Muskelverhärtung im Rücken

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2016
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Muskelverhärtungen im Rücken können zu erheblichen Schmerzzuständen führen. Oft berichten die Patienten über ausstrahlende Beschwerden, die im Gebiet der Verhärtung oft am stärksten empfunden werden. Muskelverhärtungen im Rücken sind auch ein häufiger orthopädischer Befund bei Kindern und Heranwachsenden. Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko einer Muskelverhärtung im Rücken zu.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Muskelverhärtung im Rücken?

Bei Muskelverhärtungen im Rücken handelt es sich um tastbare Resistenzen, die besonders paravertebral, vom Trapezmuskeln bis zum Bereich der Lendenwirbelsäule vorkommen können. Die Verhärtungen können einzeln oder als Serienverhärtungen auftreten. Bis heute konnte noch nicht eindeutig geklärt werden, wie es genau zu den regionalen Muskelverhärtungen kommt, die auch als Trigger bezeichnet werden.

Triggerpunkte können aber nicht nur in den großen Rückenmuskeln, sondern auch an allen anderen Muskelpaketen des Bewegungsapparates auftreten. Trigger gelten als Schmerzpunkte, die Schmerzen strahlen typischerweise auch in benachbarte Körperzonen aus. Sind mehrere Trigger vorhanden, dann ist es für den Arzt oft schwer nachvollziehbar, welcher Trigger für ein Schmerzsyndrom verantwortlich ist. Der Stoffwechsel und die Durchblutung ist in den Muskelverhärtungen im Vergleich zur gesunden Umgebung reduziert. Trigger treten ganz besonders auch an den Muskel-Sehnen-Übergängen, also an den Muskelansätzen von Knochen, auf.

Ursachen

Die Muskulatur des menschlichen Bewegungsapparates ist aufgrund der filigranen Struktur anfällig für metabolische Störungen. Diese Einwirkung, von innen oder von außen, führen auf zellularer Ebene zu einer Veränderung des Stoffwechsels in den betroffenen Muskelarealen. In der Folge ist die Kontraktionsfähigkeit, als das Entspannen und Zusammenziehen der Aktin- und Myosinfilamente gestört.

Auf dieser Grundlage muss heute davon ausgegangen werden, dass zunächst kleinste Verkrampfungen entstehen, die sich dynamisch weiter ausbreiten, sodass die Verhärtungen ab einer gewissen Größe palpabel sind. Bei der Entstehung von dorsalen Muskelverhärtungen muss auch eine genetische und konstitutionelle Komponente berücksichtigt werden.

Es gilt aber auch als gesichert, dass einige Verhaltensweisen das Auftreten von Triggern und damit von Muskelverhärtungen im Rücken begünstigen. Eine untrainierte Rückenmuskulatur verkümmert und bereitet so den Boden für die Entstehung von schmerzhaften Muskeltriggern. Auch das falsche Heben von schweren Lasten oder Fehlhaltungen im Berufsalltag können für Muskelverhärtungen im Rücken oder an den Schultern verantwortlich sein.

Krankheiten mit Muskelverhärtungen

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose wird anhand von Rückenschmerzen oft bereits beim Hausarzt gestellt. Die Beschwerden durch diese Verhärtungen sind manchmal nicht von denen anderer Ursachen, beispielsweise Bandscheibenvorfälle, zu unterscheiden. Dorsale Muskelverhärtungen sind eine von vielen Ursachen für Rückenschmerzen. Bei chronischen Verläufen gesellen sich zu den Muskelverhärtungen häufig auch andere Schmerzursachen hinzu, Ärzte sprechen dann von einem multifaktoriellen Geschehen. Deshalb sollten länger anhaltende Muskelbeschwerden im Rücken orthopädisch abgeklärt werden.

Durch die Muskelverkürzungen bei Triggern kann mit der Zeit durchaus auch ein Bandscheibenvorfall resultieren. Prädilektionsstellen für triggerbedingte Bandscheibenvorfälle sind die Hals- und Lendenwirbelsäule. Die Verdachtsdiagnose wird oft schon im Anamnesegespräch aufgrund der Schilderungen des Patienten gestellt. Die endgültige Diagnose erfolgt über den dorsalen Tastbefund, denn die Trigger sind für den geübten Diagnostiker ohne weiteres tastbar. Trigger sind innerhalb des umliegenden Gewebes leicht verschiebbar und in der Regel bei leichtem Druck schmerzempfindlich. Trigger können aktiv und inaktiv sei, ein inaktiver Trigger kann bereits durch leichten Druck aktiviert werden. Solche sogenannten ausgelösten Trigger strahlen dann flächenartig in die jeweiligen nervalen Versorgungsgebiete der umliegenden Muskeln aus.

Behandlung und Therapie

Muskelverhärtungen im Rücken sind ein häufiges Krankheitsbild, sowohl in der Allgemeinarztpraxis als auch beim Orthopäden. Sie sind selten die einzige Ursache für eine Vielzahl von Rückenproblemen. Stationäre Muskeltrigger können mit einer Reihe von konservativen Maßnahmen behandelt werden.

Jede Behandlung gilt dann als erfolgreich, wenn sich die Verhärtungen zurückbilden oder ganz verschwinden. Die behandelten Areale werden dann wieder geschmeidiger und passen sich auch strukturell wieder besser an das umliegende Gewebe an.

Muskeltrigger im Rücken gelten als besonders kälteempfindlich, folglich versprechen Anwendungen mit Wärme den größten Therapieerfolg. Neben Moor- oder Fangopackungen haben sich auch sogenannte heiße Rollen oder Saunagänge als besonders hilfreich erwiesen.

Es konnte auch beobachtet werden, dass Triggerpunkte die Neigung haben können, spontan zu verschwinden, um sich dann in einem anderen Muskelbezirk des Rückens erneut zu bilden.

Eine operative Therapie, die sich direkt auf Muskelverhärtungen bezieht, existiert nicht. Als sehr erfolgversprechend hat sich auch die Stoßwellentherapie erwiesen.

Auch auf Magnetfeldtherapie, heiße Bäder und Akupunktur sprechen Muskelverhärtungen durch Trigger bei vielen Patienten gut an. Da es keine standardisierte Behandlung für Muskelverhärtungen im Rücken gibt, müssen Patienten im Laufe der Zeit auch selbst herausfinden, welche Therapiemaßnahmen hilfreich sind und welche eher nicht.



Vorbeugung

Eine synchrone, gut durchblutete und adäquat trainierte Rückenmuskulatur ist die beste Vorbeugung gegen die Entstehung von Muskelverhärtungen. Durch regelmäßiges Rückentraining, regelmäßige Saunabesuche und die Vermeidung von Stress und Genussmitteln kann jeder dazu beitragen, das Entstehen von Muskelverhärtungen im Rücken zu verhindern. Auch ergonomisch gestaltete Computerarbeitsplätze und das Vermeiden von Fehlhaltungen im Berufsalltag können prophylaktisch wirken.

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