diagnose der Myasthenia gravis pseudoparalytica ist symptom-orientiert. Eine umfassende neurologische Untersuchung ist meistens unumgänglich. Wenn schnelle Bewegungswechsel an den betroffenen Muskelgruppen zu ungewöhnlichen Ermüdungserscheinungen führen, liegt der Verdacht auf eine krankheitsbedingte Muskelschwäche nahe. Den neurologischen schließen sich häufig pharmakologische Tests an. Dabei geht es darum, durch Cholinesterase-Hemmer die Signalübertragung wieder in Gang zu setzen.

Außerdem kommen der Tensilon-Test und der Prostigmin-Test zur Anwendung. Bei beiden werden einem bestimmte Präparate über die Vene oder die Muskeln zugeführt. Durch diese Tests kann die Erkrankung an Myasthenia gravis pseudoparalytica sicher festgestellt werden. Als weitere Diagnose-Möglichkeiten bei einem Verdacht auf eine Myasthenia gravis pseudoparalytica stehen eine Elektromyographie, eine Computertomographie des Brustraumes oder eine Blutuntersuchung auf Antikörper zur Verfügung.

Behandlung und Therapie

Die medikamentöse Therapie der Myasthenia gravis pseudoparalytica besteht oft in Medikamenten, die das fehlgesteuerte Immunsystem unterdrücken. Durch Immunsuppressiva kann die Muskelschwäche meist langfristig abgemildert werden. Außerdem werden kurzzeitig Cholinesterase-Hemmer eingesetzt, um die Signalübertragung zwischen Muskel und Nerv wieder funktionstüchtig zu machen. Anders muss behandelt werden, wenn bei der Myasthenia gravis pseudoparalytica die Atemmuskulatur betroffen ist. Hier sind intensivmedizinische Beatmungstherapie und eine Plasmapherese zur Entfernung der Antikörper unumgänglich.

Ebenfalls nur für einen kurzzeitigen Einsatz können hoch dosierte Immunglobuline verabreicht werden. Manchmal muss bei einer Myasthenia gravis pseudoparalytica die Thymusdrüse entfernt werden. Diese operative Maßnahme wird besonders bei einer generalisierten Myasthenia gravis pseudoparalytica, bei einer vergrößerten Thymusdrüse und bei jüngeren Betroffenen eingesetzt. Problematisch wird die Behandlung, wenn auch andere Erkrankungen vorliegen.

Viele Patienten mit Myasthenia gravis pseudoparalytica vertragen bestimmte Medikamente nicht, die dann verabreicht werden müssten. Betablocker, bestimmte Antibiotika oder Schlafmittel, Diuretika oder Magnesium-Präparate könnten die Beschwerden der Myasthenia gravis pseudoparalytica verstärken oder lebensbedrohliche Zustände herbeiführen.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen diese Erkrankung ist kaum möglich. Die Myasthenia gravis pseudoparalytica ist eine Autoimmunerkrankung, deren exakte Entstehung noch nicht gänzlich abgeklärt ist. Fakt ist aber, dass bei der Krankheitsentstehung starke seelische Erschütterungen beteiligt sein können. Falls in der näheren Verwandtschaft bereits einmal eine Myasthenia gravis pseudoparalytica vorgenommen ist, ist es ratsam, starke seelische Erschütterungen zu vermeiden. Das ist aber schwierig bis gar nicht möglich. Niemand kann voraussagen, ob und wann das eigene Immunsystem sich gegen den Organismus richtet und eine Myasthenia gravis pseudoparalytica auslöst.

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