Muskelzucken im Oberarm

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Oktober 2017
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Muskelzucken im Oberarm entsteht aufgrund der willkürlichen Reizung der Muskelzellen durch Impulse der Nerven. Dabei handelt es sich um unkontrollierte Entladungen der Nerven aufgrund verschiedenster Ursachen. Eingeklemmte Nerven, Mangelerscheinungen Störungen bei der Durchblutung oder auch die Einnahme bestimmter Medikamente können die Ursache für Muskelzucken im Oberarm sein, wenn die Zuckungen nach kurzer Zeit nicht von allein verschwinden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Muskelzucken im Oberarm?

Bei Muskelzucken im Oberarm handelt es sich um plötzlich auftretende Zuckungen, welche nicht willkürlich passieren und auch unkontrollierbar sind. Aufgrund von Irritationen in den Nervenzellen kann es dazu kommen, dass der Oberarm fehlerhafte Bewegungssignale übermittelt bekommt. Eine Unterscheidung erfolgt in sehr schwaches Muskelzucken, welches nur leicht spürbar ist und in sehr starkes Muskelzucken, bei dem der gesamte Arm aus seiner Ruheposition gebracht wird und dadurch Bewegungsabläufe verursacht werden.

Sofern sich der Arm zudem noch in einem kontrollierten Bewegungsablauf befindet, kann es aufgrund des zusätzlichen Zuckens zu einem Abrutschen kommen. Muskelzucken im Oberarm beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen und kann je nach Umfang und Stärke auch zu einem großen Leidensdruck führen. Muskelzucken im Oberarm ist sehr oft nur anhand einer kurzen Bewegung auf der Haut erkennbar. Auch bei ansonsten völlig gesunden Menschen kann dieses Muskelzucken im Oberarm auftreten (z. B. nach einem sehr intensiven Krafttraining der Arme).

Ursachen

In der Regel ist die Ursache für das Muskelzucken im Oberarm eher harmlos. Psychische Belastungen, Stress, Anspannungen sowie ein Mangel an Magnesium können zu leichten Muskelzuckungen führen. Ab einer bestimmten Einnahmemenge kann es auch aufgrund von Substanzen wie Koffein oder Alkohol zu einem Muskelzucken im Oberarm kommen. Auch Kälte und Unterkühlung sowie bestimmte Medikamente (vor allem Psychopharmaka) können zu Zuckungen von Muskeln führen.

In den meisten Fällen sind die Muskelzuckungen nur von vorübergehender Dauer und verschwinden ohne weiteres Zutun. Wenn das Muskelzucken im Oberarm allerdings über eine längere Zeit andauert oder in regelmäßigen Abständen wiederkehrt, kann auch eine ernsthafte Erkrankung die Ursache sein. Meist handelt es sich dann um eine Muskelerkrankung (Myopathien) oder auch eine so genannte Polyneuropathie. Auch eine Nervenerkrankung kann Muskelzucken zur Folge haben.

Kommt es zusätzlich zum Muskelzucken im Oberarm zu Schmerzen oder auch Gefühlsstörungen, können hinter dem Zuckungen auch neurologische Erkrankungen stehen, welche unbedingt behandelt werden müssen. Ursächlich können zudem auch Verletzungen des Gehirns, Störungen bei der Durchblutung, Viruserkrankungen, Infektionen mit Bakterien, ein Diabetes mellitus (hier auch Über- oder Unterzuckerung) sowie orthopädische Erkrankungen sein.

Typische Krankheiten, die ein Muskelzucken im Oberarm verursachen können, sind unter anderem Epilepsie, Parkinson, ein essentieller Tremor, Multiple Sklerose, das Tourette-Syndrom oder auch Tics sowie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Auch nach Untersuchungen (z. B. Elektronenneurographie, Liquorpunktion oder auch Infusionen) kann es zu einer direkten Nervenreizung kommen, wodurch ein Muskelzucken im Oberarm hervorgerufen wird.

Krankheiten

Ein Mangel an Magnesium hat viele Symptome zur Folge. Eine Muskelzuckung ist ein typisches Anzeichen eines Magnesiummangels.

Wann zum Arzt?

