Mundhöhle

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Mundhöhle

Als Mundhöhle wird der erste Abschnitt des Verdauungstraktes bezeichnet. Er erstreckt sich von den Lippen bis zum Gaumen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Mundhöhle (Cavum oris) markiert den vorderen Bereich des Verdauungstraktes. Sie gehört zum Mund und reicht von den Lippen bis zum weichen und harten Gaumen. Begrenzt wird die Mundhöhle vom Mundboden auf der Unterseite, den Wangen im Seitenbereich sowie den Gaumen auf der Oberseite. Zur Mundhöhle gehören verschiedene Körperstrukturen wie Zähne und Zunge. Diese sind wichtig zum Zerkleinern von Nahrung.

Histologisch wird das Mundhöhlen-Schleimhautepithel aus Melanozyten, Langerhanszellen und Merkelzellen zusammengesetzt. Unterhalb des Epithels befindet sich die Lamina propria. Dabei handelt es sich um eine Gewebeschicht, die über eine papillenähnliche Verzahnung mit dem Schleimhautepithel verfügt.

Einen wichtigen Bestandteil der Mundhöhle stellt zudem die Mundflora dar. Diese wird durch sämtliche Keime, die den Mund bevölkern, gebildet. In der Regel siedeln sich in der Mundflora unbedenkliche Saprophyten an. Aber auch pathogene Keime sind in ihr zu finden. Sofern das menschliche Abwehrsystem reibungslos funktioniert, bedeuten sie keine gesundheitliche Gefahr.

Anatomie

Aus anatomischer Sicht lässt sich die Mundhöhle in drei Bereiche einteilen. Dies sind der Mundvorhof (Vestibulum oris), die Haupthöhle (Cavum oris proprium) sowie die Schlundenge (Isthmus faucium). Der Mundvorhof markiert den Abschnitt zwischen den Lippen sowie den Wangen und den Zähnen. Dabei wird von der Mundschleimhaut eine tiefliegende Umschlagfalte gebildet.

Für die Begrenzung der Haupthöhle sorgen die Zähne und die Alevolarfortsätze. Als Haupthöhlendach fungieren sowohl der weiche als auch der harte Gaumen. Vom Mundboden wird kaudal der Abschluss dieses Bereiches markiert. Bei der Schlundenge handelt es sich um den Übergangsabschnitt zwischen Mundhöhle und Rachen.

Ausgekleidet wird die Mundhöhle durch die Mundschleimhaut. Diese bildet ein größtenteils unverhorntes Plattenepithel aus mehreren Schichten. Es hat die Fähigkeit, sich nach etwa acht bis zehn Tagen zu regenerieren. Auf dem Boden der Mundhöhle befindet sich die Zunge, die einen erheblichen Teil der Mundhaupthöhle beansprucht.

Im Mundboden vorhanden sind außerdem die Glandulae sublingualis, bei denen es sich um die Unterzungenspeicheldrüsen handelt. Die Zahnreihen von Oberkiefer und Unterkiefer erheben sich aus den Alveolarfortsätzen und umhüllen die Zunge in Form eines Hufeisens.

Da die Mitoserate der Mundschleimhaut hoch ausfällt, gilt sie als anfällig für Zellproliferationen. Daraus können sich sogar bösartige Tumore entwickeln.

Funktion

Von der Mundhöhle werden unterschiedliche wichtige Aufgaben wahrgenommen. Sie trägt auch die Bezeichnung Kopfdarm, weil sie den ersten Abschnitt des Verdauungstrakts bildet. So dient sie als Körperöffnung zur Aufnahme von Nahrungsmitteln. Durch Zähne und Zunge lässt sich die Nahrung zerkleinern und zum Nahrungsbrei formen. Mit der Zerkleinerung und Vermischung setzt der Nahrungsbolus ein. Bereits in der Mundhöhle beginnt der Einsatz von zähen Sekreten und Enzymen, die aus den Speicheldrüsen kommen. Die Verdauungssäfte werden von den Speicheldrüsen unmittelbar in die Mundhöhle abgegeben.

In der Mundhöhle beginnt auch das Prüfen der Speisen. Dieses findet durch Sensoren und Propriorezeptoren statt. Die Rezeptoren sorgen mit ihrer hohen Empfindungssensibilität für ein rasches Feststellen von Nahrungskonsistenz sowie ihrer Temperatur. Zur Mundschleimhaut gehören außerdem sogenannte Geschmacksknospen. Durch diese zwiebelförmigen Strukturen erfolgt eine Einteilung in vier verschiedene Geschmacksrichtungen. Dabei handelt es sich um salzig, bitter, süß und sauer. Zusammen mit dem Geruchssinn prägen die Geschmacksknospen den menschlichen Geschmackssinn.

Eine bedeutende Rolle spielt die Mundhöhle auch für die Bildung von Lauten, Sprache und Mimik. So ist diese Körperstruktur überaus wichtig für die menschliche Kommunikation.



Erkrankungen der Mundhöhle

Da die Mundhöhle von zahlreichen Keimen bevölkert wird, sind Erkrankungen an ihr keine Seltenheit. So genügt bereits eine Verschiebung der physiologischen Balance, um es pathologischen Keimen zu ermöglichen, eine Infektion auszulösen. Eine häufige Erkrankung stellt die Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) dar. Bestimmte Faktoren wie mechanische Belastungen, die durch eine schlecht sitzende Zahnprothese entstehen können, wirken sich begünstigend auf eine Mundschleimhautentzündung aus.

Ebenfalls zu den häufigsten Beschwerden der Mundhöhle gehören die sogenannten Aphthen. Diese Rötungen treten auf der Mundschleimhaut auf und sind durch brennende Schmerzen gekennzeichnet. Als weitere mögliche Gesundheitsprobleme in der Mundhöhle kommen weißliche Beläge, Bläschen, Mundgeruch, Abszesse, übermäßiger Speichelfluss und Geschwüre in Betracht.

Besonders oft in der Mundhöhle zu verzeichnen ist Karies (Zahnfäule). Ebenso kann es am Zahnfleisch zu schmerzhaften Entzündungen wie eine Gingivitis kommen. Eine weitere Erkrankung des Zahnhalteapparats stellt die Parodontitis dar, die im schlimmsten Fall den Verlust des betroffenen Zahnes zur Folge hat.

In seltenen Fällen treten in der Mundhöhle auch Pilzinfektionen wie Candida albicans, Leukoplakien oder Zysten auf. Als besonders schwere Erkrankung gelten Tumore, bei denen es sich oftmals um Plattenepithelkarzinome handelt. Besonders schwerwiegend einzuschätzen sind Zungenkrebs und Mundbodenkrebs.

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