Muskelkrämpfe nachts

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Mai 2017
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Wer kennt das nicht? Wie aus dem nichts schießen stechende Schmerzen in die Wade ein. Ein Muskelkrampf! Auch häufig kommt es zu Muskelkrämpfen nachts. Der spontane Schmerz holt den Betroffenen direkt aus dem Schlaf. Jede Bewegung des Beins tut dann weh. Doch meist steckt keine ernsthafte Erkrankung dahinter.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Muskelkrämpfe nachts?

Kommt es nachts zu starken Schmerzen im Oberschenkel oder in der Wade, muss der Betroffene nicht in Panik verfallen. Denn: Ganz oft ist der akute Schmerzzustand auf harmlose Ursachen zurückzuführen. Wenn der Schmerz erst einmal da ist, reagiert das Bein an dem Schmerzpunkt mit einer Verhärtung. An Bewegung und Schlaf ist dann nicht mehr zu denken. Es bleibt nur abzuwarten, bis der Schmerz wieder abklingt. Dies geschieht nach einer gewissen Zeit von allein. Doch leichte Dehnungen der entsprechenden Beinmuskeln könnenn schneller Abhilfe schaffen. Muskelkrämpfe an sich sind keine Krankheit, sondern ein Symptom. Über die Entstehung Muskelkrampf nachts|nächtlicher Muskelkrampf-Attacken weiß die moderne Medizin noch sehr wenig.

Ursachen

Ursachen von Muskelkrämpfen noch nicht hinreichend bekannt. Dabei ist das Leiden weit verbreitet. Rund 40 Prozent aller Menschen haben diesen heimtückischen Schmerz schon am eigenen Leib erfahren. Auch wenn viele Menschen des Öfteren mit diesen lästigen Krämpfen kämpfen, sind Mediziner noch nicht in der Lage, die Ursachen in Gänze zu benennen. Wissenschaftler streiten darüber, ob die schmerzhafte Verhärtung durch eine Unterversorgung mit essentiellen Nährstoffen zustande kommt oder durch eine Störung der Nervenimpulse.

Eine wichtige Frage ist: Warum kommt es gerade in der nächtlichen Ruhephase besonders oft zu dem unangenehmen Zwicken? Ärzte vermuten, dass anders als am Tag der Mensch im nächtlichen Schlaf nicht sofort auf das kleinste Muskelzucken reagiert und seine Körperposition verändert. So kann ein Muskel derart überlastet werden, dass er sich stark verhärtet. Im Wachzustand hingegen können unbequeme Beinhaltungen viel schneller variiert und so Verhärtungen rechtzeitig verhindert werden. Was die Medizin weiß, ist, dass in vielen Fällen ein gestörter Elektrolythaushalt oder Flüssigkeitsmangel hinter den Krämpfen steckt. Das heißt, der Körper ist mit bestimmten lebenswichtigen Nährstoffen unterversorgt. In dem Fall fehlt es ihm hauptsächlich an Magnesium.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei nächtlich auftreten Muskelkrämpfen sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn sie regelmäßig oder mehrere Nächte infolge auftreten. Durch einen mangelnden Nachtschlaf kommt es zu weiteren Beschwerden. Konzentrationsschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsdefizite, innere Unruhe und Gereiztheit treten auf. Daher ist ein Arzt rechtzeitig aufzusuchen, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Treten Beschwerden wie Schmerzen oder Durchblutungsstörungen auf, ist ebenfalls ein Arztbesuch notwendig. Vor der Einnahme eines Schlafmedikamentes oder schmerzlindernden Tabletten, ist grundsätzlich die Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Gemeinsam können Nebenwirkungen und Risiken besprochen werden. Die nächtlichen Muskelkrämpfe können an einer fehlerhaften Schlafposition und mangelhaften Schlafbedingungen liegen. Auch wenn einige Korrekturen ohne eine ärztliche Unterstützung vorgenommen werden können, empfiehlt es sich dennoch, dass ein Arzt konsultiert wird, sobald die Muskelkrämpfe über mehrere Tage oder Wochen anhalten.

Emotionaler Stress, eine anstrengende Lebensphase oder Angstzustände können die Muskelkrämpfe auslösen. Es handelt sich hierbei um eine psychosomatische Reaktion des Körpers. Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald der Betroffene Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung der Herausforderung in Anspruch nehmen möchte. Stellen sich die Muskelkrämpfe ohne einen ersichtlichen Grund ein, sollte ein Arzt weitere Untersuchungen einleiten. Es können Beschädigungen der inneren Organe vorliegen, die bei einem mehrmaligen Auftreten zu Ausfallerscheinungen einzelner Systeme führen. Es droht ohne eine Behandlung eine schleichende Lebensgefahr.

Diagnose und Verlauf

Besonders oft sind schwangere Frauen von nächtlichen Krampfanfällen betroffen. Das liegt an ihrem veränderten Hormonhaushalt, der den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt verändert und den Bedarf an Vitaminen und Mineralien erhöht. Allerdings haben auch ältere Menschen mit dem nächtlichen Zwicken zu kämpfen. Muskeln sind oft zu schwach und reagieren dann schnell über - mit einem Muskelkrampf. Dazu kommt, dass ältere Menschen zu wenig trinken, so dass der Flüssigkeitshaushalt nicht genügend gedeckt ist.

Auch fehlen ihnen häufig wichtige Mineralien. Ist beides zu wenig vorhanden, können die Muskeln nicht ausreichend mit Energie versorgt werden. Jedoch leiden auch jüngere Menschen an diesen Symptomen. Nicht immer können Ärzte die genaue Herkunft klären. Ob ein Mangel an Flüssigkeit und wichtigen Nährstoffen wie Magnesium oder Vitaminen hinter den Muskelkrämpfen liegt, kann nur ein Arzt herausfinden. Wenn die Beschwerden häufig wiederkehren, sollte ein Experte aufgesucht werden. Nur der kann herausfinden, ob die Krämpfe vielleicht andere Ursachen haben.