Das Muskelzucken im Oberarm kann nach einer körperlicher Überanstrengung eintreten. Das Heben oder Tragen von schweren Gegenständen sowie intensives Muskeltraining können beispielsweise zu einer starken Beanspruchung der Muskeln in den Oberarmen führen. Diese löst das Zucken in den Muskeln aus. Schonung und einige Zeit der Regeneration genügen, um eine dauerhafte Linderung der Beschwerden zu bewirken. Ein Arzt muss in den meisten Fällen nicht kontaktiert werden. Hilfreich ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Tritt das Muskelzucken im Oberarm in regelmäßigen Abständen auf, kann eine Mangelerscheinung im Organismus vorliegen. Ein Bluttest bei einem Arzt gibt nähere Informationen darüber, welche Nährstoffe, Vitamine oder Spurenelemente der Körper benötigt. Das Muskelzucken im Oberarm kann eine psychosomatische Reaktion darstellen. Stress, innere Anspannung oder eine überfordernde Lebensphase können Gründe dafür sein. Ein Arzt ist aufzusuchen, wenn Hilfe und Unterstützung benötigt wird. In vielen Fällen findet der Betroffene ohne einen Arzt eine Strategie, wie er die Situation bewältigen kann.

Hält das Muskelzucken im Oberarm über eine längere Zeit an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Breitet es sich weiter aus, sind ebenfalls ärztliche Untersuchungen notwendig. Beschädigungen der Muskelfasern oder Nerven sind die möglichen Ursachen der Beschwerden. Unbehandelt breiten sich die Symptome aus und können zu dauerhaften Schäden führen.

Diagnose und Verlauf

Tritt das Muskelzucken im Oberarm regelmäßig auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Selten ist ein Muskelzucken ein einfaches Symptom. Die Diagnose gestaltet sich oft sehr umfangreich für den behandelnden Arzt, wenn es um die Ursachenfindung geht. Zunächst wird der Arzt eine Anamnese durchführen und den Betroffenen nach Häufigkeit und Intensität der Zuckungen der Muskeln im Oberarm befragen. Dabei wird der Arzt auch nach möglichen auslösenden Ereignissen (z. B. Verletzungen, starke psychische Belastungen, Untersuchungen der Nerven) fragen. Ebenso müssen bekannte Vorerkrankungen in die Diagnosefindung einbezogen werden.

Im Anschluss an die Anamnese wird eine gründliche körperliche und möglicherweise auch neurologische Untersuchung durchgeführt. Mit Hilfe von elektrischen Messungen der Reflexe von Nerven und Muskeln können durch den Arzt bestimmte Erkrankungen erkannt, aber auch ausgeschlossen werden. Auch die Geschwindigkeit der Nervenleitung, die elektrische Muskelaktivität sowie die Aktivität des Gehirns lassen sich mit verschiedenen Untersuchungsmethoden wie Elektroenzephalographie, Elektroneurographie oder Elektromyographie messen.

In Abhängigkeit des Untersuchungsbefunds können mitunter auch weitere Untersuchungen notwendig sein. Hierzu gehören beispielsweise die Computertomographie oder auch die Kernspintomographie. Auch Röntgenaufnahmen, Untersuchungen von Blut und Urin sowie die Entnahme von Muskelgewebe können zur Diagnosestellung sinnvoll sein. Auch eine eingehende Untersuchung der Blutgefäße, Untersuchungen auf orthopädischer Basis, Tests auf Allergien oder auch psychiatrische Untersuchungen kommen zur Ursachenfindung in Frage.

Komplikationen

Muskelzucken im Oberarm kann auf einen Mangel an Mineralien, Vitaminen oder Spurenelementen hinweisen. Im Organismus führt die Mangelerscheinung zu weiteren Symptomen. Zu ihnen gehören häufig Veränderungen der Haare, Nägel oder des Hautbildes. Darüber hinaus können in schweren Fällen auch die Knochenstruktur, Gelenke oder Nerven betroffen sein. Weitere Erkrankungen treten auf. Bei einem unwillkürlich ausgelöstem Muskelzucken erhöht sich die seelische Belastung. Die Angst vor einem Kontrollverlust steigt und kann auf alle anderen Lebensbereiche übertragen werden. Damit erhöhen sich das allgemeine Stresserleben und das Risiko einer psychischen Erkrankung. Eine emotionale Überforderung ist möglich, die zu einem verminderten Wohlbefinden sowie einer Beeinträchtigung bei der Bewältigung des Alltags führt.