So können sie nämlich auch Begleitsymptom verschiedener Grunderkrankungen sein. Die nächtlichen Muskelkrämpfe treten zum Beispiel bei neurologischen Erkrankungen auf und bei fortgeschrittenem Diabetes. Weiterhin spielen sie bei Schilddrüsenerkrankungen, Krampfadern, Leberzirrhose, Nierenversagen und Parkinson eine Rolle. Bei Rauchern können sich Muskelkrämpfe bemerkbar machen, wenn die Durchblutung eingeschränkt ist. Auch in diesen Fällen sollte eine gründliche ärztliche Untersuchung erfolgen. Nicht zuletzt können auch Medikamente für die unangenehmen Symptome verantwortlich sein. So begünstigen entwässernde Medikamente und Betablocker ebenso Muskelkrämpfe wie Pharmazeutika, die in der Chemotherapie eingesetzt werden.

Komplikationen

Muskelkrämpfe in der Nacht können je nach dem Ort des Muskelkrampfes zu einer Lebensbedrohung werden. Sind Muskeln betroffen, die im Zusammenhang mit der Atmung stehen, droht das Ersticken im Schlaf. Bei wiederholten Muskelkrämpfen kommt es zu einer regelmäßigen Unterbrechung der Ruhephase. Die Belastung auf den Organismus nimmt dadurch erheblich zu. Die Störung der Erholungsphase führt zu einer Überanspruchung aller Organe und lässt die Risiken einer Funktionsstörung sowie eines Organausfall ansteigen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Am Tag ist das allgemeine Leistungsniveau herabgesetzt. Es kommt zu Defiziten der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung. Dadurch steigt das Unfallrisiko an.

Die Muskelkrämpfe können durch eine Infektion ausgelöst werden. Die Keime breiten sich im Organismus aus und werden zu Krankheitserregern für weitere Erkrankungen. Ein spontaner Abfall des Blutdrucks in der Nacht ist dadurch möglich. Es droht dem Betroffenen ein septischer Schock, der ebenfalls lebensbedrohlich sein kann. Bei Durchblutungsstörungen kann sich ein Thrombus bilden. Dieser erhöht ebenfalls das Risiko, dass Blutgefäße in der Nacht platzen und ein Schlaganfall erlitten wird. Nächtliche Muskelkrämpfe sind mit starken Schmerzen verbunden. Durch die Krämpfe treten häufig eine Bewegungsunfähigkeit und eine Hilflosigkeit ein. Angst und Panik können entstehen.

Behandlung und Therapie

Was kann man gegen die lästigen Schmerzen tun? Je nach Ursache empfiehlt sich die entsprechende Therapie. Liegt ein gestörter Elektrolythaushalt vor, können Magnesiumtabletten oder -pulver eingenommen werden. Reichlich Magnesium befindet sich aber auch in Bananen, Hülsenfrüchten und Nüssen. Bei Flüssigkeitsmangel sei dem Patienten nahegelegt, auf regelmäßige ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Dies gilt hauptsächlich für ältere Menschen! Doch auch jüngere Menschen dürfen die Bedeutung des Trinkens nicht unterschätzen.

Liegen chronische Grunderkrankungen zugrunde, kann nur der Arzt weiterhelfen. Neben der genügenden Zufuhr an Mineralien und Wasser können auch gymnastische Übungen eingesetzt werden, um dem akuten Krampfschmerz beizukommen. Dazu kann sich der Betroffene auf den Boden setzen. Die Beine werden nach vorn ausgestreckt, die Finger umfassen die Zehen. Nun werden diese in Richtung Körper herangezogen, die Beine bleiben gestreckt. Auf die Art entsteht ein Zug in den Waden. Dadurch lockern sich verhärtete Muskeln schneller!

Eine andere einfache Übung geht so: In einem Abstand von einem halben bis einem Meter vor eine Wand stellen und sich nach vorn Richtung Wand beugen. Die Füße bleiben dabei fest auf dem Boden stehen. Einige Minuten in dieser Position ausharren. Dann Beine lösen und ausschütteln. Das entkrampft die verspannten Wadenmuskeln. Weitere bewährte Hilfsmittel zur Behandlung von nächtlichen Muskelkrämpfen ist der Einsatz von Wärmepads. Wärme hilft gut bei verhärteten Muskeln. Außerdem kann mit leichten Massagen an der schmerzhaften Stelle versucht werden, die Verspannung zu lösen.



Vorbeugung

Wie können Muskelkrämpfe vorgebeugt werden? Als effektiv in der Vorbeugung von nächtlichen Wadenkrämpfen haben sich regelmäßige abendliche Dehnübungen erwiesen. Dabei sollte die Muskulatur von Füßen, Unterschenkeln und Oberschenkeln gleichermaßen in das Training mit einbezogen werden. Drei Minuten jeden Abend mit kurzen Erholungspausen zwischendrin reichen schon aus.

Um die Muskeln optimal mit Energie zu versorggen, ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Mindestens 1,5 Liter pro Tag! Zudem sollte auf eine angemessene Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen geachtet werden. Dies kann nur durch eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Nüssen gewährleistet werden. Zudem ist es hilfreich, gerade bei langandauernder sitzender Tätigkeit immer wieder kleine Gymnastikeinheiten einzustreuen - ein mehrmaliges Wippen der Füße reicht schon aus.

Bücher über Magen-Darm-Krankheiten

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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