Eine körperlich starke Beanspruchung der Muskeln im Oberarm führt zu Schäden der Fasern. Neben einem Zucken der Muskeln können Schmerzen oder Verspannungen eintreten. Die Muskelkraft lässt insgesamt nach. Die Ausführung bewohnter Tätigkeiten ist eingeschränkt und es besteht die Möglichkeit einer Ausbreitung der Beschwerden in den Nacken und Rücken. Die Versorgung der Muskeln wird durch verschiedene Nervenbahnen gewährleistet. Schäden der Nerven führen zu einer Unterversorgung, können aber auch Bewegungseinschränkungen bewirken. Bei einer Durchblutungsstörung droht ein lebensgefährlicher Zustand. Anhaltende Probleme der Durchblutung führen zu einem Verlust des Bewusstsein, erhöhter Herzfrequenz und Aufmerksamkeitsdefiziten. Es drohen ein Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Behandlung und Therapie

Die Therapie von Muskelzucken im Oberarm richtet sich grundsätzlich nach der Ursache, die den Zuckungen zugrunde liegt. Bei eingeklemmten Nerven können zum Beispiel Krankengymnastik oder auch Akupunktur hilfreich sein. Ein chirurgischer Eingriff wird notwendig, wenn ein Tumor auf das Gewebe drückt und so die Nerven einklemmt. Bei einem bestehenden Mangel an Magnesium können eine Umstellung der Ernährung sowie die Einnahme von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln ausreichend für die Behebung des Muskelzuckens im Oberarm sein.

Störungen bei der Durchblutung müssen meist mit Medikamenten behandelt werden. Zum Einsatz kommen dabei Medikamente zur Anregung der Fließeigenschaften des Blutes. Bei bestehenden psychischen Problemen können eine Änderung der aktuellen Lebensumstände, autogenes Training, Übungen zur Entspannung, Yoga, Bewegung an der frischen Luft (z. B. Laufen, lange Spaziergänge) helfen. Schwerwiegende psychische Probleme müssen in der Regel mit einer Psycho- oder auch Verhaltenstherapie behandelt werden, damit das seelische Gleichgewicht wieder ins Lot kommt.

Handelt es sich um eine Nebenwirkung von psychopharmazeutischen Medikamenten, ist ein Absetzen oder auch ein Ersetzen durch alternative Medikamente notwendig. Liegen gravierende Erkrankungen wie beispielsweise Epilepsie vor, kann ein chirurgischer Eingriff an der jeweiligen Region im Gehirn unter Umständen das Muskelzucken im Oberarm beenden. Sofern eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinter dem Muskelzucken im Oberarm liegt, gehen die Zuckungen in der Regel von allein zurück, sobald die Erkrankung behandelt wird.



Aussicht und Prognose

In vielen Fällen wird ein Muskelzucken im Oberarm nur durch harmlose Symptome und Beschwerden ausgelöst. In der Regel verschwinden diese Zuckungen dann wieder, wenn zum Beispiel eine stressige Situation überwunden wurde. Allerdings kann ein Muskelzucken im Oberarm auch auf eine Mangelerscheinung hindeuten und muss dann von einem Arzt untersucht werden. In diesem Fall kommt es in der Regel zu keiner Selbstheilung. Auch durch eine falsche Durchblutung oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente kann es zu diesen Zuckungen kommen. Auch hierbei kommt es zu keinem positiven Krankheitsverlauf, wenn keine Behandlung eingeleitet wird.

Sollte ein eingeklemmter Nerv für das Muskelzucken im Oberarm verantwortlich sein, so kann diese Beschwerde verschwinden, wenn der Nerv nur temporär eingeklemmt wurde. In einigen Fällen können die Zuckungen nur eingeschränkt, allerdings nicht vollständig behoben werden. Weiterhin kann keine allgemeine Prognose gegeben werden, da diese sehr stark von der Ursache des Muskelzuckens im Oberarm abhängt. In den meisten Fällen kommt es allerdings zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung von Muskelzucken im Oberarm ist nur in geringem Umfang möglich. Das liegt vor allem an den sehr vielfältigen Ursachen, die für derartige Zuckungen in Frage kommen. Im Allgemeinen ist eine gesunde Lebensführung mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung ein wichtiger Ansatzpunkt, um vor allem psychisch bedingtes Muskelzucken im Oberarm vermeiden zu können. Auch die Vermeidung von Stress gilt als wichtige vorbeugende Maßnahme gegen Zuckungen.

Bücher über Muskelzucken

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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